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Übersetzer schwärmt von der Schönheit der Verse Salomos: Im Lied der Lieder geht’s um die Liebe

„Das Lied der Lieder nach Salomo“ ist das 41. Buch, das Dr. Peter Jentzmik in seinem Verlag Glaukos herausbringt. Versteht sich, dass der Theologe auch wieder als Autor oder Übersetzer tätig war. Diesmal dreht sich alles um die Liebe - und die Erotik.
Links steht in goldenen Buchstaben der Text auf Hebräisch, rechts liest Dr. Peter Jentzmik das Hohelied auf Deutsch. Foto: Anette in Concas Links steht in goldenen Buchstaben der Text auf Hebräisch, rechts liest Dr. Peter Jentzmik das Hohelied auf Deutsch.
Limburg. 

„Wie schön bist Du und welch eine Wonne. Liebe voll Lust“: In goldenen Lettern auf himmelblauem Grund leuchtet die neue Übersetzung des sogenannten Hoheliedes dem Leser entgegen. Dr. Peter Jentzmik, Theologe, Hebräischdozent, Doktor der Philosophie und einst Oberstudienrat an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar, hat für sich mit der Übersetzung dieses Buches einen kleinen Traum wahr gemacht. Und für die Leser ist die Lektüre des 104 Seiten schmalen Büchleins eine echte Überraschung.
 

Dr. Peter Jentzmik gründete Verlag vor 15 Jahren

Der Limburger arbeitete nach seinem Studium der Germanistik, Philosophie und katholischen Theologie an den Universitäten Freiburg, Innsbruck und Marburg, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Ökumenische Bibelwoche

Auch die Ökumenische Bibelwoche 2017/18 behandelt in diesem Jahr das Hohelied Salomos. Es steht der Liebe Gottes zu den Menschen und der Liebe der Menschen untereinander.

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Gegenwartssprache

Denn wer wagt sich schon an Lyrik, die im sechsten Jahrhundert vor Christus geschrieben wurde? Mann und Frau besingen hier abwechselnd ihre Liebe und ihr Verlangen zueinander und preisen die Schönheit der geliebten Person. Es geht dabei vor allem um das wechselvolle Zusammenspiel von Begehren und Erfüllung, nicht um eine fortschreitende Handlung. Der Limburger und seine Studenten des Hebräisch-Lektürekurses an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar hatten sich die ehrgeizige Aufgabe gestellt, den hebräischen Text dieses Liederreigens aus dem „Buch der Bücher“, wie das Hohelied auch genannt wird, in die deutsche Gegenwartssprache zu übersetzen. Sie haben es dem Leser leicht gemacht: Die Dialoge beginnen jeweils mit einem roten, also weiblichen Großbuchstaben, wenn sie davon schwärmt, dass seine Schenkel Säulen aus Marmor sind. Wenn er sein Verlangen und ihre Brüste, die Trauben gleichen, beschreibt, ist der Anfangsbuchstabe blau. Der Chor beginnt in Grau.

Hohelied Salomos

Das gibt jedem Normalsterblichen die Möglichkeit, das Buch, das Dr. Martin Luther 1524, also zehn Jahre vor Erscheinen der ersten lutherischen Vollbibel, als „das Hohelied Salomos“ übersetzt hat, leichter einzuordnen und zu unterscheiden. Wer jetzt glaubt, dass es sich bei dem Hohelied Salomos eindeutig um eine Lobpreisung der Jungfrau Maria handelt oder um die Liebe zwischen Gott und den Menschen, irrt. Im alten Testament ist noch gar nicht die Rede von der Jungfrau oder Muttergottes Maria; möglicherweise ist das Hohelied einfach eine Sammlung oder Zusammenfassung profaner und erotischer Liebeslieder. Die Theologen diskutieren immer wieder darüber und der Autor ist nicht bekannt. Jedenfalls hat der Limburger Theologe mit seinen Studenten den erotischen Schmelz nicht hinter einem Feigenblatt verborgen, sondern in aller Unschuld durchaus übernommen.

Jeder Satz und jedes Wort wurden dabei gewissenhaft gewichtet. „Wir wollten den Rhythmus beibehalten und keine bloße Übersetzung schaffen, sondern zeigen, dass jeder etwas damit anfangen kann“, so beschreibt der 74-Jährige seine Intention. Und er schwärmt von der Schönheit der Verse.

Natürlich ist jede Übersetzung auch eine Interpretation. Aber da hier nicht naiv, sondern nativ übersetzt wurde, bleibt der Ausdruck nahe am Original. Und dieses steht schwarz auf weiß immer auf der linken Seite des Buches. Peter Jentzmik hat mit seinem Glaukos-Verlag im Symbol der Eule bereits zahlreiche eigene Bücher herausgegeben, unter anderem seine beiden Haiku-Bändchen sowie die Limburger Chronik des Tilemann Elhen von Wolfhagen.

Passend zum „Vaterunser“

Das Hohelied passt in Größe und Gestaltung genau zum letzten veröffentlichten Buch: Zum „Vaterunser“, das der Theologe ebenfalls aus der hebräischen Fassung neu übersetzt hat. Diese Fassung wurde inzwischen im gesamten französischen Sprachraum anerkannt. Der Verlagsname „Glaukos“ stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet – in leichter Abwandlung – „eulenäugig“; der Name spielt also allegorisch mit der Eule als Symbol der Weisheit. Das ist typisch für Dr. Peter Jentzmik, der sich auch gerne mit der Mythologie beschäftigt.

Das Büchlein hat die ISBN-Nummer 978-3-930428-41-0. Es kostet im Buchhandel 19,80 EUR. Die Auflage ist auf 499 Exemplare limitiert und nummeriert.

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