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Stadt will Fakten schaffen: Erschließung von Grünfläche bei Limburg: Bloß keine Autobahnraststätte

Von Die Stadt Limburg will eine rund 110 000 Quadratmeter große Fläche zwischen der B 8 und der A 3 erschließen, um in Höhe des ICE-Gebiets möglichst schnell Firmen ansiedeln zu können. Und um damit an dieser Stelle eine Autobahnraststätte zu verhindern.
Auf der Grünfläche zwischen der Bundesstraße 8 (vorne) und der A 3 könnte eine neue Autobahnraststätte entstehen. Rechts geht es Richtung Limburg, links nach Lindenholzhausen. Foto: Anette in Concas Auf der Grünfläche zwischen der Bundesstraße 8 (vorne) und der A 3 könnte eine neue Autobahnraststätte entstehen. Rechts geht es Richtung Limburg, links nach Lindenholzhausen.
Limburg. 

Wenn ein Elefant einen Raum betritt, passiert Folgendes: Jeder sieht den Elefanten, aber keiner sagt etwas. . . Der Elefant, um den es in der Sitzung der Stadtverordneten am Montagabend im Rathaus ging, steht für die Autobahnraststätte in Fahrtrichtung Köln. Die könnte auf einem 110 000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der B 8 und der A 3 in Höhe des Limburger ICE-Gebiets neu errichtet werden. Der alte Standort an der Abfahrt Limburg Nord ist zu klein und muss modernisiert werden.

Die Stadt Limburg hat allergrößte Befürchtungen, dass der Bund sich für die Fläche in Höhe des ICE-Gebiets als neuen Standort entscheidet. Die Stadtverordneten haben deshalb am Montagabend mit einem Beschluss dafür gesorgt, dass dies nicht mehr so ohne Weiteres möglich sein wird.

Begehrtes Gelände

Das Gelände zwischen B 8 und A 3 in Höhe des ICE-Gebiets ist schon lange im Gespräch als neuer Standort für eine Autobahnraststätte. Ursprünglich sollte dort sogar nur eine Raststätte für beide

clearing

Nach dem einstimmigen Beschluss soll das Gelände mit einem Bebauungsplan versehen werden, um dort Firmen ansiedeln zu können. Für eine Autobahnraststätte wäre dann kein Platz mehr. Denn es gibt die Sorge, dass eine Raststätte an dieser Stelle Limburgs wichtigstes Gewerbegebiet entwertet. Aber davon sprach in der Sitzung der Stadtverordneten am Montag niemand – die Autobahnraststätte war der Elefant im Raum.

Allein der CDU-Stadtverordnete Achim Waldherr machte eine Andeutung. Es sei aus Sicht seiner Fraktion gut und richtig, dieses Gebiet zu erschließen und das „wichtige Filetstück“ zu nutzen, „bevor es ein anderer tut“. Der „andere“ war der Bund, der drei Flächen für eine Autobahnraststätte prüft. Im Gespräch sind der alte, aber viel zu kleine Standort, eine Fläche auf der Gemarkung Brechen und Hünfelden (wo der Widerstand ebenfalls groß ist) – und das „wichtige Filetstück“, das die Stadt nicht aus der Hand geben möchte.

Um dieses Gelände an die B 8 anzuschließen, muss dort allerdings eine Ampel errichtet werden; an der gleichen Kreuzung würde es dann auch zum Obi-Markt gehen, mit dessen Bau vermutlich 2018 begonnen wird.

Eigentlich mag keiner auf dieser Strecke noch eine Ampel – es gibt bereits auf der B 8 zwischen der Kreuzung an der Pallottinerkirche in Limburg bis zur Ortseinfahrt von Lindenholzhausen fünf Stück; die sechste Ampel steht schon, ist aber noch nicht in Betrieb, und die Obi-Ampel wäre Nummer sieben. Aber diese Ampel gilt im Vergleich zur Autobahnraststätte, die mit Licht und Lärm assoziiert wird, als das deutlich kleinere Übel.

Deshalb stimmte der Ortsbeirat auch einstimmig für eine Ampel – obwohl dem Gremium ein Kreisverkehr zum Obi lieber gewesen wäre. Der wäre aber nur möglich gewesen, wenn es allein um die Baumarkt-Anbindung an die Bundesstraße gegangen wäre. Auch die SPD stimmte zu, wenngleich die „Kröte“ Ampel den Sozialdemokraten schwer zu schaffen macht.

Bei Enthaltung der Grünen votierten CDU, SPD, FDP und Linke dafür, dass die Stadt den Gesamtflächennutzungsplan ändert und einen Bebauungsplan für das begehrte Grundstück aufstellt. Nach Informationen dieser Zeitung interessiert sich eine Hotelkette für diesen Standort. Außerdem gibt es Überlegungen, dort ein Eis-Museum zu errichten. Ein kleines Limburger Unternehmen hat seine Pläne dafür bereits im Magistrat vorgestellt.

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