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Luft treibt Auto an

Von Ein neues Auto ist geboren. Ein Auto mit einem Druckluft-Antriebs-System, dessen Entwicklung streng geheim war, das aber in seiner Ausführung Interesse auf dem gesamten Erdball geweckt hat. Die neue Entwicklung könnte die Automobilbranche auf spektakuläre Weise revolutionieren. Hinter dieser Entwicklung steht eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Birlenbach-Fachingen.
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Birlenbach-Fachingen. 

Der HoRoFa Grüne Energie AG aus Fachingen ist mit ihren Ingenieuren ein revolutionärer Wurf gelungen. Holger Rossmann als Vorstandsvorsitzender hat im letzten Jahr mit weiteren zehn Aktionären die Aktiengesellschaft gegründet, um die weltweite Vermarktung dieses neuen Druckluftmotors zu übernehmen. Ein kleiner Autobauer beginnt mit einer Kleinserie von 20 Luftdruckautos. Das entsprechende Patent für 142 Länder ist angemeldet, Markenschutz wurde bereits erteilt.

Die Ingenieure nennen das Auto, zunächst für vier Personen konzipiert, liebevoll "Luft-Gokart". Dabei hat es die Silhouette eines rassigen Sportflitzers und ist sowohl für den Stadtverkehr als auch für Langstrecken geeignet.

Lange Entwicklungszeit

Eine Gruppe von Fachleuten, darunter Ingenieure und Techniker aus der Autobranche, hat einen für revolutionär gehaltenen Druckluftantrieb entwickelt, der nach fünfjähriger Entwicklungszeit jetzt in einer ersten Kleinserie in ein völlig neues Fahrzeugkonzept umgesetzt wird.

Der Antrieb besteht aus einem Stromrecycler, der das Kernstück des neuen Antriebs ist. Er wandelt die normale atmosphärische Luft durch Rotation in Druckluft um, und das während der Fahrt. Die so erzeugte Druckluft (Pressluft) ist diejenige Energie, die über eine Umlenkung einzeln oder paarweise die Räder beliebiger Fahrzeuge mit einem Druckluftmotor antreibt.

Anschub aus Tank

Für die Anschubenergie, um das Fahrzeug auf Touren zu bringen, ist lediglich ein voller Drucklufttank notwendig. Zum Vergleich: Ein Motorsegler braucht nur den Anschub durch Motorkraft, um nach dem Aufstieg die Energie der Luft zu nutzen, und zwar ohne weitere Energiezufuhr. Die Energie der Luft reicht aus, um nach dem "Anschub" stundenlang "oben" zu bleiben. Dieses Grundsystem wird auch beim Luft-Gokart angewendet.

Bereits bei einer Fahrgeschwindigkeit von rund 20 Kilometer pro Stunde setzt das automatische "Nachtanken" aus der normalen Luft in Druckluft ein. Um auf Geschwindigkeit zu kommen, benötigt man den ersten vollen (mit zehn Bar gefüllten) Drucklufttank. Ohne diesen Anschub wäre es ein "Perpetuum Mobile", was es ja bekanntlich nicht gibt, erläutert Peter Hötger (72), der Entwickler dieses Autos. Hötger kann auf einen lebenslangen Erfahrungsschatz verweisen.

Die Luftwiderstands-Energie versetzt den Stromrecycler in gewollte Rotation. Über zwei Riemenscheiben wird der "Doppel-Luftkompressor" in Gang gesetzt, und über einen "Doppelgenerator" wird Strom erzeugt.

Die Druckluft ist ausschließlich für den Antrieb der Räder vorgesehen und der Strom ausschließlich für die Bordelektrik (12 Volt). Da sowohl der Luftkompressor als auch der Generator jeweils doppelt vorhanden sind, gleicht der eine die Energiebilanz (Anschub) aus, der andere nutzt den Überschuss an Energie zur Arbeitsleistung. Das Ganze sind einfache physikalische Gegebenheiten. "Erstes Physiksemester", sagt Hötger.

Also: Um aus der kinetischen Energie Luftwiderstandsenergie zu erzeugen, wird der Druckbehälter für den Druckluft-Antrieb während der Fahrt ständig aufgefüllt, die Doppelgeneratoren erzeugen für die Bordelektrik ständig neuen Strom während der Fahrt. Die Batterien werden wie bei der Lichtmaschine ständig geladen.

Wirkungsgrad

Für Peter Hötger und Holger Rossmann ist klar: Das Elektroauto wird sich auf Dauer nicht durchsetzen. Es hat nach derzeitigem Entwicklungsstand zu viele Nachteile. So müssen die Batterien über mehrere Stunden aufgeladen werden, die Batterien benötigen viel Platz und sind schwer, eine Steckdose mit Stellplatz ist erforderlich, und die Reichweite eines solchen Autos ist begrenzt. Außerdem sei die Ökobilanz bedenklich.

Anders beim Auto mit einem reinen Druckluftantrieb. Der Motorwirkungsgrad wird mit 98 Prozent angegeben, es gibt keinen Leerlauf (kein Verbrauch bei Ampelstopp) und keine Verbrennung, also keine Emissionen im Fahrbetrieb. Der Wagen ist geräuscharm und betankt sich selbst mit Druckluft und Strom beim Fahren. Der Preis liegt nach Angaben der Entwickler deutlich unter 20 000 Euro.

Details aus diesem Projekt waren bislang noch nicht in die Öffentlichkeit gelangt. Trotzdem ist die Vermarktungsmaschinerie in mehreren Teilen der Welt bereits angelaufen. Peter Hötger spricht von "Interesse auf allen Kanälen".

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