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Unmut in Limburg: Offener Brief gegen Rathaus auf grüner Wiese

In ihrem Unmut über die geplante Verlagerung der städtischen Verwaltung auf die Dietkircher Höhe haben der CDU-Ortsverband Eschhofen und die Linken-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Unterstützung bekommen: 57 Bürger wenden sich in einem offenen Brief gegen den geplanten Umzug.
Die Stadt und das Bistum wollen die drei Mundipharma-Gebäude kaufen, um hier ihreVerwaltungen anzusiedeln. Die Stadt und das Bistum wollen die drei Mundipharma-Gebäude kaufen, um hier ihreVerwaltungen anzusiedeln.
Limburg. 

Sie nennen sich „Bürger gegen Rathaus auf der ,Grünen Wiese‘“ und werden angeführt vom früheren CDU-Staatssekretär Karl-Winfried Seif. Aber auch ein früherer Grünen-Stadtverordneter und der frühere Fraktionschef der Freien Wähler sind dabei.

Das Ziel der insgesamt 57 Unterzeichner ist es, den von der Verwaltungsspitze im Rathaus favorisierten Umzug der städtischen Verwaltung auf die Dietkircher Höhe zu verhindern. Das Rathaus inklusive Verwaltung soll in der Innenstadt bleiben.

Weil das Rathaus in der Fußgängerzone saniert werden muss – sowohl der neue Anbau an der Pusteblume als auch der historische Bau – und die Büros von Mundipharma auf der Dietkircher Höhe leer stehen, entstand die Idee, die Gebäude zu kaufen und dauerhaft für die Verwaltung zu nutzen. Am Kauf beteiligen will sich das Bistum Limburg, das bei seinem Verwaltungssitz in der Altstadt ebenfalls vor der Frage „Sanieren oder kaufen?“ steht und sich für Kaufen entschieden hat.

„Augenwischerei“

Im Rathaus in der Innenstadt sollen das Einwohnermeldeamt und ein Bürgerbüro bleiben; auch die Sitzungen der Stadtverordneten sollen weiterhin hier stattfinden. Nach Angaben der Verwaltung sollen die Bürger 90 Prozent ihrer Anliegen in der Innenstadt klären können.

Für die Gegner des Umzugs ist das „Augenwischerei“, weil schon heute die allgemeine Verwaltung und die technische Verwaltung an fünf Tagen für Bürger-Sprechstunden geöffnet seien.

In einer Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag, 16. August, werden die Stadtverordneten über den vom Magistrat ausgehandelten Kaufvertrag beraten. Der Kauf würde die Stadt 7,2 Millionen Euro kosten. Tagungsort ist der kleine Saal in der Stadthalle. Die Sondersitzung beginnt um 19.15 Uhr. Es ist vorgesehen, den Bürgern ein Rede- und Fragerecht einzuräumen. Am Montag, 27. August, soll die Stadtverordnetenversammlung über den Kauf entscheiden. Sie tagt von 19.15 Uhr an im Rathaus.

Vom Rederecht Gebrauch machen dürften auch einige Unterzeichner des offenen Briefes. Der Brief ist auch von den früheren Stadtverordneten Werner Laux (FWG) und Leo Vanecek (Grüne) unterzeichnet worden.

Der Unmut unter der Bevölkerung über den geplanten Umzug der Verwaltung, sei groß, heißt es in ihrem Schreiben an Stadtverordnetenvorsteher Michael Köberle (CDU), ein Gegner des Projekts, und Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD), ein Befürworter. Die Unterzeichner sprechen von einer „fatalen Signalwirkung“, wenn die Stadtverwaltung „nicht mehr zu Investitionen in die Limburger Innenstadt bereit ist“. Sie kritisieren den Zeitdruck, der nicht nachvollziehbar sei, weil im alten Verwaltungsgebäude in den vergangenen Jahren Millionen investiert worden seien. „Es besteht genügend Zeit, eine sinnvolle Lösung im Konsens und unter Beteiligung der Bürger . . . zu finden.“

Angst vor Folgekosten

Die Unterzeichner des offenen Briefs befürchten durch den höheren Verwaltungsaufwand Folgekosten, „die durch den Bürger zu tragen sind“. Allein die geplante Pendelbuslinie schlage mit einer sechsstelligen Summe zu Buche. Die Sorge: höhere Gebühren und städtische Steuern.

Gerade in Bezug auf die Energieversorgung der Gebäude sei die Stadt auf eine lange und verlässliche Zusammenarbeit mit der Firma „Fidelio Healthcare“ angewiesen, die die Produktionsstätten von Mundipharma übernehmen. Auch dies bereitet den 57 Unterzeichnern Sorgen: „Wer garantiert, dass Fidelio Healthcare nicht beim nächsten Management-Wechsel schon in wenigen Jahren die Bühne verlässt? Was macht die Stadt dann mit einer Pharmafabrik, die mit ihrem Verwaltungsgebäude untrennbar verbunden wäre?“ dick

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