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Limburger Straße: Lärmaktionsplan: Nachts mit Tempo 30 durch Freiendiez

Von Limburg hat es schon, die Nachbarstadt Diez zieht jetzt nach: In wenigen Wochen gilt auf zwei langen Abschnitten der Limburger Straße Tempo 30 – allerdings nur nachts.
Vom Ortsschild Freiendiez an bis zum Kreisel am Backsteinbrand reicht einer von zwei Abschnitten der Limburger Straße, auf denen in einigen Wochen nachts Tempo 30 gilt. Vom Ortsschild Freiendiez an bis zum Kreisel am Backsteinbrand reicht einer von zwei Abschnitten der Limburger Straße, auf denen in einigen Wochen nachts Tempo 30 gilt.
Diez. 

Wer mit dem Auto zwischen 22 und 6 Uhr von Limburg nach Diez unterwegs ist, muss künftig auf der Hut sein: Denn nicht nur in der Domstadt gilt auf der B 54 (Diezer Straße) Tempo 30 – auch in der Stadt Diez setzt sich schon bald die nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkung fort. In wenigen Wochen, so der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Diez, Michael Schnatz (SPD), gestern in einem Pressegespräch, werden auf zwei längeren Abschnitten der Limburger Straße im Ortsteil Freiendiez Tempo-30-Schilder aufgestellt.

Angeordnet werden die Langsam-Zonen zwischen der Avia-Tankstelle an der Stadtgrenze zu Limburg und dem Ende der Wohnbebauung an der B 54 sowie vom Verkehrskreisel am Backsteinbrand (Rewe) bis zum Ortsschild Freiendiez. „Das ist eine sinnvolle Fortsetzung dessen, was in Limburg begonnen wurde“, sagte Schnatz.

Geblitzt wird nur mobil

Anders als in Limburg sollen auf Diezer Seite aber keine festen Radaranlagen installiert werden. Das, so Schnatz, heiße allerdings nicht, dass der Verkehr nicht überwacht wird. Im Gegenteil: Mit Hilfe ihrer mobilen Blitzer will die Verbandsgemeinde gegen Temposünder vorgehen. „Auf feste Radaranlagen kann sich jeder Autofahrer einstellen, indem er abbremst und wieder beschleunigt. Unsere mobilen Anlagen werden für einen viel kontinuierlicheren Fahrablauf sorgen“, ist sich der Bürgermeister sicher.

Zum Langsamfahren animieren sollen außerdem Tempo-Messtafeln; zwei in jeder Richtung sollen installiert werden. Kostenpunkt: 2000 bis 3000 Euro pro Tafel. Diese zeigen dem Autofahrer nicht nur an, wie schnell er aktuell fährt, sondern signalisieren ihm das Einhalten oder Überschreiten der Geschwindigkeit mit einem lachenden oder weinenden Smiley. Außerdem erfasst jede Tafel Daten über die vorbeifahrenden Fahrzeuge, allerdings ohne sie zu fotografieren, wie Schnatz betonte.

Die nächtliche Tempo-30-Regelung auf der Ortsdurchfahrt Freiendiez ist Teil eines Lärmaktionsplans, an dem Stadt und Verbandsgemeinde seit rund fünf Jahren feilen. Ursprünglich war vorgesehen, zwei weitere Straßenabschnitte entlang der B 417 bis zur Koblenzer Straße in den Lärmaktionsplan einzubeziehen. Dies habe die Obere Straßenverkehrsbehörde in Koblenz jedoch nicht genehmigt, erklärte der Leiter des Ordnungsamtes Ulrich Sitzmann. Der Grund dafür liegt in der bereits bestehenden Schallisolierung der Wohnhäuser, die zu Beginn des letzten Jahrzehnts im Zuge der Verwirklichung der sogenannten „Innerstädtischen Verkehrslösung“ vorgenommen worden sei. Die Folge: Bei nur einem einzigen Haus sei ein Überschreiten der Belastungsgrenze von 62 Dezibel festgestellt worden – zu wenig für eine Geschwindigkeitsdrosselung. Währenddessen wurden entlang der Freiendiezer Ortsdurchfahrt insgesamt 41 Häuser festgestellt, die einer zu hohen Lärmbelastung ausgesetzt sind.

Einen kleinen Trost gibt es für die Bewohner an der „Innerstädtischen“ dennoch: Die Lärmbelastung dort dürfte mit dem bevorstehenden Bau des Tunnels erheblich verringert werden.

Die künftige Tempo-30-Regelung geht auf eine EU-Richtlinie aus den 90er Jahren zurück, die 2005 in das Bundesimmissionsschutzgesetz übernommen wurde. Dieses verpflichtet alle Kommunen, Lärmkarten zu erstellen – eine Aufgabe, die in Rheinland-Pfalz weitgehend das Land erledigt hat. Auf Grundlage dieser Lärmkarten haben Städte und Gemeinde, darunter auch Diez, einen Lärmaktionsplan erstellt, um Straßen zu identifizieren, in denen Handlungsbedarf besteht. Die Tempo-Reduzierung wird laut Schnatz eine Reduzierung des Schalls um 2,4 bis 2,5 Dezibel erbringen. Zum Verständnis: Das menschliche Ohr empfindet eine Veränderung von minus zehn Dezibel als eine Halbierung der Lautstärke. Ermittelt wird die Lärmbelastung im Übrigen nicht mit Messgeräten, sondern rein rechnerisch anhand von Modellen, so Schnatz.

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