Neues Heim für Pflanzen

Der Weilburger Schlossgarten, ein botanisches Paradies, ist um ein bedeutendes Element reicher. In Nachbarschaft am Ende der Turmgasse entstand ein technisch modernes Gewächshaus, in dem Blumen und Zierpflanzen für den Garten herangezüchtet und junge Gärtner ausgebildet werden.
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Weilburg. 

Nach halbjähriger Bauzeit wurde das Gewächshaus eingeweiht. Damit ging für Schlossgärtnerin Katharina Brunsig und deren Mitarbeiter ein Traum in Erfüllung. Denn jetzt können sie wesentlich besser den pflanzlichen Nachwuchs heranziehen, was sie bisher unter schwierigeren Bedingungen tun mussten. Gerade einmal 80 Quadratmeter standen bisher dem Gärtnerteam zur Verfügung. Direktor Karl Weber von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen dankte den Mitstreitern, die zum guten Gelingen beigetragen haben.

Schon lange habe die Schlossverwaltung nach einem Platz für ein geräumigeres Gewächshaus gesucht, was sich bei den engen Verhältnissen auf dem Schloss-Felsen hoch über der Lahn als schwierig erwies, so Weber. Aber es sei gelungen. Seit mindestens 1000 Jahren gebe es in Weilburg eine Burg, und damit auch einen Garten, der die Burgbewohner versorgte. Seit mindestens 300 Jahren existiere hier die Krone der Gartenkunst, ein kleines Paradies auf einem Felsen. Damit die Blütenpracht entstehen könne, müssten die Mitarbeiter weit vorausplanen, denn es würden so gut wie keine Pflanzen hinzugekauft. Auch würden junge Menschen darin ausgebildet, aus unscheinbaren Samenkörnern wunderbare Pflanzen zu ziehen.

Dazu sind die Voraussetzungen nun ideal: Das 600 000 Euro teure Gewächshaus hat eine Grundfläche von 266 Quadratmetern, verfügt über zwei Klima-Abteile und ist gegenüber seinem Vorgänger durch die Isolierverglasung energiesparend. Integriert ist auch ein alter Brunnen, der wieder hochgemauert wurde. Das anfallende Regenwasser wird in einer Zisterne aufgefangen und zur Bewässerung genutzt. Alle Funktionen werden über einen Klimacomputer gesteuert. Seit Ende März wachsen hier die ersten Pflanzen. Bürgermeister Hans-Peter Schick gratulierte der Schlossgärtnerei zum neuen Haus. Neben der Fertigstellung des neuen Ausbildungs-Gewächshauses liefen auch die Arbeiten am Schlosscafé. Damit werde die Weilburger Schlossanlage bewahrt und als "Zierde für Stadt und Land" gepflegt.

Dietmar Leck, Berufsschullehrer an der Adolf- Reichwein-Schule in Limburg und Vertreter des Hessischen Gärtnereiverbandes, warb für den Beruf des Gärtners. Es gebe große Chancen im Gartenbau, der rund 630 000 Arbeitsplätze biete. Die Botschaft des Verbandes laute: "Wir suchen händeringend gute Leute." mhz

(Manfred Horz)
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