Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Keine Südumgehung

Die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans steht an. Und wenn es mit der Limburger Südumgehung weiter gehen soll, muss eine Variante ausgewählt werden, mit der das Projekt weiter verfolgt werden soll. Für die Grünen ist das ein Weg in die Sackgasse.
Limburg. 

Über Monate wenn nicht sogar Jahre galt für die Südumgehung ein Verlauf um Blumenrod herum als die Variante mit den größten Chancen auf eine Verwirklichung. Seit vergangenen Herbst soll es jedoch wieder eine Umgehung auf der so genannten Alttrasse werden, also quer durch Blumenrod hindurch. Die Stadt muss sich sputen, um bis zur Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans sich auf diese Variante mehrheitlich einzuschwören. Ohne klares politisches Signal rückt das Projekt in weite Ferne, das derzeit noch nicht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen ist, sich lediglich in der Stufe davor befindet, allerdings mit einem Planungsvermerk.

Egal welche Variante an Umgehung gebaut werden soll, für die Grünen sind alle falsch. Die Fraktion gehört zusammen mit der BZL in der Stadtverordnetenversammlung zu den strickten Nein-Sagern zu einer Südumgehung. Am 12. September, wenn sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr voraussichtlich zum letzten Mal mit den noch offenen Fragen zu den verschiedenen Gutachten beschäftigt, wird sie das sicherlich erneut verdeutlichen.

Wachsender Widerstand

Doch das Nein zur Südumgehung sei kein Nein zu Verbesserungen im Bereich Verkehr in Limburg, macht die Vorsitzende des Grünen-Ortsverbands, Barbara Sylla-Belok deutlich. Für die Grünen macht eine wie auch immer geartete Südumgehung aus Aspekten der Verkehrsentlastung keinen Sinn, aber auch wegen dem wachsenden Widerstand der betroffenen Bürgern haben die Grünen erhebliche Zweifel an dem Projekt.

Ihre Vertreter haben an den Aktionen der beiden Anti-Umgehungs-Vereine teilgenommen. "Wir unterstützen den Protest", lässt Barbara Sylla-Belok keinen Zweifel an der Position. Allerdings haben die Grünen, so der Hinweis der Fraktionsvorsitzenden Sabine Wirth, "schon immer alle Varianten einer Südumgehung abgelehnt". Dies werde auch so bleiben, zumal die "destruktiven Auswirkungen auf Mensch und Umwelt nicht von der Hand zu weisen sind".

Die Verkehrsbelastung in der Stadt, davon sind die Grünen überzeugt, lässt sich auch ohne den Bau von neuen Straßen lösen, es gilt dabei die bestehende Belastung durch intelligente Ansätze zu reduzieren. Wenn nun zum Beispiel aktuell das Stadtbuskonzept verbessert werde, so werde eine seit Jahren von den Grünen erhobene Forderung endlich umgesetzt. Auch ein geschlossenes Radwegenetz ist ein Grüner Lösungsansatz, verdeutlicht Sabine Wirth. Die Fraktion habe dazu in der Vergangenheit viele Anträge gestellt, die von der politischen Mehrheit jedoch nicht umgesetzt wurden. "Und wenn es mit der Reaktivierung der Aartalbahn vorangeht, dann ist das schon lange in unserem Interesse", so die Fraktionssprecherin.

Visionen entwickeln

"Schade, dass erst vor kurzem die Forderung der Fraktion abgelehnt wurde, periphere Parkplätze mit einer Anbindung an der Innenstadt durch Pendelbusse zu schaffen", unterstreicht Fraktionsmitglied Josef Erbach.

Ob es die Südumgehung geben wird oder nicht, das hängt nach Einschätzung von Barbara Sylla-Belok davon ab, wie groß in der Stadt das Potenzial ist, "über die Verteidigung von Einzelinteressen hinaus Visionen zu entwickeln." Es seien Bürger notwendig, die mit Nachdruck einforderten, dass alternative Verkehrskonzepte angedacht, gewollt und erprobt werden. jl

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse