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SV Rot-Weiß Hadamar: Sportplatzgegner in Hadamar bereit zur Klage

Die Stadtverordnetenversammlung hat entschieden, den Sportplatz an der Faulbacher Straße aufzugeben und dafür die Anlage „Am Zipfen“ um einen zusätzlichen Kunstrasenplatz zu erweitern. Dagegen regt sich Widerstand – vor allem bei den Anwohnern.
Nach Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung soll auf dem Feld neben dem aktuellen Sportplatz „Am Zipfen“ bald der Ball rollen. Anwohner wehren sich dagegen. Foto: Mielcarek, Katja Nach Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung soll auf dem Feld neben dem aktuellen Sportplatz „Am Zipfen“ bald der Ball rollen. Anwohner wehren sich dagegen.
Hadamar. 

Der Widerstand regt sich nicht zum ersten Mal. 2014 wurde nach Bedenken der Nachbarn eine Änderung des Bebauungsplans für die Sportanlage gestoppt und jetzt ein ganz neuer Bebauungsplan erstellt, inklusive einer Änderung des Flächennutzungsplans. Die Gegner sind weiter entschlossen, das Projekt zu verhindern.

„Unsere Bedenken wurden nicht ausreichend beachtet“, sagt Gerhard Krüger, Sprecher der Gegner des Sportplatz-Projektes, im Gespräch mit dieser Zeitung. Rund 60 Unterschriften hat er gesammelt. Unterzeichnet haben vor allem Anwohner des Wohngebietes unterhalb des Sportplatzes und des Gebietes unterhalb der Schule, wo die Parkplätze für die Vereinsfreunde eingerichtet werden sollen. Sie werden hier parken, wenn sie zu den Spielen des SV Rot-Weiß Hadamar in der Hessenliga kommen.

Schon bei den Spielen der zweiten Mannschaft und auch bei der Jugend sei es zu erheblichen Verkehrsbelastungen gekommen, sagt Krüger und präsentiert einen ganzen Fotostapel als Beleg. Die Einbahnstraßenregelungen lenke die Autos zwangsläufig durch enge Straßen in die Wohngebiete. Außerdem seien Lärm und Störungen durch das Flutlicht des neuen Platzes zu befürchten.

Die Bedenken der Anwohner seien sowohl vom Planungsbüro als auch vom Magistrat, dem Bauausschuss und der Stadtverordnetenversammlung abgewogen worden. Alle Gremien seien zu eindeutigen Beschlüssen gekommen, entgegnet Bürgermeister Michael Ruoff auf Anfrage dieser Zeitung. Mit dem neuen Bebauungsplan habe man zum einen für Rechtssicherheit für den späteren Bauträger sorgen, zum anderen aber auch die Einwendungen der Betroffenen angemessen würdigen wollen.

Keine Alternativen

Krüger und seine Mitstreiter haben einen ganz anderen Eindruck gewonnen. Die Stadt und Abgeordneten hätten sich frühzeitig auf den aus ihrer Sicht kritischen Standort festgelegt und nicht ernsthaft nach alternativen Plätzen gesucht, sagt Krüger. Zudem – so der Verdacht der Sportplatz-Gegner – gehe es der Stadt vor allem darum, das Gelände an der Faulbacher Straße frei zu bekommen, um dort Wohnungen errichten zu können.

Letzterem widerspricht Ruoff nicht grundsätzlich: „Gedanken in diese Richtung gab es.“ Die Entscheidung liege bei der Stadtverordnetenversammlung, die sich mit dieser Frage noch gar nicht beschäftigt habe. Auch sei noch gar nicht abschließend geprüft worden, ob der Standort überhaupt genehmigungsfähig sei. „Dafür gibt es bisher noch keinen politischen Willen“, so Ruoff. Was die Suche nach einem alternativen Standort angeht, betont er die Planungshoheit der Stadt. Der Standort biete sich aus stadtplanerischer Sicht an, weil sich im Westen von Hademar mit Freibad, Tennisanlage, Fischteich, dem Gelände des Hundezuchtvereins, der Sportanlage der Schule, dem Schützenhaus und dem jetzigen Fußballplatz eine ganze Reihe von Sportanlagen konzentriere. Das wiederum überzeugt Krüger nicht. Die einzelnen Sportanlagen lägen zum Teil so weit auseinander, dass ein Zusammenhang eher theoretischer Natur sei.

Krüger bemängelt formelle Fehler der Stadt auf dem Weg zum neuen Sportplatz. So habe beim Aufstellungsbeschluss mit Anita Druck die Frau des Vereinspräsidenten mitgestimmt, die aber wegen der familiären Nähe befangen gewesen sei. Auch mit diesem Einwand habe man sich auseinandergesetzt, sagt Ruoff. Der Hessische Städte- und Gemeindebund habe der Stadt bestätigt, dass keine Befangenheit vorgelegen habe.

Finanzierung ist offen

Offen ist für Krüger auch noch die Frage der Finanzierung des neuen Sportplatzes. Das könne aus seiner Sicht nicht Aufgabe der Stadt sein. Der Sportverein argumentiere aber mit den Einkünften, die durch die Veräußerung des alten Sportgeländes an der Faulbacher Straße erzielt werden könnten. Das Grundstück gehöre der Stadt und stehe dem Verein nur als Erbpacht zur Verfügung. Eine Vergütung des Verzichts auf die Erbpacht sei aber nur möglich, wenn der Vertrag das ausdrücklich zulasse, so Gerhard Krüger. Der Verein habe zugesagt, eine Kostenschätzung und ein Finanzierungskonzept vorzulegen, sagt dazu der Bürgermeister. Vorher werde er sich nicht zu solchen Details äußern. Der geänderte Flächennutzungsplan liegt derzeit zur Genehmigung beim Regierungspräsidium in Gießen. Im Falle einer Genehmigung würde der Bebauungsplan veröffentlicht und der Verein könne damit beginnen, die Baugenehmigung vorzubereiten, sagt Michael Ruoff. So schnell werde das nicht gehen, sagt Krüger. „Zur Not klagen wir.“ Er kündigt für den Fall einer Genehmigung durch das Regierungspräsidium ein Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan an – „und das kann dann dauern“.

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