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Stiftskirche erhält neuen Altar: Moderne Kunst für alte Kirche

Der Bildhauer Georg Hüter aus Hösbach ist ausgewählt worden, um für die Stiftskirche einen neuen Altar zu bauen. Das Objekt aus Bronze, Basalt und Glas soll im Erntedankgottesdienst eingeweiht werden.
So sehen Altar, Stehpult und Leuchter in Georg Hüters Modell des Kirchenraums aus. So sehen Altar, Stehpult und Leuchter in Georg Hüters Modell des Kirchenraums aus.
Gemünden. 

Einen ungewöhnlichen Weg für einen neuen Altar in der St.-Severus-Kirche hat die Evangelische Kirchengemeinde Gemünden beschritten. Sie hatte einen Künstler-Wettbewerb ausgelobt, um in dem Gemündener Wahrzeichen einen passenden Altar zu installieren. Bisher war als Altar nur eine hohle Holzkonstruktion aus den 1970er Jahren vorhanden, die durch die Bemalung den Anschein erweckte, aus Stein zu sein. Die Kirche selbst kann durch ständige bauliche Veränderungen in seiner mehr als 1100 Jahre alten Geschichte keiner festen Bauepoche zugeordnet werden.

Durch die Innenrenovierung der Stiftskirche geriet die unpassende Ausstattung wieder in den Fokus. Der vorhandene Altar wird nach Ansicht der Kirchenbaudirektion der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) nicht der künstlerischen und historischen Bedeutung der Kirche gerecht. In Zusammenarbeit mit dem Referat für Kunst und Kirche lobte sie einen Künstlerwettbewerb aus. Drei ausgewählte Künstler stellten ihre Vorschläge vor. Eine Jury aus Kirchenvorstand sowie Bau- und Kirchenkunstexperten der EKHN entschied sich mehrheitlich für den Entwurf des Bildhauers Georg Hüter aus Hösbach über einen Altar, ein Lesepult und einen Leuchter für die Osterkerze. Die Gegenstände sind aus Bronze. Das zentrale Stück ist der langgestreckte rechteckige Altartisch, farblich abgestimmt auf die Umgebung. Etwas aus der Mitte versetzt, stützt ein schwarzer Steinsockel aus regionalem Basalt die Platte. Eingelassen ist ein gläserner Schrein für die Taufschale.

Die Kosten belaufen sich auf rund 67 000 Euro. Sie werden zur Hälfte von der Landeskirche übernommen. Weitere rund 12 000 Euro stammen aus Eigenmitteln. Ein Zuschuss über 1500 Euro kommt vom Zentrum Verkündigung der EKHN. Weitere Zuschüsse und Spenden wurden beantragt oder zugesagt.

Pfarrer Dr. Axel Wengenroth unterstützt das Vorhaben: „Kunst ist zwar in einem rein pragmatischen Sinne immer überflüssig, ebenso wie die Erhaltung von historischen Kirchengebäuden überhaupt. Aber wenn die Stifter unserer Kirche so gedacht hätten, würde es die Stiftskirche nicht geben.“ Die Kirchengemeinde plant, den neuen Altar im Gottesdienst am Erntedankfest einzuweihen.

(nnp)
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