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30 Millionen Euro teurer Talbau: Ein Meilenstein für eine moderne Klinik

Von Lange umstritten, in zwei Jahren errichtet, gestern eingeweiht und ab September schrittweise in Betrieb: Mit dem neuen Talbau will das St. Vincenz einen Meilenstein für ein Krankenhaus der Zukunft setzen. Das Herzstück des 30-Millionen-Projekts ist die Zentrale Notaufnahme.
Frohe Gesichter bei der symbolischen Schlüsselübergabe: (von links) Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Heß, Gesundheitsminister Stefan Grüttner, Architekt Michael Hamm, Geschäftsführer Guido Wernert, Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl und Architekt Willi Hamm. Frohe Gesichter bei der symbolischen Schlüsselübergabe: (von links) Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Heß, Gesundheitsminister Stefan Grüttner, Architekt Michael Hamm, Geschäftsführer Guido Wernert, Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl und Architekt Willi Hamm.
Limburg. 

So voll wie gestern soll die Notaufnahme nie mehr sein. Dicht gedrängt standen die Besucher beieinander. Aber so gut gelaunt wie gestern werden die meisten Menschen an dieser Stelle wohl auch nicht mehr sein. Bei der Einweihung des Talbaus herrschte große Freude – aus gutem Grund. Schließlich soll alles soll besser werden im St. Vincenz: Die Wege kürzer und damit schneller, die Abläufe reibungsloser, die Räume größer und heller, die Zimmer komfortabler, die Ausstattung moderner, die Arbeitsbedindungen für die Mitarbeiter freundlicher. Mit dem neuen Projekt sehen die Verantwortlichen sich ihrem Ziel ein Stück näher, in Limburg die bestmögliche wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung zu bieten.

Bessere Zufahrtmöglichkeiten und mehr Stellplätze für Rettungsfahrzeuge signalisieren den Fortschritt auf den ersten Blick. Davon profitieren sollen die Patienten vor allem in der um das Vierfache vergrößerten Zentralen Notaufnahme (ZNA) im Erdgeschoss. Eine neue Aufnahmestation, ein zweiter Schockraum, mehr Behandlungsräume und eine eigene Radiologie sollen zügigere und angenehmere Abläufe mit sich bringen. Angesichts von jährlich rund 30 000 Patienten auch dringend notwendig, räumten die Ärzte ein.

Dr. Peter Sahmer (rechts), der Leiter der Zentralen Notaufnahme, begeisterte an seinem künftigen Arbeitsplatz als Sänger. Mit der A-capella-Gruppe „Die Beziehungskiste“, die sich aus Mitgliedern des MGV Germania Freiendiez zusammensetzt, sorgte er gestern für das musikalische Rahmenprogramm. Bild-Zoom
Dr. Peter Sahmer (rechts), der Leiter der Zentralen Notaufnahme, begeisterte an seinem künftigen Arbeitsplatz als Sänger. Mit der A-capella-Gruppe „Die Beziehungskiste“, die sich aus Mitgliedern des MGV Germania Freiendiez zusammensetzt, sorgte er gestern für das musikalische Rahmenprogramm.

ZNA-Leiter Dr. Peter Sahmer will mit seinem Team in der ersten oder zweiten September-Woche umziehen. Danach folgt die Neurologie mit 61 Betten, die inklusive der Schlaganfallakutstation die erste und zweite Etage belegt. Ins dritte und oberste Stockwerk kommt voraussichtlich im Dezember die Kinderklinik mit 33 Betten. In den Untergeschossen sind Pathologie, Technik, Konferenzräume und Rettungswagen-Garagen untergebracht.

Zwei weitere Etagen möglich

Das sechsgeschossige Gebäude kann um zwei Stockwerke erweitert werden. Darüber machen sich Geschäftsführung und Verwaltungsrat dem Vernehmen nach noch keine Gedanken; zunächst bemühen sie sich darum, die Fläche der alten ZNA sinnvoll zu nutzen. Am liebsten mit dem bislang auf der Dietkircher Höhe beim DRK stationierten Ärztlichen Bereitschaftsdienst. „Wir sind in sehr guten Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung“, sagte Vincenz-Chef Guido Wernert. Allgemein biete der Talbau die Möglichkeit, das Hauptgebäude zu entzerren und Platz für die Weiterentwicklung der Klinik zu schaffen.

Info: Zuschuss dank Diez

Wie wichtig, wie gut und wie teuer der Talbau ist, war bekannt. Die einzige relevante neue Information erwähnte Gesundheitsminister Stefan Grüttner nur am Rande: Bei den geforderten

clearing

Dompfarrer Gereon Rehberg und Dekan Manfred Pollex segneten das Objekt ein. Pollex nannte es ein blühendes Zeichen unserer Solidarität und ging auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ein, das Rehberg aufgriff. „Die Straße von Jericho finden wir auch hier. Die Samariter sind die, die zum Wohl der Menschen unter größtem Einsatz arbeiten“, sagte er.

Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl begrüßte zahlreiche Ehrengäste, die Kreisspitze mit Landrat Manfred Michel und seinem Stellvertreter Helmut Jung, die CDU-Abgeordneten Klaus-Peter Willsch, Joachim Veyhelmann und Andreas Hofmeister, mehrere Bürgermeister, Vertreter der Partner im Gesundheitswesen und allen voran Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU). Das Land habe das Ganze mit einem Zuschuss von 15 Millionen Euro erst möglich gemacht.

„Patient Maß aller Dinge“

„Der Patient ist der Bauherr und das Maß aller Dinge “, betonte Reuhl. Daran orientiere sich alles. Im Hinblick darauf sei das Wohl der Beschäftigten unverzichtbar; ihnen solle die Arbeit erleichtert werden. „Ich habe Hoffnung und Zuversicht, dass wir mit diesem Haus optimale Fürsorge bieten können“, sagte Reuhl.

Stefan Grüttner hob die Leistungen Hessens bei der Investitionsförderung für Kliniken hervor: „Da sind wir Spitze unter den Bundesländern.“ In diesem Jahr seien 76 Millionen Euro veranschlagt, davon würden 20 Prozent nach Limburg fließen. Daran werde deutlich, welchen Stellenwert die Regierung diesem Bau beigemessen habe.

Geschäftsführer Guido Wernert erinnerte an 400 Gesprächsrunden, in denen die Nutzer viel Positives bewirkt hätten. Mit 102 Zimmern und vielen Einrichtungen sei fast ein zweites kleines Krankenhaus entstanden.

„Ich freue mich sehr“, sagte der Ärztliche Direktor Dr. Thomas Heß. Notaufnahmen seien in ganz Deutschland ein Sorgenkind der Medizin, in Limburg werde die Situation nun endlich deutlich verbessert. Wenn es nun noch gelinge, die Notaufnahme mit dem Ärztlichen Notdienst zusammenzuführen, entstehe ein „Gesamtkunstwerk“, auf das sich die Region freuen könne. Vom Talbau würden aber alle Patienten im St. Vincenz deutlich profitieren, meinte Heß.

Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn (CDU) gratulierte und zitierte hehre Grundsätze für Mediziner, ehe die Architekten Willi und Michael Hamm den symbolischen Schlüssel übergaben. Stolz wies Willi Hamm darauf hin, dass der Kosten- und der Zeitplan eingehalten wurden. Er lobte die gute Arbeit aller Beteiligten.

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