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Mengerskirchen vergab "Oscars"

Ausschließlich Gewinner gab es bei der Preisverleihung des Wettbewerbes "Ort der Ideen" im fast vollbesetzten Mengerskirchener Schloss.
Am Ende des Programms wurden von Jury, Marktflecken und Bildungsforum die Vertreter der drei Siegerprojekte geehrt.	Fotos: Klöppel Bilder > Am Ende des Programms wurden von Jury, Marktflecken und Bildungsforum die Vertreter der drei Siegerprojekte geehrt. Fotos: Klöppel
Mengerskirchen. 

Stolze 35 Ideen waren beim Wettbewerb "Ort der Ideen" eingereicht worden – für alle hatte das Bildungsforum Paten gefunden, so dass keine Vorschläge von Schulen, Kindergärten, Vereinen, Kirchengemeinden, Firmen, Parteien oder Einzelpersonen für immer ungenutzt in der Ablage verschwinden. Eine Idee, die andere Kommunen der Region unbedingt kopieren sollten, um auch wieder mehr Gemeinschaft und Leben in ihre Dörfer zu kriegen.

Das fast 80-jährige Jury-Mitglied Herbert Leuninger resümierte begeistert, dass er in seinem Leben noch nie erlebt habe, was Mengerskirchen hier mit Engagement und Innovationskraft auf die Beine gestellt habe. Und Bürgermeister Thomas Scholz (CDU) meinte zu dem Wettbewerb, der unter der Schirmherrschaft von Ehrenbürgermeister Robert Becker stand, sogar euphorisch: "Das ist die Oscar-Verleihung Mengerskirchens".

Suchdienst für Senioren

Auf Platz eins der drei mit Geldpreisen dotierten Siegerprojekte und somit stolzer Gewinner von 5000 Euro ist die Waldernbacher Jugendgruppe, die in ihrem Dorf möglichst zwischen Westerwaldschule und Grillplatz einen Wave- und Spielpark errichten will. Dr. Ernst Leuninger, ebenfalls wie sein Bruder Jury-Mitglied, meinte, dann müssten die Jugendlichen nicht mehr mitten im Ort fahren und könnten unnötigen Ärger mit Anwohnern vermeiden. Der Park bringe, wie Leuninger lobte, zudem Generationen zusammen, denn die Älteren könnten von Sitzgelegenheiten aus den Jugendlichen bei ihrem Sport zuschauen. Dieser sei außerdem wichtig, um Körperbeherrschung zu schulen.

Schon einen Schritt bei der Umsetzung seines Projektes ist der Gewinner des mit 1 500 Euro dotierten zweiten Preises, die katholische Kindertagesstätte "Unter dem Regenbogen" Winkels. In Zusammenarbeit mit dem Turmmuseum Mengerskirchen nehmen 24 Kinder des letzten Kindergartenjahres an diesem Projekt teil. Jede Gruppe besucht etwa zwei Mal im Monat das Museum und arbeitet anschließend das Erlebte im Speicher des Turmmuseums auf. Ziel der Museumsbesuche ist es, den Kindern die Gemeinde, sprich Dorfgeschichte, mittels authentischer Zeugnisse zu vermitteln und damit gleichzeitig ein Bewusstsein für ihre Heimat zu schaffen. Zudem fahren die Kinder zuvor mit dem Schulbus und essen in der Franz-Leuninger-Schule, so dass sie spielerisch die Schulabläufe kennenlernen.

Gewinner des dritten Preises und somit von 1000 Euro ist der Mengerskirchener Rentner Baldur Georgi. Der will für Senioren des Marktfleckens einen kostenlosen Internet-Suchdienst anbieten. Ältere Menschen, die selbst nicht mit dem Computer umgehen können, aber zum Beispiel nach dem günstigsten Anbieter von Strom und Gas, Elektrogeräten oder einer Kfz-Versicherung suchen, können Georgi unter Telefon:  (0 64 76) 91 18 70 mit der Internetrecherche beauftragen. Aber auch alle sonstigen eingereichten Ideen hatten Hand und Fuß. Alle Teilnehmer würden, so Juror Joachim Heidersdorf, Redaktionsleiter dieser Zeitung, dazu beitragen, Mengerskirchen lebens- und liebenswerter zu machen. Die Ideen seien alle große Klasse. Folglich habe es viel Freude gemacht, in der Jury zu sitzen.

Die Kinderkrippe "Zwergenland" Dillhausen konnte es sicher verschmerzen, dass sie nicht unter den ersten Drei war, denn Klaus Rohletter von der Limburger Baufirma Albert Weil hatte ihren Wunsch, einen Mini-Bus für die Krippenkinder, spontan mitgebracht. Und Therese von Zweydorf, Waldernbacher Neubürgerin, war ebenso glücklich, dass ihr der pensionierte Lehrer Norbert Gotthardt als Mundart-Experte vermittelt wurde. "Sprechen lernen werde ich das Waldernbacher Platt sicher nie. Aber ich will es verstehen lernen", sagte sie. Bei genügend Interesse könnte bald schon ein Volkshochschulkurs "Mengerskircherisch" für Neubürger stattfinden.

(Robin Klöppel)
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