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Sommerkonzert: Sie bringen die Zuhörer zum Träumen

„Mehr als Brass und Tasten – zum Wohlfühlen für kleine und große Ohren“, so lautete das Motto des Sommerkonzerts der Taunusschule im Bad Camberger Kurhaus. Schülerinnen und Schüler aller Schulzweige und Jahrgänge musizierten in verschiedenen Ensembles.
Mit Begeisterung dabei: das Streichervororchester der Taunusschule Bad Camberg im Kurhaus. Mit Begeisterung dabei: das Streichervororchester der Taunusschule Bad Camberg im Kurhaus.
Bad Camberg. 

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt“ zitierte Kerstin Mosch aus dem Film Forrest Gump. Eigentlich kündigte sie damit ein Stück des Streichorchesters der Taunusschule an, das Musik aus diesem Film spielte. Aber ein bisschen trifft es auch die Situation der Taunusschule: In der fünften und sechsten Klasse müssen die Kinder entweder ein Instrument erlernen oder im Chor mitsingen. Welche Kinder mit welcher Musikalität und Motivation dann Jahr für Jahr auf neue kommen, können die Musikpädagogen nie wissen.

Über den Wolken

Und genau das ist das Schöne an den jährlichen Konzerten der Taunusschule: Es ist immer wieder anders. Und obwohl es immer wieder schön ist zu erleben, wie begeistert die Kinder letztendlich bei der Sache sind, schien es in diesem Jahr, als wäre eine besonders tolle Nachwuchstruppe zusammengekommen.

Der Chor der 5. und 6. Klassen hatte sich zu Beginn mit Reinhard Meys „Über den Wolken“ direkt in die Herzen der vielen Zuhörer gesungen. Begleitet von ihrer Dirigentin Michaela Schmidt-Illion am Klavier, „flogen“ sie danach weiter nach New York, Rio Rosenheim (Sportfreunde Stiller), um dann auf die Bahn umzusteigen. „Zu abgefahren Preisen auf abgefahren Gleisen“ – und mit ganz viel Spaß am Singen – nahmen sie das Publikum mit auf die Reise. „Behalten Sie uns lieb“, heißt es am Ende des Deutsche-Bahn-Songs der Wise Guys. Der Aufforderung kamen die Zuhörer ganz gewiss nach – zumindest die Sängerinnen und Sänger betreffend. Mit einem innigen „Seite an Seite“ (Christiane Stürmer) verabschiedete sich der Chor.

„Wer mal ein Streichinstrument erlernt hat, weiß, wie schwer es ist, den Saiten saubere Töne zu entlocken“, sagte Kerstin Mosch, die durch das Programm führte. Die Kinder des Streichervororchesters meisterten diese Hürde mit Bravour. Ausgesprochen souverän brachten sie die Volksweisen „Komm, stell dich mit mir in den Wind“ und „Dornröschen“ zu Gehör. Danach beeindruckten sie gemeinsam mit den fortgeschrittenen Schülern des „Between-Orchesters“ (Leitung: Olga Piskorz) mit einem wunderbar gefühlvoll gestalteten Czardas.

Danach wurde es richtig voll auf der Bühne: Das große Streichorchester unter Leitung von Ute Landwich gesellte sich zu den Vororchestern. Gemeinsam brachten sie mit „Beauty and the Beast“ die Zuhörer zum Träumen. Danach zeigten die Großen ihr Können: Traumhaft und nahezu sinnlich gelang das „Andante Festivo“ von Sibelius, danach folgte das eingangs erwähnte „Feather Theme“ aus dem Film Forrest Gump. Mit dem beschwingten Evergreen „All of me“ von J. Legend und viel Applaus beendeten die Streicher ihr Programm.

Ein paar Sänger mehr könnte sicher der Mittel- und Oberstufenchor vertragen. Wobei die sechs jungen Damen unter der Leitung von Johannes Albrecht nichtsdestotrotz mit Talent und tollen Songs wie „Jar of hearts“, „The Rose“ und „I will survive“ überzeugten. Richtig groovig wurde es mit dem toll gesungenen Song „Royals“ in einem nicht ganz einfachen Arrangement von Gerlitz.

Es ist schon ein Unterschied, ob man für sich zu Hause Trompete, Saxophon oder ein anderes Blasinstrument übt oder Mitglied eines prächtigen Orchestersounds sein darf. Ein Genuss, in den beim Blasorchester der Taunusschule auch die Anfänger kommen. Gemeinsam spielten sie mit den „Könnern“ ein schmissiges „Armed forces march“. Zurücklehnen und genießen hieß es dann bei Ted Huggens „Pavane in blue“, das das Blasorchester unter der Leitung von Daniela Dasbach zum Besten gab. Miriam Janßen (Trompete) und Sophie Roth (Klarinette) prägten das Stück solistisch und gaben ihm genau die richtige Bluesnote. Richtig schwungvoll wurde es dann mit „Fascinating Drums“, ebenfalls von Ted Huggens. Daniel Meyer (Percussion) und Lukas Stillger (Drumset) setzten fetzige Akzente und brachten sicher viele Füße zum Mitwippen.

Den stimmungsvollen Abschluss des Konzertes übernahm der Lehrerinnenchor unter der Leitung von Michaela Schmidt-Illion. Mit tollen Stimmen interpretierten sie „Crying in the Rain“ und ein wunderschön gefühlvolles „Eternal Flame“.

„Richtig gut erholt“

Ob viele Nachwuchs-Musiker letztendlich dabei bleiben und nach dem zweijährigen Pflicht-Einstieg die großen Orchester verstärken, ist nach soviel Hörgenuss erst einmal zweitrangig. Aber allemal wünschenswert – sowohl für den Fortbestand der Schulorchester und des Chores als auch für die Kinder selbst. Musik kann so schön verbindend sein und: „Ich bin direkt vom Büro zum Konzert gekommen und war ziemlich erschöpft. Aber nach all der schönen Musik bin ich jetzt wieder richtig gut erholt“, freute sich Schulleiter Frank Wellstein. Außer begeistertem Applaus seitens des Publikums gab es für die Schüler übrigens eine weitere Belohnung: Die erste Stunde am nächsten Tag wurde ihnen „geschenkt“.

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