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Prozess in Limburg: Griff zwischen die Beine: 24-Jähriger wird zu Geldstrafe verurteilt

Wegen zweifacher sexueller Belästigung ist ein 24-jähriger Mann vom Limburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 25 Euro verurteilt worden. Er hatte im Mai dieses Jahres zwei Frauen in einer Limburger Kneipe heftig sexuell bedrängt. Er gab an, sich nicht mehr an die Taten erinnern zu können.
Foto: Peter Steffen (dpa)
Limburg. 

Der Abend des 28. Mai hatte für den Angeklagten mit dem DFB-Pokalendspiel Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt begonnen. Die Partie sah sich der Fußballfan in einem Lokal in Nähe des Bahnhofs an und trank dabei nach eigener Auskunft acht bis neun Gläser Bier. Später wechselte der 24-Jährige die Lokalität und fiel dort einem Zeugen dadurch auf, dass er den Mädchen und Frauen drei- bis fünf Mal auf deren Weg zur Toilette nachstellte. Zu den angeklagten Handgreiflichkeiten soll es kurz nach Mitternacht gekommen sein, als er mindestens zwei Frauen sexuell belästigt haben soll.

Eine 40-Jährige berichtete, der Angeklagte habe ihr mit heftigem Druck der Finger zwischen die Beine gegriffen Bei einer 24-Jährigen landete seine weit ausholende Hand gezielt und mit Vehemenz auf deren Po, so die Schilderung der Geschädigten. Als sie ihn wütend zur Rede gestellt habe, habe der Mann sie angegrinst und ausgelacht.

1,57 Promille im Blut

Zu den Taten befragt, sagte der Mann, er habe zu viel getrunken, er wisse nichts mehr. Wenn er etwas gemacht haben sollte, tue es ihm leid. Noch auf der Polizeiwache hatte er sich bei den zwei von ihm belästigten Frauen entschuldigt. Alkohol würde er im übrigen nicht sehr viel trinken. So viel Alkohol, wie am 28. Mai, habe er noch nie getrunken. Gerichtsmediziner hatten bei dem seit drei Jahren in Deutschland lebenden verheirateten Vater von zwei Kleinkindern einen Mittelwert von 1,57 Promille Alkohol im Blut errechnet. In der Verhandlung sagte der Angeklagte. „In Deutschland sind Mann und Frau gleichberechtigt, warum haben die Frauen sich nicht gewehrt?“ Übereinstimmend erklärten alle Zeugen, dass sie beim Angeklagten keine Anzeichen für einen übermäßigen Alkoholgenuss bemerkt hätten.

Strafrichterin Sabine Niegemann schloss sich mit ihrem Urteil – 60 Tagessätze à 25 Euro – dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. „Das Verhalten des Angeklagten lässt darauf schließen, dass er sich an die Vorgänge an besagtem Abend nicht mehr erinnern wollte“, sagte die Vorsitzende in ihrer Urteilsbegründung. Sie bezeichnete die Zeugen und vor allen Dingen die zwei belästigten Frauen als glaubwürdig. Sie hätten den Sachverhalt ohne Belastungseifer geschildert. Die Richterin sprach von „schweren Übergriffen“ und wertete aber das bisher vorstrafenfreie Leben des Angeklagten und dessen Enthemmung durch den Alkohol als strafmildernd.

Die beiden Geschädigten hatten vor Gericht übereinstimmend gesagt, einzeln hätten sie den Mann nicht angezeigt, doch nach einer Absprache untereinander habe man sich dazu entschieden, mit einer Strafanzeige „ein Zeichen setzen“ zu wollen, zudem im Raum gestanden habe, dass der Angeklagte eine dritte Frau belästigt hat.

Die Verurteilung erfolgte aufgrund eines neuinstallierten Absatzes des Paragrafen 184 des Strafgesetzbuches. Er war nach den Ereignissen am Kölner Domplatz in der Silvesternacht 2015/2016 ins Leben gerufen worden. Damals waren zahlreiche Frauen sexuell belästigt und bestohlen worden, ohne dass die Polizei eingegriffen hatte.

Bestraft wird durch den neuen Absatz, wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt.

Der Strafrahmen liegt zwischen zwei Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe. Neu ist auch Paragraf 184j. Durch ihn können diejenigen bestraft werden, die sich an einer Gruppe beteiligen, die andere Personen zum Begehen von sexuellen Belästigungen drängt.

(bb)

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