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Dombacher Bürgerinitiative gegen Windpark

In Dombach formiert sich der Widerstand gegen den geplanten Windpark Weilrod-Riedelbach.
Blick in das idyllische Dombachtal. Das zusammenhängende Waldgebiet im Hintergrund gehört zu Weilrod im Hochtaunuskreis, für den das Regierungspräsidium in Darmstadt zuständig ist, während Nachbar Bad Camberg (Kreis Limburg-Weilburg) den RP in Gießen als Ansprechpartner hat. Foto: Griesand Blick in das idyllische Dombachtal. Das zusammenhängende Waldgebiet im Hintergrund gehört zu Weilrod im Hochtaunuskreis, für den das Regierungspräsidium in Darmstadt zuständig ist, während Nachbar Bad Camberg (Kreis Limburg-Weilburg) den RP in Gießen als Ansprechpartner hat. Foto: Griesand
Bad Camberg/Weilrod. 

Gegen die bei Weilrod-Riedelbach geplanten sieben Windräder gründete sich im kleinsten Bad Camberger Stadtteil Dombach eine Bürgerinitiative. Da der Abstand von der Wohnbebauung zum geplanten Windpark noch keine 800 Meter beträgt, ist der idyllisch gelegene Ort unmittelbar von diesem Bauvorhaben mitten im zusammenhängenden Waldgebiet betroffen.

"Kein Weilroder Ortsteil ist so massiv von den sieben Windrädern betroffen wie der Bad Camberger Stadtteil Dombach", so die Bürgerinitiative, die massiven Widerstand ankündigt. Die Initiative erinnert an die Beschlusslage von 2008, als die Regionalversammlung Südhessen und der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main diesen Bereich für die Nutzung der Windkraft ablehnten. Die Gründe die damals dazu führten, haben nach Meinung der Bürgerinitiative noch heute ihre Gültigkeit. Seinerzeit hatten sich unter anderem das Regierungspräsidium in Darmstadt, der Hochtaunuskreis, die Gemeinde Weilrod und das Forstamt Weilrod gegen die Waldfläche in der Nähe zu den Naturschutzgebieten "Dombachwiesen von Riedelbach" und "Oberes Dombachtal" ausgesprochen.

Nun will die Gemeinde Weilrod in diesem Waldgebiet sechs Windräder errichten lassen und verpachten. Die Kommune rechnet mit einer jährlichen Einnahme von 50 000 Euro pro Windrad, denn die sechs Windräder spülen nach Aussage von Bürgermeister Bangert (SPD) jährlich 300 000 Euro in die klamme Kasse der großen Flächengemeinde. Das siebte Windrad soll im Staatsforst errichtet werden. Sowohl die Gemeinde als auch das Forstamt Weilrod, die sich beide im Jahr 2007 noch vehement gegen den jetzt favorisierten Standort im Wald ausgesprochen hatten, befürworten nun die Errichtung von Windrädern mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einem Rotorradius von 60 Metern.

Der folgende Auszug aus der Stellungnahme des Forstamts Weilrod vom 31. Juli 2007 zur damaligen Offenlegung liegt der Bürgerinitiative im Wortlaut vor: "Dieser Bereich grenzt an das Naturschutzgebiet (NSG) Dombachwiesen und weitere naturnahe Wiesentäler. Aufgrund der Besucherlenkung durch den Naturpark Hochtaunus ist der Bereich nur am Rande durch Erholungssuchende frequentiert. Dadurch ist eine Ruhezone entstanden, die unter anderem als Brutbiotop für den Schwarzstorch dienen kann". Und weiter: "Dieser Bereich ist neben einem bereits existierenden südlich angrenzenden Areal der einzige Bereich im Gemeindebezirk Weilrod, der diese Biotopanforderungen erfüllen kann! Bruttätigkeit des Schwarzstorches ist im südlich angrenzenden Gemeindegebiet nachgewiesen. Die Erschließung ist aufgrund der Geländeneigung erschwert und nur in Teilen erfolgt".

Von den damals sechs Vorrangflächen für Windkraftanlagen auf Weilroder Gebiet wurden vier Flächen durch die Regionalversammlung gestrichen, es blieben nur die östlich von Rod an der Weil und westlich von Emmershausen. Die Dombacher Bürgerinitiative: "Warum haben die Weilroder Kommunalpolitiker mit Bürgermeister Bangert an der Spitze nicht diese beiden Flächen zur Nutzung der Windkraft ausgewählt ? Wir empfinden es als unanständig, dem Nachbarn diese 200 Meter hohen Monster direkt auf die Grenze zu stellen, weil Weilrod die Windräder offenbar nicht mitten auf ihrem Gemeindegebiet haben will". Nach Meinung der Bürgerinitiative, die nicht locker lassen will, gibt es über 20 Ausschlusskriterien gegen den Bau eines Windparks im Wald bei Dombach.

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