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Leben ohne Angst und Zweifel: Pastor Bernd C. Trümper gibt Tipps für ein gutes Leben

„Brillant leben“ heißt das neue Buch von Bernd C. Trümper. Der Pastor der evangelischen Freikirche „Christus Centrum Limburg“ erklärt darin praxisnah, wie man sein Leben zum Positiven verändern kann. Mit Trümper sprach NNP-Redakteurin Sarah Bernhard.
Bernd C. Trümper von der Christusgemeinde Limburg hat ein neues Buch geschrieben. Bernd C. Trümper von der Christusgemeinde Limburg hat ein neues Buch geschrieben.
Limburg. 

In dem neuen Buch von Bernd C. Trümper geht es um Ehe, Kindererziehung, Gesundheit – und natürlich um die Beziehung zu Gott. Das Buch, das er vor 14 Jahren begann, sei ein „Best-of“ seiner Erfahrungen als Pastor, Unternehmens- und Beziehungsberater, sagt Trümper. NNP-Redakteurin Sarah Bernhard diskutierte mit ihm über Werte, Vergebung und die Überzeugungskraft spontaner Heilungen.

 

Herr Trümper, ich glaube nicht an Gott, trinke Alkohol und wenn ich Kinder hätte, würde ich so schnell wie möglich wieder arbeiten wollen. Laut Ihrem Buch führe ich ein total verkorkstes Leben.

BERND C. TRÜMPER: Ich sehe das gar nicht so. Was ist denn verkorkst? Für Sie ist das gerade vielleicht genau das Richtige. Was mich viel mehr beschäftigt, sind die langfristigen Lebenskonzepte. Egoismus, Gutmenschentum, Religion, von denen gibt’s viele. Aber meine Erfahrung zeigt: In Krisen scheitern sie alle.

Auch Religion? Immerhin sind Sie Pastor.

TRÜMPER: Ich glaube nicht an Religion. Aber ich glaube, dass Christus jedem helfen kann, wenn man eine persönliche Beziehung zu ihm hat. Der Heidelberger Professor Ronald Grossarth-Maticek hat in einer Studie herausgefunden, dass eine lebendige Gottesbeziehung der entscheidendste Faktor für ein langes Leben in Gesundheit ist. Sport, gesunde Ernährung, wenig Alkohol, das ist auch gut, aber wenn die Gottesbeziehung fehlt, hilft das alles nur wenig.

Vieles von dem, was Sie sagen, wende ich schon an. Ich habe zum Beispiel einen festen Wertekanon. Aber einen Gott brauche ich dazu nicht.

TRÜMPER: Werte sind gut, die Gesellschaft stützt sich auf sie. Aber es gibt eine Steigerung: den Wertgeber zu kennen. Ohne eine Beziehung zu ihm ist es für viele einfach, dann eben doch den persönlichen Vorteil zu nehmen: Sie geben in der Steuererklärung etwas nicht an, sie beschäftigen Schwarzarbeiter, es gibt halt mal einen Dieselskandal. Wenn ich den Wertgeber kenne, werde ich anders damit umgehen, vor allem, weil ich nach dem Tod Rechenschaft ablegen muss.

Und wenn ich dann nicht bereut habe, komme ich in die Hölle?

TRÜMPER: Genau. Aber das Schöne ist ja: Gott vergibt auch. Wenn ich ihm meine Sünden bekenne und um Vergebung bitte, muss ich sie nicht tragen. Das ist wie ein Reset-Knopf.

Ist das nicht ein bisschen billig?

TRÜMPER: Das ist nicht billig, das ist preiswert. Für uns zumindest. Für Gott war es teuer, denn er hat seinen Sohn geopfert. Mich kostet es im Zweifel nur mein Leben, aber wir in Europa werden wohl eher nicht für unseren Glauben sterben müssen.

Woher weiß ich, dass stimmt, was Sie sagen?

TRÜMPER: Das ist eine berechtigte Frage. Ich wünsche mir auch, dass ich Gott mal sehe. Aber ich habe Erlebnisse gehabt, die waren schon sehr nahe dran, so dass es mir schwerfällt, zu glauben, dass es ihn nicht gibt.

Zum Beispiel?

