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SPD will Südumgehung auf Alttrasse

Mehrheitlich haben sich die Mitglieder von SPD-Basis und -Fraktion am Freitagabend dafür ausgesprochen, bei der geplanten Südumgehung an der Alttrassen-Variante festzuhalten. Allerdings soll dieser von der Partei bereits in ihrem kommunalen Wahlprogramm formulierte Beschluss "leicht modifiziert werden".
Limburg. 

Die vorhandene Beschlusslage zur Südumgehung soll grundsätzlich bestehen bleiben, sagte der Vorsitzende der SPD Limburg, Peter Rompf, bei einer Informationsveranstaltung im Konferenzraum der Stadthalle. Allerdings verlangt die SPD in ihrer aktualisierten Entscheidung für die Alttrasse (mitten durch Blumenrod) jetzt nicht mehr, dass die ins kommunale Wahlprogramm geschriebenen Bedingungen bereits im derzeitigen Planungsstadium realisiert werden. Diese vier Bedingungen – ein Tunnel zwischen Holzheimer und Wiesbadener Straße, keine Anbindung von Holzheimer und Wiesbadener Straße, eine Anbindung der Frankfurter Straße an die Innenstadt sowie eine Anbindung der rheinland-pfälzischen Seite über das Industriegebiet Diez – sind laut Rompf "kurzfristig nicht mehr zwingend". Für diese "leichte Aufweichung" des alten Beschlusses habe man sich entschieden, um langfristigen Planungsspielraum zu gewinnen, sagte Rompf und betonte, die SPD "wird sich konsequent in den weiteren Planungsschritten für die Realisierung der Punkte eins bis vier einsetzen".

Jetzt bereits mit der "Feinplanung" zu beginnen, sei wenig sinnvoll, da sich das Bauvorhaben Südumgehung erst im "Vorstadium einer Vorplanung" befinde. Ziel müsse es sein, mit dem Projekt in die "Bevorrechtigung im Bundeswegeplan" zu gelangen, meinte auch Rompfs Parteifreund Dr. Marius Hahn, "und der Bund wartet nicht ewig".

Großen und vor allem schnellen Handlungsbedarf postulierte in der Veranstaltung indes Dr. Sabine de Fries von der "Bürgerinitiative Weststadt". Der Verkehr in der Diezer sowie in den angrenzenden Straßen sei enorm. Es gehe hier nicht mehr um ein eingeschränktes Wohlbefinden, sondern "die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung ist überschritten", rief sie. Der Ausstoß von Stickstoffdioxid sei ebenso unzumutbar wie die Lärmbelastung. Sie forderte ein Lkw-Durchfahrverbot, ein verbessertes Radwegenetz sowie ein attraktiveres Angebot des ÖPNV. Außerdem solle die Diezer Straße zur Tempo-30-Zone umgewandelt werden.

Auch Ralf Jung-König, Vorsitzender des Vereins "Keine Südumgehung", äußerte sich kritisch. Sein Verein werde grundsätzlich keine Trasse befürworten, zumal die "einzig sinnvolle" Möglichkeit einer Verkehrsentlastung, durch eine Westtrasse, nie geprüft worden sei. "Uns geht es auch darum, Wiedersprüche aufzuklären", stellte Jung-König fest. Wie könne beispielsweise das selbe Planungsbüro einerseits dem Lenkungsausschuss der Stadt attestieren, die Diezer Straße müsse entlastet werden, wenn es gleichzeitig eine Erweiterung der WERKStadt für realisierbar halte, wodurch das bisherige Verkehrsaufkommen in diesem Straßenbereich deutlich erhöht werde, fragte er.

Ebenfalls ablehnend gegenüber den bestehenden Trassenvarianten äußerten sich Stephan Vogt und Volkmar Wruck vom Verein "Bürger gegen die Südtangente, Alttrasse". Mit einer neuen Trasse würden das Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Risiken für Mensch und Umwelt lediglich verlagert. Dennoch ist Volkmar Wruck überzeugt, "es gibt Alternativen", etwa mit dem Einsatz lärmarmer Reifen und Fahrbahnbelagen, mit dem Einsatz von Elektrobussen oder intelligenter Verkehrslenkung. abv

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