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Millionen-Betrug und Untreue: Ehepaare veruntreuen Gelder in Millionhöhe: Paukenschlag im Prozess

Von Das Verfahren gegen zwei Ehepaare aus Bad Camberg und Selters, die Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben sollen, muss neu aufgerollt werden. Die Erste Große Wirtschaftsstrafkammer entschied, das Verfahren auszusetzen, um weitere Beweisunterlagen zu sichten und auszuwerten.
Eine Statue der Justitia ist zu sehen.   Foto: Peter Steffen/Archiv Foto: dpa Eine Statue der Justitia ist zu sehen.   Foto: Peter Steffen/Archiv
Limburg. 

Es ist genau vier Minuten nach elf Uhr, als sich einer der Beschuldigten, ein 60-jähriger Mann aus Bad Camberg, von seinem Platz hinter der Anklagebank erhebt und aus dem Gerichtssaal spaziert. Er, der während des gesamten Prozesses um Untreue und Insolvenzverschleppung nicht einen einzigen Satz gesagt hat, der nicht einmal Angaben zu seiner Person machen wollte. Der Mann, der sich an allen Verhandlungstagen demonstrativ unbeteiligt gab, reagiert jetzt am schnellsten auf den Beschluss des Vorsitzenden Richters Peter Scherer: „Die Hauptverhandlung wird ausgesetzt.“ Das Verfahren gegen zwei Ehepaare aus Bad Camberg und Selters, die Firmengelder auf Privatkonten gebucht und damit die Insolvenzmasse ihrer Unternehmen geschmälert haben sollen, ist vorbei. Vorerst jedenfalls.

Dem Beschluss des Gerichts vorausgegangen war an diesem Tag ein lebhafter Schlagabtausch zwischen Marcus Traut, einem der sechs am Prozess beteiligten Strafverteidiger, und dem Frankfurter Oberstaatsanwalt Michael Loer. Traut hatte verlangt, den Prozess auszusetzen, weil am letzten Verhandlungstag Anfang Oktober eine Kriminalkommissarin von 20 bis 25 Kartons mit Aktenmaterial berichtet hatte, die noch immer in der Polizeidienststelle in Limburg stünden und bislang nicht von der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt angefordert worden seien. Da auch das Gericht diese Akten nicht berücksichtigt habe, ist Traut zufolge der „Aufklärungspflicht“ nicht genügt worden.

Bei den Unterlagen, die Rechtsanwalt Traut zufolge, 200 bis 250 Ordner füllen, soll es sich um Verträge, Rechnungen und Korrespondenz jener Unternehmen handeln, über die die Angeklagten ihre Geschäfts abwickelten. Diese Unterlagen würden zudem die Gesellschafterstruktur zeigen, wodurch sein Mandant entlastet würde, hatte Traut vorgetragen. „Es imponiert, dass weder die Kammer noch die Staatsanwaltschaft daran Interesse hat.“ Nach seiner Überzeugung habe das Gericht hier eine „komplette Unterlassung“ begangen.

Diesen Vorwurf wiesen sowohl Richter Scherer als auch Oberstaatsanwalt Loer zurück. Loer erwiderte, dass die Verteidigung zu keiner Zeit in ihrer Akteneinsicht beschränkt gewesen sei und dass die Staatsanwaltschaft „sehr genau differenziert“ habe, welche Unterlagen für die Aufarbeitung des Falles relevant sind. Richter Scherer entschied dennoch auf Aussetzung des Verfahrens, wegen der „überraschenden Aussage“ der Kripobeamtin über den Aktenbestand.

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