TRÜMPER: Meine Mutter hatte zum Beispiel eine Unfallverletzung und monatelang Schmerzen. Und dann wurde sie in einem Gottesdienst in einer Sekunde geheilt. Oder vor ein paar Jahren hatten wir eine Frau in einer unserer Veranstaltungen, die ohne Gehör geboren war. Und während des Gebets fing sie an zu weinen, weil sie plötzlich wieder hören konnte. Mittlerweile habe ich weit über 1000 Heilungen erlebt oder war durch Gebet daran beteiligt. Das ist kein positives Denken oder ein Zaubertrick, das ist real.

Aber Entschuldigung, spontane Heilungen sind doch unlogisch.

TRÜMPER: Ich verstehe auch nicht alles, aber wenn ich gemäß dem, was Gott uns durch die Bibel sagt handle, sehe ich oft bemerkenswerte Ergebnisse. Das ist wie mit meinem iPad. Das verstehe ich auch nicht, aber wenn ich einen Knopf drücke, funktioniert es. Wir Christen sollten viel mehr Anwender dessen sein, was Gott uns in der Bibel mitteilt.

Warum schreiben Sie überhaupt Bücher?

TRÜMPER: Ich empfinde das als Teil meiner Berufung. Den Auftrag zu „Brillant leben“ hat Gott mir gegeben. Mein größtes Lebensziel ist es, Deutschland mit dem Evangelium zu beeinflussen.

Man könnte Sie jetzt für etwas größenwahnsinnig halten.

TRÜMPER: Wissen Sie, im Leben geht es doch immer um die gleichen Fragen. Aber manche Menschen entscheiden sich anders als die anderen – und dann geht es ihnen besser. Sie haben Erfolge, wo andere scheitern. Ihre Ehe hält, wo andere sich scheiden lassen. Die Herausforderung, die ich geben will, ist: Schau doch mal in dein Leben und guck, was du zum Positiven ändern willst. Mein Buch ist wie ein riesiges Buffet mit Ideen, die ich alle schon überprüft habe, und die auch funktionieren. Das Prinzip von Saat und Ernte zum Beispiel funktioniert immer. Nicht immer in dem Zeitraum, den ich gerne hätte, aber es funktioniert.

Aber es gibt diese Menschen, die ihr ganzes Leben lang säen und von allen nur ausgenutzt werden. Wo ist da die Ernte?

TRÜMPER: Ich denke, da geht es ums Motiv. Ich kann das selbe tun wie Sie, aber mit einem anderen Motiv. Wenn ich beispielsweise meine Eltern nur pflege, weil ich aufs Erbe scharf bin, oder nur Bestätigung finde, wenn ich anderen helfe, ist das nicht so uneigennützig, wie es aussieht. Etwas anderes ist es, wenn ich sage, ich mache das, weil ich dich ehren will. Ich kann nicht sagen, dass die Leute in meiner Umgebung, die auf diese Weise säen, je eine schlechte Ernte eingefahren hätten.

Das Prinzip von Saat und Ernte bedeutet laut Ihrem Buch aber zum Beispiel für Opfer von sexuellem Missbrauch, dass sie ihrem Peiniger vergeben müssen. Glauben Sie wirklich, dass das so einfach ist?

TRÜMPER: Wenn man betrogen oder missbraucht wird, reißt das tiefe Wunden. Das ist wie Krebs in der Seele, es frisst, bis nichts mehr da ist. Bitterkeit ist ein Frühtodauslöser. Ich vergebe also für mich, nicht für den anderen. Wenn ich nicht vergebe, ist es, als ob ich selbst ein Glas Gift trinke und hoffe, dass ich damit den anderen töte. Das funktioniert nie.

Aber wie kann ich vergeben, wenn’s dem anderen nicht einmal leid tut?

TRÜMPER: Es ist ein Missverständnis, dass der andere einfach was kriegt, das er nicht verdient hat. Was ich meine ist: Wenn ich auf Rache sinne, erlaube ich der anderen Person, dass sie auf Jahrzehnte mein Glück mitbestimmt. Aber jeder ist selbst für seine Gefühle verantwortlich. Ich habe mich entschieden, angst- und sorgenfrei zu leben. Und das geht nur, weil ich mich entschieden habe, immer und schnell zu vergeben.

Infos zum Buch

Das Buch „Brillant leben“ kostet 22 Euro und kann über die Homepage www.my-qt.de bestellt werden.

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