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Stockcar: Es gewinnt das letzte fahrtüchtige Auto oder der beste Biertrinker

Von 3000 Motorsportbegeisterte pilgerten am Wochenende zum Rennen des MSC Crazy Horses. Trotz der riskanten Rennen blieben größere Verletzungen bei den Fahrern aus.
Stockcar ist nichts für Weicheier. Ohne Blechkontakt gibt es keine Wertungspunkte. Bilder > Stockcar ist nichts für Weicheier. Ohne Blechkontakt gibt es keine Wertungspunkte.
Steeden. 

Die Begeisterung für Stockcar-Sport scheint in der Region ungebrochen. 500 Zuschauer mehr als im vergangenen Jahr und damit 3000 Motorsportbegeisterte sahen am Wochenende beim Rennen des Motorsportclubs (MSC) Crazy-Horses auf dem Acker zwischen Steeden und Hofen packende Rennen und tolle Platzierungen der heimischen Fahrer. Das Aus der ProSieben-Promikarambolagerennen mit Stefan Raab hat den jährlichen Stockcar-Rennen des Motorsportclubs (MSC) Crazy-Horses Steeden-Hofen keinen Abbruch getan.

Wie Zweiter Vorsitzender Rudi Baumann am Wochenende stolz verkündete, war auch die Zahl der Anmeldungen um 20 Fahrer höher. In sieben Klassen standen 120 Fahrer am Start. Erstmalig gab es auch ein Rodeorennen für Ü 50-Fahrzeuge und Kastenwagen. Hier ist alles erlaubt, bis auf den Gegner in die Fahrertür rammen. Es gewinnt das letzte fahrtüchtige Auto. Sind nur noch zwei Wagen im Rennen, wird das Rodeo durch ein Duell entschieden, bei dem beide Kontrahenten frontal aufeinanderfahren. Welcher Wagen anschließend noch läuft, ist der Sieger. Diesmal waren aber nach dem ersten Crash beide Wagen anschließend nicht mehr fahrtüchtig, so dass Privatfahrer Jürgen Harbig und Florian Scheu vom MSC Crazy-Horses bei nur einem vorhandenen Pokal den Sieg durch ein Bierflaschen-Wetttrinken ermitteln mussten. Scheu unterlag.

Heimische Sieger

Dafür gab es in zwei anderen Klassen heimische Sieger. Bei den Kastenwagen triumphierte Torsten Zahn vom Amadeus Racing Team Steeden, bei den Ü 50-Wagen sein Vereinskamerad Reiner Scheu. Stolz sein auf seine Leistung konnte in der Klasse bis 1500 Kubikzentimeter Marvin Lanzel vom Amadeus Racing Team, der Zweiter hinter Thomas Klauser vom MSC Allendorf wurde. Die Klasse 2 bis 1900 entschied Andreas Timm vom MSC Rettert für sich, die bis 3000 Marvin Juncker vom MC Schwabendorf vor dem Steedener Altmeister „Reini“ Scheu. Der Ladies Cup, die Wertung der Damen, ging an Susan Rudolph. Bei den Kastenwagen gingen drei weitere Pokale an heimische Fahrer. Von den Crazy-Horses wurden Timo Wilhelmi und Florian Scheu Dritter und Fünfter, Vierter wurde Stefan Rörig vom Amadeus Racing Team. In der Junioren-Klasse bis 1500 wurde hinter Leon Nentwig von der Crash Company Niklas Peters vom Amadeus Racing Team Zweiter. Für die Crazy-Horses sicherten sich Dietrich Pier und Ruben Wagner die Ränge vier und fünf. Beim Rodeo der Klassen 1-3 war Robin Steinborn von der Crash Company erfolgreich, den Pokal für den Fahrer mit den meisten Gesamtpunkten am Wochenende verdiente sich Michael Franz vom Racingteam Cargarage.

100 Helfer wurden gebraucht, damit das Rennen zum neunten Mal auf einem Feld zwischen Steeden und Hofen stattfinden konnte. Das sind nicht nur Aktive der Crazy-Horses, sondern auch Familienmitglieder, Freunde und sonstige Freiwillige. Besonderes Lob gilt auch den heimischen Landwirten, die nicht nur, wie diesmal die Familie Oesterling, ihre Felder zur Verfügung stellen, sondern auch Streckendienst machen und mit den Traktoren liegengebliebene Fahrzeuge von der Strecke holen. Auch die Feuerwehren Hofen, Steeden und Runkel/Schadeck waren beide Tage präsent.

Trotz des trockenen Sommers konnte Samstagabend ein beeindruckendes Brillantfeuerwerk stattfinden, das die Limburger Firma Amadeus sowie Cero Fireworks aus Hofen spendiert hatten. Aufgrund der hohen Sicherheit in den Rennwagen blieben größere Verletzungen zum Glück wieder aus. Allerdings mieden gerade in den Klassen 1-3 viele Fahrer am Ende das Rodeo, wohl um ihre Wagen für den noch ausstehenden Wertungslauf in Allendorf im Rhein-Lahn-Kreis zu schonen. Da die Vereinsfahrer ihre Rennfahrzeuge alle selbst kaufen und herrichten müssen, haben sie natürlich kein Interesse daran, jedes Wochenende ein komplettes Auto zu schrotten. Erstaunlich aber, wie die Fahrer mit Hilfe ihrer Teamkollegen während der Rennen oder zwischen den Läufen stark verbeulte Wagen oft in Windeseile immer wieder fahrtauglich bekommen. Natürlich war bei allen Fahrern der Ehrgeiz groß, möglichst viele Gegner zum Drehen oder Überschlag zu bringen, was eben die meisten Punkte gibt. So mussten Rennleiter Uwe Scheu und Rennsprecher Dirg Parhofer teilweise energisch einschreiten, als das Rennen wegen stehender Wagen auf der Strecke unterbrochen war, die Fahrer aber munter weiter in die Zweikämpfe fuhren. Die Strecke war diesmal sechs Meter länger als sonst, 250 Meter lang. Wenn man aus der Luft hätte draufschauen können, hätte man ihre Herzform wahrgenommen.

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