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Die letzte Pfarrerin von Weilburg?

Abschied nach 17 Jahren: Pfarrerin Petra Schramm wurde mit einem Gottesdienst aus Weilburg verabschiedet.
Abschied von Petra Schramm: Die Kindergottesdienst-Kinder hatten für die Pfarrerin gebastelt. Abschied von Petra Schramm: Die Kindergottesdienst-Kinder hatten für die Pfarrerin gebastelt.
Weilburg. 

Vor die Frage gestellt, wie ein Gottesdienst zu beginnen sei, der der letzte in der Gemeinde ist, fand Pfarrerin Petra Schramm für sich schnell die richtige Antwort. Sie sagte „Auf Wiedersehen“ und drückte damit ihren Wunsch und ihre Hoffnung aus, dem Einen oder der Anderen aus Weilburg und der Kirchengemeinde demnächst auch wieder einmal zu begegnen. Am 31. August 2014 endet ihr Dienst auf der Pfarrstelle II der Evangelischen Kirchengemeinde Weilburg, einen Tag später tritt sie ihre neue Pfarrstelle in Heuchelheim bei Gießen an.

Mit dem gewählten Predigttext schlug Petra Schramm den Bogen zu ihren Anfangstagen in Weilburg. Wie in ihrem Einführungsgottesdienst am 6. Juli 1997 predigte sie auch zu ihrem Abschied zum Thema „Nun danket alle Gott“. Ihr sei es wichtig zum Schluss dieses Lebensabschnittes Danke sagen zu können – trotz und auch wegen all dem, was sie in den 17 Weilburger Jahren erlebt habe, was ihr widerfahren sei. „Ein Abschied ist immer auch ein Wendepunkt, ich trage nicht nur Dank und Freude im Herzen, sondern auch den Schmerz darüber, dass etwas zu Ende geht.“ Alle Beteiligten, sie selbst, die Gemeinde, der Kirchenvorstand hätten sich „ab heute, dem Tag des Abschieds, auf das Neue einzustellen“. Besonders dankte Petra Schramm der Weilburger Bürgergarde für das harmonische Miteinander, den Menschen in Ahausen, die ihr sehr ans Herz gewachsen seien, den Erzieherinnen und Erziehern der von ihr betreuten Kindertagesstätten und den vielen Kindergottesdienstkindern und Konfirmanden, die ihr so viel Freude und Glück bereitet hätten.

Dekan Ulrich Reichard wünschte der scheidenden Pfarrerin alles Gute für den beruflichen und privaten Neustart, äußerte aber auch sein Bedauern darüber, dass beide Weilburger Pfarrstellen nun unbesetzt seien. „Unbeweglichkeit ist unser aller Tod, aber nicht alle Veränderungen sind nur gut.“

Pfarrerfreie Zone

Bürgermeister Hans-Peter Schick griff einen Gedanken des Dekans auf, als er in seinen Abschiedsworten den dringenden Wunsch äußerte: „Weilburg darf keine pfarrerfreie Zone werden!“ Die 6232 Tage, die er gemeinsam mit der Pfarrerin in Weilburg erlebt habe, seien sehr wechselhaft gewesen. Nach harmonischen Anfängen zum Wohle der Weilburger sei es zwischen ihnen zu heftigen Auseinandersetzungen um den evangelischen Kindergarten in Ahausen gekommen. Aber nach vielen intensiven Gesprächen hätten sie wieder zueinander gefunden, für die Menschen in der Stadt und in der Kirchengemeinde. Schick überbrachte auch die Grüße der Bürgergarde und ihres Hauptmanns Jörg Schönwetter – verbunden mit dem Dank an die Pfarrerin für ihr Engagement.

Jan Kramer, Vorsitzender des Kirchenvorstands, hatte genau gerechnet: „17 Jahre und 21 Tage hast Du die Gemeinde geführt, vieles gemeinsam mit ihr erlebt.“ Da sie bislang immer mittendrin gewesen sei habe der Kirchenvorstand überlegt, ihr zum Abschied auch einmal den Blick von oben zu ermöglichen und schenkte ihr eine Ballonfahrt über Weilburg.

Zum Schluss dankte Petra Schramm dem pensionierten Pfarrer Eduard Wunderlich. Er sei es gewesen, der ihr den Einstieg in Weilburg erleichtert habe.

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