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Renovierung: So steht es um die Pallotinerkirche in Limburg

Im Juli ist es so weit, dann steht die Limburger Pallotinerkirche wieder Gläubigen und der Öffentlichkeit offen. Seit dem Frühjahr wurden die Wände des Kirchenraums neu verputzt sowie ein neues Beleuchtungskonzept verwirklicht. Vorhaben, die aufgrund der einzigartigen Konzeption des 1927 fertiggestellten Kirchengebäudes gar nicht so einfach umzusetzen waren.
Wie eine mittelalterliche Trutzburg wirkt die Limburger Pallottinerkirche St. Marien. Bilder > Foto: Johannes Koenig Wie eine mittelalterliche Trutzburg wirkt die Limburger Pallottinerkirche St. Marien.
Limburg. 

Von außen erinnert sie mit ihrer mächtigen Fassade an eine Trutzburg. Im Inneren überrascht sie mit einem klaren, in sich geschlossenen Baukörper, der dem Kirchenraum eine minimalistische und gleichzeitig intime Atmosphäre verleiht. Die zwischen 1925 und 1927 im expressionistischen Stil errichtete Limburger Klosterkirche St. Marien gilt als architektonisches Kleinod. Ein Kleinod, das in den letzten Wochen und Monaten allerdings für die Öffentlichkeit gesperrt war.

„Das ist ein frei stehendes Gerüst von fast 15 Metern Höhe“, deutet der mit der Renovierung des Kirchenraums beauftragte Limburger Architekt André Kramm auf die Ansammlung von Metalstangen. Diese nahmen zeitweilig den ganzen Innenraum in Beschlag und reichten bis unter die Decke. Inzwischen hat aber bereits wieder der Rückbau der Gerüste begonnen.

Wände waren grau

„Die Bausubstanz ist völlig in Ordnung“, betont der Fachmann beim Rundgang durch die Baustelle. Lediglich die Wandfarbe musste etwa 30 Jahre nach der letzten Renovierung dringend erneuert werden. Die Wände waren unter anderem durch Kerzenqualm richtig grau geworden.

Was sich eigentlich nach einer überschaubar aufwendigen Arbeit anhört, erfordert im Falle der Pallottinerkirche besondere Maßnahmen – und zwar in Form des frei stehenden Stahlgerüsts. „Denn die sichtbare Wandverschalung ist innen hohl“, sagt André Kramm und klopft demonstrativ auf die Wand. Jede dort angebrachte Befestigung würde daher nicht lange halten. Außerdem wurden die Orgel sowie der Altar und die Seitenaltäre eingehaust, um sie vor Staub und Schmutz zu schützen. Die Renovierung der Orgel ist aber bereits fest eingeplant.

Natürlich wäre es auch nicht damit getan, die Wände einfach mit frischer Farbe zu übertünchen. Denn der ursprüngliche Putz weist eine raue Oberflächenstruktur auf. Eine Struktur, die das einst vom Architekten Jan Hubert Pinand gewählte Lichtkonzept unterstützt. „Unten befinden sich keine Fenster, das Licht kommt von oben.“ Das geschieht auch mit Hilfe von Lichtstrahlern – die zweite Baustelle neben dem Wandputz. Das ursprüngliche von Pinand entworfene Lichtkonzept war schon seit Jahrzehnten durch Reparaturen und der Verwendung verschiedener Lampen ausgehebelt worden.

Die neue Beleuchtung soll am Original anknüpfen, gleichzeitig aber allen modernen Anforderungen genügen. So können zum Beispiel Teile des Raums gedimmt werden, während vorne am Alter die volle Lichtstärke wirkt. „Die Beleuchtung soll dem natürlichen Tageslicht ähneln.“

„Etwas ist anders“

Ausgearbeitet wurde das Konzept von der Lichtplanerin Sarah Textor. Ebenfalls an den Planungen beteiligt waren der Restaurator Sven Trommer sowie von Seiten des kirchlichen Denkmalschutzes Professor Dr. Matthias Kloft, der auch den Kontakt zum Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden hielt.

Dieselben Hohlräume, die den Gerüstbau verkomplizierten, sind in Sachen Elektrik wieder hilfreich: „Wir können die Kabel so zwischen dem eigentlichen Mauerwerk und der Wandverkleidung durchziehen“, so Kramm. Eine Aktion, die von den Elektrikern, trotz aller Erleichterungen, immer noch ein gehöriges akrobatisches Engagement verlangt. „Die müssen in einige Deckennischen kriechen.“ Neben den Elektrikern waren Maler, Verputzer und auch Gerüstbauer auf der Baustelle aktiv. „So haben auf der Baustelle zeitgleich rund ein Dutzend Handwerker gearbeitet.“

Für Architekt André Kramm war die einschiffige Pallotinerkirche mit ihren an die Spitzbögen der Gotik erinnernden Parabeln immer etwas Besonders: „Schon als Kind war ich mit meinen Eltern hier und spürte, dass hier etwas anders ist.“

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