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Prozess in Limburg: Einbruch, Schläge, Parkstreit und Bedrohungen: 26-Jähriger vor Gericht

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Foto: Peter Steffen (dpa)
Limburg. 

Bei einem 26 Jahre alten verheirateten Auszubildenden wurde im Jahr 2016 in der Wohnung eingebrochen. Wenig später glaubte er einen der beiden Einbrecher in einem Limburger Lokal wiedererkannt zu haben. Der 26-Jährige rächte sich für den Einbruch auf seine Art und Weise und schlug mit einem nicht identifizierbaren Gegenstand auf den anderen ein.

Wegen dieser Körperverletzung und diverser anderer Vergehen musste der Mann sich nun im Limburger Amtsgericht vor Strafrichterin Sabine Niegemann verantworten. Unter Einbeziehung einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe wegen räuberischer Erpressung verurteilte sie ihn zu einer Bewährungsstrafe in Höhe von 18 Monaten. Der Mann muss 200 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten.

Im Verfahren ging es zunächst um einen Vorfall in der Limburger Westerwaldstraße am 20. Januar dieses Jahres. Der Angeklagte parkte direkt hinter einem Lastwagen, so dass der Fahrer des Lkw nicht mehr aus einer Einfahrt fahren konnte.

Schon bald entwickelte sich zwischen den beiden Männern ein hitziges Wortgefecht, in dem der Angeklagte seinen Gegenüber unter anderem als Idiot bezeichnete und ihm den ausgestreckten Mittelfinger zeigte.

Es folgten vulgäre Ausdrücke im Gossenjargon, die vor allem Familienmitglieder des Beleidigten verletzten. „Ich knall’ Dich ab“ und „Ich mach’ Dich kalt“ soll der 26-Jährige abschließend zum Fahrer gesagt haben.

Doch damit nicht genug. Er öffnete seinen Kofferraum und täuschte vor, dort eine Waffe zu holen. Mit der Hand in seinem ausgebeulten Pullover ging er zur Fahrertür, spuckte dagegen und drohte nochmals, seinen Kontrahenten erschießen zu wollen.

Dass die später alarmierten Polizisten den Vorfall mit der vorgetäuschten Waffe ernst nahmen, beweist die Tatsache, dass acht Beamte bei einer Hausdurchsuchung ergebnislos nach einer Waffe suchten.

Durch seinen Verteidiger Martin Menges ließ der Angeklagte zu den Beleidigungs- und Bedrohungsvorwürfen erklären, dass er am 20. Januar 2017 „durch den Wind gewesen“ sei. Seine Tochter sei am Morgen gestürzt, und seine Eltern hätten die Nachricht erhalten, dass der Cousin der Mutter verstorben sei.

Bei dem Vorfall in der Westerwaldstraße sei jedoch nicht er der Aggressor gewesen, sondern der Fahrer, der ihn nach seinem Parkvorgang sofort als „Vollidiot“ tituliert habe.

Im Verlauf der verbalen Auseinandersetzung habe der Mann gedroht, ihn „abzuknallen.“ Er sei nicht an seinem Kofferraum gewesen und habe er habe auch nicht das Mitführen einer Waffe vorgetäuscht.

Zur „Rache“ an dem mutmaßlichen Einbrecher äußerte sich der Angeklagte zunächst nicht, lenkte nach einem Rechtsgespräch zwischen den Prozessbeteiligten jedoch ein und gestand, einen Mann mit einem Stock geschlagen zu haben. Auch hier hatte ein Zeuge eine Waffe gesehen haben wollen. Dies bestritt der 26-Jährige.

Für die relativ milde Strafe waren das Geständnis und die besonderen persönlichen Situationen des Angeklagten ausschlaggebend Von einem vom Staatsanwalt geforderten Fahrverbot sah die Richterin ab.

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