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Die lebendige Krippe erwacht

Von Zum Dombacher Adventszauber gehört seit 2007 auch die lebendige Krippe. Die Jugendlichen, die nun am dritten Adventwochenende in die Rollen von Maria, Josef und den Hirten schlüpfen, erzählen, wie das so ist.
Hier wird am dritten Adventsonntag die lebendige Krippe sein. Für die NNP sind Lukas, Marie, Yannik und Joshua schon einmal in die Kostüme geschlüpft. Fotos: Hackert Bilder > Hier wird am dritten Adventsonntag die lebendige Krippe sein. Für die NNP sind Lukas, Marie, Yannik und Joshua schon einmal in die Kostüme geschlüpft. Fotos: Hackert
Bad Camberg-Dombach. 

. "Warte mal, der Kragen ist ja falschherum" – Liesel Jäger greift nach dem groben Stoff, zieht ein wenig, und schon sieht es besser aus. Joshua Bernhard ist ein Hirte. Jedenfalls zu Weihnachtszeit. Jetzt zieht er sich gerade im Keller des Anwesens von Josef Jäger um. Etwa neun Quadratmeter Platz haben die Jugendlichen. Mehr ist auch nicht nötig, denn die Krippe steht woanders. Lukas Dörfl, wie Joshua 13 Jahre alt, ist schon fertig. Der 17-jährige Yannik Lind spielt den Josef, die 16-jährige Marie Kolb die Maria. Gerade legt ihr Liesel Jäger noch das "Jesuskind" in den Arm. Dann geht es weiter die Hintergasse hinauf zu einem Holzschuppen. Dort wird es beim Dombacher Adventszauber am dritten Adventssonntag wieder die lebendige Krippe geben. Für die NNP zeigen die Jugendlichen schon jetzt, wie weit die Vorbereitungen gediehen sind. Sie kennen sich gut aus, denn alle machen das nicht zum ersten Mal.

Gemeinsam mit Josef Jäger geht es hinauf zum Schuppen. Die Kinder zeigen, wo sie Platz nehmen werden. Marie reibt sich die Hände. Es ist ganz schön kalt. Eine Nachbarin schaut heraus: "Seid Ihr nicht noch ein bisschen früh?" – "Ja ist denn schon Weihnachten?", schmunzelt einer. Doch natürlich will alles gut vorbereitet sein. Am 16. Dezember kommen noch die Tiere hinzu. Die Esel der Familie Maurer aus Würges sind von Anfang an mit dabei, außerdem sorgt Erich Grzesista aus Bad Camberg für die Schafe, Günter Kaiser aus Dombach hat im letzten Jahr zwei Kälber gebracht, Peter Ricker aus Schwickershausen kleine gepresste Strohballen zum Draufsetzen. "Einen Ochsen haben wir nicht", sagt Josef Jäger. Das ist auch nicht nötig, denn bisher war die lebendige Weihnachtskrippe der Dombacher immer so wunderschön und liebevoll gestaltet – besser könnte es gar nicht sein.

Viele Helfer

"Karsten Hense, Andreas Rauner, Herrmann Jäger, Christoph Bernhard", zählt Josef Jäger die Helfer auf, die sich in Sachen Krippe engagieren. "Außerdem war immer jemand von der Familie Maurer dabei, um sich um die Esel zu kümmern. Meistens Dominik oder Annika als Hirten." Beim Adventszauber sind natürlich noch viel mehr Menschen engagiert. Rosemarie Jäger zum Beispiel, die für einen Teil der Organisation zuständig ist. Aber hier soll es ja um die Krippe geben.

Die Idee dazu kam Josef Jäger nach einem Besuch in der Eifel. Dort hatte ihn die lebendige Krippe sehr fasziniert. Es folgte eine Stippvisite beim Idsteiner Weihnachtsmarkt, wo es auch so etwas gab. "Wir haben uns unheimlich nett mit der Maria unterhalten, und hinterher sagte meine Frau, ,Ja hast Du sie denn nicht erkannt? Das ist doch die Nicole. Die wohnt in Dombach.'" Das bestärkte Josef Jäger bei seiner Idee, auch hier eine lebendige Krippe vorzuschlagen.

Mittlerweile kann man sich den kleinen, sehr feinen Dombacher Adventszauber ohne dieses spezielle Extra schon gar nicht mehr vorstellen. "Wir reden mit den Leuten und sind die ganze Zeit da", sagt "Maria" Marie Kolb. "Und es darf auch immer mal einer weg, damit auch wir etwas vom Weihnachtsmarkt sehen", ergänzt Joshua. Josef Jäger zeigt ein Bild vom letzten Jahr. Joshua ist drauf, aber sein Freund Lukas fehlt. "Da war ich gerade Kakao holen", erzählt er. Doch auch "von außen" werden die jungen Leute gut versorgt. Unter ihren Kostümen sind sie sehr warm angezogen, es wird ein wenig geheizt, und viele Besucher bringen etwas zu essen oder zu trinken vorbei. "Maria", "Josef" und "die Hirten" werden also recht gut betreut. Und Spaß macht es auch.

Vier Stunden

Etwa vier Stunden, von 14 bis 18 Uhr, werden die vier Teil der lebendigen Krippe sein. Der achte Dombacher Adventszauber dauert etwas länger: Die Eröffnung ist bereits um 12 Uhr. Zum weiteren Programm gehören die Weihnachtstombola des Dombacher Spielkreises, die Laubsägearbeiten für Groß und Klein, zu denen Klaus Ackerblum einlädt (hier können sich alle Interessierten selbst betätigen), die Adventsbläser, der Dudelsackspieler Stephan Behrenbruch, die mittelalterlichen Weisen (Rabenschnabel). Stephan Krause wird um 14.30 und um 16.15 Uhr an der Krippe Weihnachsgeschichten vorlesen. Um 15 Uhr gibt es adventliche Orgelmusik in der Kirche mit Johanna Epstein (Eintritt frei), um 16.30 Uhr kommt der Nikolaus und verteilt Geschenke an die Kinder. Wenn Andreas Rauner dann gegen 18 Uhr in die Rolle des Nachtwächters schlüpft und den Markt beendet, werden die Dombacher sich und ihren Gästen wieder einen wunderschönen Tag bereitet haben. Auch darauf freuen sich natürlich die Jugendlichen der lebendigen Krippe. Sie sind gerne Teil einer solchen Dorfgemeinschaft.

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