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Geocoaching: Mischung aus Schnitzeljagd und Schatzsuche

Von Elisabeth und Burkhardt Lierath frönen dem Geocaching. Sie suchen nicht nur, sie pflegen auch zehn eigene „Geocaching-Punkte“ rund um Dorndorf. Es ist ein billiges Hobby, für das sie lediglich ein GPS-Empfangsgerät brauchen. Oder ein Smartphone und App geht’s.
Elisabeth Lierath pflegt einen der über 10 eigenen Punkte rund um Dorndorf. Bilder > Foto: Klaus-Dieter Häring Elisabeth Lierath pflegt einen der über 10 eigenen Punkte rund um Dorndorf.
Dorndorf. 

Wenn Elisabeth und Burkhardt Lierath aus Dorndorf sich etwas fürs Wochenende vornehmen, dann packen sie Kartoffelsalat und Würstchen ein und ab geht’s querfeldein auf die Jagd.

Seit über zehn Jahren streifen sie so immer wieder durch die Wälder. Natürlich könnten sie auch einfach spazieren gehen. Doch mit dieser Mischung aus Schnitzeljagd und Schatzsuche macht es noch viel mehr Spaß.

„Geo“ steht für Erde, „Cache“ für Versteck oder Speicher. Mutmaßlich gibt es solche Geocaching-Punkte in aller Welt. Im world wide web besorgen sich die Lieraths die Koordinaten. Völlig unabhängig von Wegen und Schildern hilft ein GPS-Gerät auf die Spur. GPS steht für „Global Position System“. Es ist also eigentlich nichts anderes als ein Navigationsgerät. Hat der Spaziergänger die Koordinaten erreicht, sind gute Augen und der richtige Riecher gefragt. Irgendwo im Umkreis von zehn Metern, versteckt unter einer Baumwurzel, an einem Ast oder in einer Hausecke, steckt das begehrte Objekt: Meist ein kleiner, wasserdichter Behälter mit einem Logbuch. Darin kann sich der Finder dann eintragen. Manchmal gibt es Tauschobjekte: Der Finder darf etwas mitnehmen und legt dafür etwas anderes ein.

30 Punkte rund ums Dorf

Im Logbuch und im Computer kann der Besitzer („Owner“) des Geocache informiert werden, ob dieser gefunden wurde. Oder ob er vielleicht zerstört wurde, wie Elisabeth Lierath erzählt. Sie und ihr Mann Burkhardt pflegen in Dorndorf inzwischen zehn eigene Geocaches. Insgesamt gibt es rund um Dorndorf rund 30 solcher Geocache-Punkte. „Vor über zehn Jahren haben wir erstmals einen eigenen Punkt gemeinsam mit einem anderen jungen Mann gegründet“, berichtet Burkhardt Lierath. „Daraus wurden dann immer mehr, auch weil hier ein Rundwanderweg war.“

30 „Geopunkte“ rund um ein Dorf? Für Burkhardt Lierath ist die Zahl wenig aufregend. „Auf einer Rheininsel sind über 360 Punkte versteckt“, weiß Burkhardt Lierath, der auf den einschlägigen Info-Seiten für Geocacher unter dem Phantasienamen „BUEL“ läuft.

Die ersten Geocacher machten ein großes Geheimnis um ihr Hobby. Keiner durfte mitbekommen, dass sie etwas suchten. Unerwünschte Zeugen gelten als „Muggel“. Und Zeitungen sollten möglichst gar nichts darüber schreiben. Heute ist Geocaching fast schon Volkssport.

Natürlich hat das Suchspiel im Laufe der Jahre einige Varianten hervorgebracht. „Traditionals“ sind einfach: Die Koordinaten führen zum Ziel, da liegen die beschriebenen wasserdichten Behälter.

Rätsel und Stempel

Dann gibt es „Mysteries“, wofür erst Rätsel zu lösen sind. In „Letterboxes“ liegen Stempel, mit denen sich der Geocacher sein persönliches Logbuch stempeln kann. Es gibt Nacht-Caches, die nur nachts gefunden werden wollen oder Webcam-Caches. Andere Caches sollen mitgenommen werden und auf Weltreise gehen. Oder es werden, wie im Rheingau, Rundwanderungen unternommen, an denen die unterschiedlichsten Punkte angelaufen werden müssen, die zu einer geschlossenen Geschichte gehören.

Das Geocaching-Fieber hat dazu noch die ganze Familie angesteckt, so auch Tochter Jennifer, die inzwischen in Berlin lebt, und Sohn Marco in Westerburg, erfahrener Geocacher. Marco hat inzwischen 5000 Punkte in aller Welt gefunden. „Der war schon in Schächten, wo kein Dicker reinkommt“, erzählt Elisabeth Lierath schmunzelnd. Sie und ihr Mann mögen es da ein bisschen ruhiger.

Während sie früher ein GPS-Empfangsgerät dabeihatten, empfangen sie die Koordinaten heute über entsprechende Apps auf ihrem Handy. Das liefert immer die neuesten Caches und immer dabei: Kartoffelsalat und Würstchen.

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