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Große Koalition für Alttrasse

Nach der Limburger SPD hat sich auch die Limburger CDU für die Alttrasse mitten durch Blumenrod als Südumgehung ausgesprochen. Damit gibt es in der Stadtverordnetenversammlung eine große Koalition für diese Variante. Unter den Anwohnern formiert sich bereits Widerstand.
Limburg aus der Vogelperspektive: Für die geplante Südumgehung waren bislang mehrere Trassen im Gespräch. Jetzt läuft es auf die Alttrasse hinaus, die bereits im Gespräch war als das Wohngebiet Blumenrod noch viel kleiner war als heute. Würde die Südumgehung an dieser Stelle gebaut, würde sie durch Blumenrod gehen. Limburg aus der Vogelperspektive: Für die geplante Südumgehung waren bislang mehrere Trassen im Gespräch. Jetzt läuft es auf die Alttrasse hinaus, die bereits im Gespräch war als das Wohngebiet Blumenrod noch viel kleiner war als heute. Würde die Südumgehung an dieser Stelle gebaut, würde sie durch Blumenrod gehen.
Limburg. 

Die Mehrheit der CDU-Mitglieder "könnte unter den gegebenen Umständen mit der Trassenvariante 2, der Alttrasse, leben", fasste der Limburger CDU-Vorsitzende Michael Stanke die vorausgegangene Diskussion zusammen. Am Dienstagabend hatten sich die CDU-Mitglieder in Linter getroffen, um zu entscheiden, wie es mit der Südumgehung weitergehen soll. Zwar habe er persönlich stets die "Außenrum-Variante", also die Umfahrung von Blumenrod, befürwortet, sagte Stanke. Allerdings dürfe man sich nach den aktuellen geohydrologischen Untersuchungen der fachlich besten Lösung nicht verschließen, und das sei die Alttrasse, versicherte Stanke.

Protest der Anwohner

Damit steht in der Stadtverordnetenversammlung eine breite Mehrheit für die Alttrasse als Südumgehung; wie berichtet, hat sich auch die SPD für die Alttrasse ausgesprochen. Am Montag, 19.15 Uhr, wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr im Bürgerhaus Eschhofen mit der Südumgehung als einzigem Thema beschäftigen und vermutlich eine Empfehlung für die Stadtverordneten aussprechen. Die Stadtverordneten könnten dann in ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr am Montag, 17. Dezember, einen Grundsatzbeschluss fassen, ob sie eine Südumgehung wollen und wenn ja, ob sie auch für die Alttrasse sind.

Damit wäre aber noch nicht das letzte Wort gesprochen. Sollten sich die Gremien parteiübergreifend für die Alttrassen-Variante entscheiden, werde es einen Bürgerentscheid geben, versicherte CDU-Fraktionschef Michael Köberle in der Versammlung.

Für SPD-Fraktionschef Peter Rompf wäre es für einen Bürgerentscheid "in der jetzigen Phase" noch zu früh. Er habe nichts dagegen, die Bürger zu befragen, aber bislang gehe es noch um Vorplanungen zu einer Südumgehung, "und es gibt noch viele offene Fragen", sagte Rompf gestern der NNP.

Bereits in den 1980er-Jahren sei diese Trassenführung (Alttrasse) in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden, sagte Bürgermeister Martin Richard (CDU) in der Versammlung in Linter. Dass es irgendwann einmal eine Umgehungsstraße geben würde, sei seit vielen Jahrzehnten bekannt gewesen – auch jenen Bürgern, die damals in unmittelbarer Nähe der möglichen Straßenführung gebaut hätten.

Einige der betroffenen Anwohner reklamierten bei der Mitgliederversammlung der CDU, dass ihre "Häuser und Grundstücke bald nichts mehr wert sind", wenn die Umgehung tatsächlich auf der Alttrasse gebaut werde. Auch die für den Straßenbau notwendigen Enteignungen werde man nicht hinnehmen, empörte sich ein Diskussionsteilnehmer. "Es wird Sammelklagen geben, und dann wird die Trasse noch teurer!"

Entscheidung herbeiführen

Grundsätzlich gebe es keinen Ansatz, bei dem niemand beeinträchtigt werde, stellte Bürgermeister Richard fest. Aber "man kann Entscheidungen nicht immer vor sich herschieben". Wenn jetzt nicht gehandelt werde, "bekommen wir überhaupt keine Umgehung". Immer wieder über andere Varianten zu spekulieren, führe zu keinem Ziel und auf keinen Fall zur Aufnahme des Projekts in den Bundesverkehrswegeplan. Dies gelinge überhaupt nur, wenn sich die Stadtverordneten mehrheitlich für die vom Lenkungsausschuss empfohlene Alttrasse aussprechen, machte auch der CDU-Fraktionschef Köberle deutlich und verwies auf eine Aussage von Lars Fischer von Hessen Mobil, der dies ausdrücklich betont habe.

Allerdings räumte der CDU-Fraktionsvorsitzende ein, das Problem der CDU sei, dass seine Partei bei diesem Thema bislang schon verschiedene Standpunkte vertreten habe und erst wegen der aktuellen Verträglichkeits-Studien die Alttrasse als "fachlich sinnvoll" unterstützt. "Wir wollen eine Umgehung, auch wenn die Trassierung noch extrem unscharf ist." abv

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