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Die Western-Stimme

Ein wenig Wild-West-Atmosphäre verbreitete Jürgen Fritsche, Hörbuchsprecher und Schriftsteller, bei einer Autorenlesung in Freiendiez.
Wusste seine Zuhörer zu fesseln: Jürgen Fritsche. Foto: Kahl Wusste seine Zuhörer zu fesseln: Jürgen Fritsche. Foto: Kahl
Diez-Freiendiez. 

Wenn sich Freunde von Hörbüchern mit ihrem "Buch" genüsslich im Sessel zurücklehnen und mit dem "Lesen" beginnen, schließt der größte Teil von ihnen die Augen. Hätten dies die Teilnehmer (insbesondere die weiblichen) der Autorenlesung im Freiendiezer Lokal "Schmidt‘s" ebenso getan, wäre ihnen etwas entgangen. Jürgen Fritsche, die Hauptperson des Abends, Hörbuchsprecher und Schriftsteller, hat nicht nur eine Stimme, die betörend wirkt, sondern er sieht zudem auch recht passabel aus.

Zu einer Lesung von echten Western-Geschichten hatten der gebürtige 42-jährige Limburger und das Betreiber-Ehepaar Etheber in das "Schmidt‘s" eingeladen. Zwar zuckte das Publikum bei der Begrüßung des als "besten Sprecher" beim Hörbuch-Publikumspreis Ohrkanus nominierten Ex-Tilemanschülers zusammen, als er mit tiefer Stimme verkündete: "In diesem Saloon ist kein Platz für uns beide, Baby" und zudem ankündigte, dass nun ein dreistündiger Fachvortrag über Literaturgeschichte folge. Doch Fritsche, der nach dem Studium an der Gutenberg-Universität Mainz an der University of Houston, Texas, den Magister in Amerikanistik machte und anschließend beim Radiosender KJJB 105 in Eunice, Louisiana, als Talkshow-Co-Moderator arbeitete, gab insofern Entwarnung, in dem er danach seine Lesung mit keinem Geringeren als mit Mark Twain und seiner Geschichte "Revolverjournalismus in Tennessee" begann.

Es folgte mit "Sommernachtshorror" eine Spukgeschichte aus der Feder von Ambrose Bierce, der durch sein berühmtestes Werk "Devil‘s Dictionary" (Des Teufels Wörterbuch) bekannt sein dürfte. Auch mit der Kurzgeschichte "Der Bürgerkriegsveteran und seine Geliebte" von William Sydney Porter (den unter dem Pseudonym O. Henry schreibenden Porter bezeichnete Fritsche als einen der besten Western-Autoren aller Zeiten) konnte der seit sieben Jahren bei der Firma ZYX Music für den Hörbuchverlag zuständige Fritsche Spannung und Unterhaltung bieten. Und bei Jason Hunts "Ryan Hickmann und der Pfaffe" gab es dann auch die erste Saloon-Schießerei.

Doch Jürgen Fritsche las nicht nur Werke seiner selbst besprochenen CD mit dem Titel "Das große Western-Hörbuch", sondern die Gäste erfuhren auch viel Unterhaltsames aus Fritsches Amerika-Aufenthalt. So sind für ihn die Texaner die Bayern Amerikas. Die Gürtelschnallen der Männer "sind größer als mehrstöckige Häuser" und die Lieblingsbeschäftigung der Texaner sei das Grillen. Dies tun die "Grillmeister des amerikanischen Kontinents" mit jeder Menge Humor, entdeckte Fritsche doch ein Schild an einem Highway mit der Aufschrift "You kill it – we grill it". rpk

(Rolf-Peter Kahl)
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