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Schaden für die Natur

Am kommenden Montag entscheiden die Limburger Stadtverordneten über die von ihnen gewünschte Trasse für eine Südumgehung. Es steht eine breite Mehrheit für die Alttrasse mitten durch Blumenrod. Dagegen regt sich zunehmend Widerstand. In das Lager der Gegner hat sich auch der BUND eingereiht.
Limburg-Weilburg. 

Echte Lösungen sehen anders aus, lautet die Meinung des BUND-Kreisverbands Limburg-Weilburg (Bund für Umwelt und Naturschutz) zu dem sich abzeichnenden Beschluss der Limburger Stadtverordnetenversammlung für eine Südumgehung auf der sogenannten Alttrasse in der Sitzung am kommenden Montag im Limburger Rathaus. Der BUND lehnt diese Variante ebenso entschieden ab wie die Südtangente oder noch weiter vom Stadtgebiet entfernt liegende Umgehungsvarianten.

"Alle Varianten schädigen Natur und Umwelt und führen zu einer irreversiblen Zerstörung von ökologisch wertvollen Naherholungsgebieten und wichtigen Frischluftschneisen ohne dass die bisher belasteten Stadtgebiete, etwa die Diezer Straße, wesentlich entlastet würden", sagt der BUND-Kreisvorsitzende Gerd Zimmermann. Limburg habe nur sehr wenige Naherholungsgebiete und wäre mit der Zerstörung durch eine Umgehungsstraße um wichtige Gebiete ärmer.

Auch sei der Verbrauch an gutem Ackerland für teure, überflüssige und unzeitgemäße Straßenbauten nicht hinnehmbar und ein Verlust für jetzige und kommende Generationen. Die zu erwartenden Verkehrsentlastungen durch eine Umgehungsstraße würden bei Weitem nicht so groß sein wie erhofft und rechtfertigten deshalb weder den ökonomischen Aufwand noch den ökologischen Eingriff, so der BUND.

Zusätzlicher Verkehr

Es sei eine bekannte Tatsache, dass jede Verkehrsverringerung auf belebten Straßen sofort neuen Verkehr anziehe, wenn es nicht eine grundsätzliche Neuorientierung in der Verkehrspolitik gebe.

Sehr ernst nimmt der Umweltverband die massiven Probleme und Beeinträchtigungen der Anlieger in der Diezer Straße. Ihr habe die Stadt Limburg statt der versprochenen Verringerung des Straßenverkehrs immer mehr zugemutet, unter anderem durch die Entwicklung der WERKStadt zu einem großen Einkaufszentrum und durch die Genehmigung für die Erweiterung der Firma Schuy, was eine enorme Menge an zusätzlichem Verkehr verursacht habe. "Es ist klar, dass dieser Ziel- und Quellverkehr nicht durch Umgehungsstraßen reduziert werden kann. Was wir brauchen, ist ein Umdenken in der Verkehrspolitik", sagt Zimmermann. Seit Jahren warte man auf ein vernünftiges, zukunftsfähiges Verkehrskonzept für Limburg, das möglichst viel Auto- und Lastwagenverkehr draußen lasse und nicht zusätzlich in die Innenstadt ziehe.

Lösungsansätze sieht der BUND in einem verbesserten ÖPNV-Angebot, in der Schaffung von Parkmöglichkeiten am Rand der Innenstadt, der Einrichtung kostenloser Pendelbusse in die Innenstadt und zu Großbetrieben, zum Krankenhaus und zu den Schulen. Erforderlich sei außerdem ein konsequentes Durchfahrtsverbot, zumindest aber Nachtfahrverbot, für Lastwagen auf der Diezer Straße. Darüber hinaus fordert der BUND bereits seit langem eine Reaktivierung der Aartalbahn und eine Unterstützung seitens der Stadt für Firmen, die ihre Fracht auf die Schiene verlagern wollen. nnp

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