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Floristin, ein vielseitiger Beruf: In ihrem Beruf blüht Kirsten Löber auf

Sag es durch die Blume: Auch wenn die klassischen roten Rosen heute immer seltener gefragt sind, erfreut sich der Blumenstrauß als Mitbringsel noch großer Beliebtheit. Wir haben das Gartencenter Löber in Hünfelden-Kirberg besucht, das auch anspruchsvolle Kundenwünsche in die Tat umsetzt. . .
Kirsten Löber arbeitet seit 1992 in dem Betrieb, den sie von ihren Eltern übernommen hat. Foto: Leoni Dowidat Kirsten Löber arbeitet seit 1992 in dem Betrieb, den sie von ihren Eltern übernommen hat.
Kirberg. 

Schon bei der Anlieferung mag einem das Herz aufgehen: Vorsichtig hebt Kirsten Löber die blauen Rosen aus dem Einkaufswagen und legt sie zur Seite. „Natürlich sind sie eingefärbt“, verrät die Geschäftsinhaberin des Gartencenters Löber mit einem Augenzwinkern. Zusammen mit weiteren, (natur)weißen Rosen und Mengen an Schleierkraut wartet heute eine imposante Aufgabe auf die 51-Jährige. „Ich werde daraus ein Wappen für eine Beerdigung stecken“, erzählt sie und erläutert ihr Vorhaben. Auf eine Platte mit Moos-Steckblöcken werde sie mit dem Schleierkraut anfangen, das silbern angesprüht werden soll. „Das Ganze soll einen metallenen Effekt haben“, erklärt sie. Schließlich werde mit den Blumen das Wappen gesteckt. Wie viele Blumen sie dafür benötigt? Sie lacht. „Das kann ich wirklich noch nicht sagen. In der Größenordnung habe ich so etwas noch nicht gemacht.“

In Beruf hineingeboren

Überhaupt bedarf es noch einiger Zeit, bis sie mit den Arbeiten anfangen kann. „Floristik ist jede Menge Vorbereitung: Die Blumen müssen eingekauft werden, angeschnitten werden, der entstehende Abfall muss entsorgt werden. . .“, zählt sie auf. Zu Hochzeiten wie Weihnachten oder Valentinstag kann es dann auch gerne mal zwei oder drei Stunden dauern, bis die komplette Lieferung schnittfertig in der Vase steht. „Der eigentliche Kundenkontakt macht vielleicht 30 bis 40 Prozent der Arbeit aus“, mutmaßt Kirsten Löber.

Sie selbst ist in den Beruf beinahe hineingeboren worden: Seit 50 Jahren gibt es das Gartencenter Löber in Kirberg. „Meine Eltern haben es in meinem Geburtsjahr gegründet“, berichtet Kirsten Löber. Sie selbst hat neben einer Gärtnerlehre auch Gartenbau studiert und arbeitet seit 1992 im Betrieb, den sie nunmehr übernommen hat. „Nach und nach ist der Anteil der Gärtnerei jedoch immer kleiner geworden und unsere Floristik immer größer“, so Kirsten Löber weiter.

Ein anerkannter Ausbildungsberuf

Kirsten Löber (50) ist Diplomingenieurin für Gartenbau und hat zudem eine Gärtnerlehre im elterlichen Betrieb in Kirberg gemacht. Hier arbeitet sie seit 1992 und besitzt zudem die Erlaubnis, Floristen auszubilden.

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Ihre Verbundenheit zur Arbeit mit Pflanzen drückt auch die Tätowierung auf ihrem Oberarm auf: Eine Efeuranke. „Ich wollte etwas, das zu mir passt und diese Verbindung darstellt“, sagt sie und fügt hinzu. „Und der Efeu ist eine sehr widerstandsfähige, durchsetzungsfähige Pflanze.“ Ein Gewächs, das sich auch wechselhaften Bedingungen anpassen kann.

Bunte Sträuße sind „in“

Eigenschaften, die auch im Beruf des Floristen immer wieder gefragt sind. „Eigentlich müssen wir genauso sehr auf Trends achten wie Menschen in der Modebranche auch“, berichtet Kirsten Löber. Es ließen sich immer wieder Parallelen beobachten: „Als im Frühjahr Pastellfarben total in waren, haben auch unsere Kunden immer wieder danach gefragt.“ Und wie ist die Lage jetzt? „Derzeit wollen viele Kunden bunte Sträuße, die an Wiesenblumen erinnern. Allerdings lässt sich das heute auch immer schwieriger feststellen, durch das Internet sind die Vorstellungen einzelner viel differenzierter geworden.“

Ihr Geheimtipp, um immer auf dem Laufenden zu bleiben: die Niederlande. „Ich fahre zweimal im Jahr zu Märkten dort“, verrät sie. Die Nachbarn seien hiesigen Trends immer eine Schrittlänge voraus und wüssten meist schon einige Zeit vorher, was die Zukunft in der Floristik bringt.

Apropos: Nicht ganz so rosig sieht Kirsten Löber die Zukunft des eigenen Berufs. „Viele junge Leute wollen sich einfach nicht mehr bei der Arbeit schmutzig machen und bevorzugen komfortable Bürojobs“, bedauert sie. Wenn diese Entwicklung sich weiterhin fortsetzt, werden allerdings die Kunden die Leidtragenden sein. „Dann wird es richtig teuer werden.“

Denn den Wert der Blumensträuße schätzen viele Außenstehende vollkommen falsch ein. „Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass es sich nicht nur um das Material handelt. Schließlich ist Floristik sowohl ein handwerklicher als auch ein künstlerischer Beruf.“

Sonst wären solche Kunstwerke wie das Wappen aus Rosen gar nicht möglich. . .

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