E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

Windpark Altendiez: Nur noch sechs Windräder

Von Weniger Anlagen, aber noch einmal 25 Meter höher: Beim Landkreis in Bad Ems hat die Bearbeitung des Antrags der Aachener Firma Trianel Windpark Altendiez zum Bau von sechs Windrädern im Staatsforst am Steinkopf begonnen. Verbandsgemeinde Diez, Bauaufsicht, Verbandsgemeindewerke und die Ortsgemeinden Altendiez, Heistenbach und Hambach wurden zur Stellungnahme aufgefordert.
Blick auf die Windräder zwischen Görgeshausen und Elz: Die in Altendiez geplanten Anlagen sollen bis zu 40 Meter höher sein. Blick auf die Windräder zwischen Görgeshausen und Elz: Die in Altendiez geplanten Anlagen sollen bis zu 40 Meter höher sein.
Altendiez. 

Die Kreisverwaltung Rhein-Lahn hat wegen des beabsichtigten Vollzugs des Bundesimmissionsschutzgesetzes für den geplanten Windpark Altendiez ein komplett neues Verfahren eingeleitet. Dabei weist die Genehmigungsbehörde auf Planungen auf dem Höchst und bei Eppenrod hin.

Die im März eingereichten Unterlagen enthalten Änderungen hinsichtlich der Anzahl der Anlagen, teilweise der Standorte, der Höhe, des Anlagentyps und der Leistung. Statt acht Windräder (auf zwei weitere im Gemeindeforst wurde schon vorab verzichtet) sollen sechs Anlagen errichtet werden; entfallen sind die beiden Windräder oberhalb von Hambach. Bei den Anlagen handelt es sich um Turbinen der Firma Siemens SWT-DD 142 mit einer Leistung von 3,9 Megawatt.

Die Anlagen in der Gemarkung Altendiez sollen 40 Meter höher werden als ihre Pendants in Elz. Für fünf Windräder wird im Bauantrag eine Gesamthöhe von 237 Meter angegeben (im Antrag 2016 waren es 212 Meter), die Nabenhöhe liegt bei 165 Meter, der Rotordurchmesser beträgt 142 Meter. Ein kleineres Windrad in der Nähe der Bundesstraße soll 200 Meter hoch werden. Der kleinste Abstand zu Hirschberg beträgt 1100, zu Altendiez 1400 Meter.

Hambach bleibt kritisch

In einer ersten Reaktion – Verbandsgemeinde und Ortsgemeinde Hambach haben für ihre Stellungnahmen Fristverlängerung beantragt – weist Hambachs Ortsbürgermeister Peter Sehr auf fehlende Antragsunterlagen zu Windhöffigkeit und Wirtschaftlichkeit hin. Auch bleibt er bei schon früher geäußerten Bedenken im Hinblick auf Wasserschutzgebiete, geologische Beschaffenheit, Landschafts- und Denkmalschutz, Avifauna sowie Brandschutz.

„Es sind in den Unterlagen bereits zahlreiche inhaltliche Mängel oder Falschdarstellungen festgestellt worden“, kritisiert Sehr die Simulation der Windenergieanlagen in der Landschaft. Dazu will der Ortsbürgermeister eine realistische Darstellung der tatsächlichen Sichtwirkung vorlegen. Zudem sind für den Hambacher die visuellen Auswirkungen auf die beiden Diezer Schlösser erheblich. „Es bedarf nur der Inaugenscheinnahme der Landschaft von der Hohen Straße in Diez aus“, weist er auf seiner Meinung nach erhebliche Einwirkungen durch die Windräder in Elz hin.

Auch das geologische Gutachten gebe Anlass zur umfänglichen Berichtigung der getroffenen Feststellungen. Eine fachliche Überprüfung werde ebenfalls übermittelt, heißt es im Schreiben an die Kreisverwaltung.

Sehr: Zu wenig Wind

Zum Avifauna-Gutachten merkt die Gemeinde Hambach an, dass die Flugbewegungen der Rotmilane, aber auch der Wespenbussarde und Schwarzmilane, deutlich intensiver über dem vorgesehenen Planungsgebiet stattfänden. Nach derzeit fast täglichen Beobachtungen sei beabsichtigt, auch hier eine fachlich qualifizierte Stellungnahme vorzulegen.

Nach dem Erstantrag, der wegen Mängeln (Landkreis) überarbeitet werden musste, fasst der Ortsbürgermeister seine Einschätzung zusammen: Gebot der Erforderlichkeit nicht beachtet; die geringe Windhöffigkeit lässt ein wirtschaftliches Betreiben von Windenergieanlagen (WEA) nicht zu, für einzelne Gemeinden, insbesondere Hambach, entsteht durch die Erstellung von WEA eine Gefängnishofsituation; die dörfliche Entwicklung Hambachs (Erschließung neuer Baugebiete) ist nicht mehr finanzierbar und verhindert; rechtliche Gebote und Richtlinien werden insbesondere beim Arten- und Landschaftsschutz nicht, nicht ausreichend oder nicht im gebotenen Sinne beachtet; FFH- und Naherholungsgebiete werden durch umfangreiche Rodungs- und Baumaßnahmen zerstört; geologische und für den Trinkwasserschutz essentielle Rahmenbedingungen werden außer Acht gelassen.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen