Keine Annäherung vor dem B-8-Gipfel

Vertreter der betroffenen Kommunen und Behörden treffen sich morgen zum zweiten "B-8-Gipfel". Eine Lösung für die Elzer Umgehung ist jedoch nicht in Sicht.
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Limburg. 

. Der als Mediator vorgeschlagene Regierungspräsident Dr. Lars Witteck wird morgen in Hadamar nicht dabei sein, aber auch er hätte den Streit zwischen Limburg und Elz auf "neutralem Boden" nicht schlichten können. Im Hinblick auf eine Ortsumgehung für Elz gibt es keine Annäherung zwischen den Nachbarn, weil Limburgs Bügermeister Martin Richard (CDU) hart bleibt.

"Elz kann das Problem selbst lösen und muss es nicht auf Offheim oder Staffel abschieben", sagte der Rathauschef in einem Gespräch mit der NNP. Deswegen lehne er jede damit verbundene Verschlechterung auf Limburger Gemarkung kategorisch ab.

Richard: "Elz will eine Umgehung – und es gibt eine Strecke auf Elzer Gebiet, die für den Elzer Ortskern von allen Trassen die stärkste Entlastung bringt. Nur Elz lehnte diese West-Variante ab. Das passt nicht zusammen."

Nach seinen Angaben bringen alle östlichen Streckenführungen viel zusätzlichen Verkehr in den heimischen Raum (rund 5000 Fahrzeuge am Tag). Diese würden Elz zwar etwas entlasten, aber Offheim, Malmeneich und Hundsangen in erheblichem Maße belasten. Entlastet werde dadurch vor allem der Autobahnabschnitt zwischen Limburg-Nord und Diez bzw. Montabaur.

Richard befürwortet nach wie vor die West-Variante, die komplett auf Elzer Gemarkung liegt: direkt hinter der Autobahnbrücke am Elzer Ortseingang ginge es links parallel zur A 3 und westlich um das Dorf weiter bis zum Gewerbegebiet. Sie bringe Elz laut Gutachten die stärkste Entlastung und sei zudem am umweltverträglichsten.

"Reiner Aktionismus"

Das Limburger Stadtoberhaupt hält gar nichts vom Vorschlag des Limburger FWG-Fraktionsvorsitzenden Werner Laux, mit dem sich der Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) als Kompromiss anfreunde könnte: Eine Umgehung am Offheimer Friedhof und den Feldern vorbei bis zur alten Limburger Straße und von dort auf die B 49. Diese Variante sei schon vor Jahren vom Bundesverkehrsministerium zu Recht abgelehnt worden, weil sie "völlig wirklichkeitsfremd" sei. Die Autofahrer würden nie so fahren und vorher auf die Kapellenstraße abbiegen. "Wenn mein Kollege Kaiser die Laux-Variante prüfen lassen will, dann soll er es tun – aber bitte auf Elzer Kosten", sagt Martin Richard. Limburg nehme für die Untersuchungen zur Südumgehung schließlich auch viel Geld in die Hand. Nach Meinung des Limburger Bürgermeisters kann sich der Nachbar die Kosten freilich sparen. "Das ist reiner Aktionismus, der keinerlei Aussicht auf Erfolg hat".

Richard findet auch deutliche Worte für den Vorwurf Kaisers, Limburg entwickle Gewerbegebiete, wie z.B. "Nördlich der Kapellenstraße", die dann Verkehr erzeugten. "Das ist die dümmste Vorhaltung", ärgert sich Limburgs Bürgermeister. Limburg übernehme mit der Schaffung von Arbeitsplätzen eine regionale Aufgabe. "Sollen wir in unserer Region auf Arbeitsplätze wie bei Ovalo verzichten, damit der Verkehr nicht steigt? Oder sollen wir nur Unternehmen ansiedeln, die keine Menschen aus Elz beschäftigen?", fragt er provokant.

Richard lässt die Einwände gegen die West-Varianten nicht gelten. "Wir müssen bei der Südumgehung unseren Bürgern auch eine Trasse am Wohngebiet zumuten. Das muss in Elz ebenfalls zumutbar sein." hei

(Joachim Heidersdorf)
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