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Südumgehung: Entscheidung bis Jahresende

Wie die Südumgehung verlaufen soll, bleibt weiter ungeklärt. Klar wurde bei einer Informationsveranstaltung im Eschhöfer Bürgerhaus des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr nur: Hessen Mobil behält sich die finale Entscheidung über den Trassenverlauf vor. Eine Anwohnerin der Alttrasse sorgte mit ihrer Frage für Klarheit.
Zahlreiche Bürger waren ins Eschhöfer Bürgerhaus gekommen, um sich über die Südumgehung zu informieren.	Foto: Bohnhorst-Vollmer Zahlreiche Bürger waren ins Eschhöfer Bürgerhaus gekommen, um sich über die Südumgehung zu informieren. Foto: Bohnhorst-Vollmer
Limburg-Eschhofen. 

"Wir können nicht eine Trasse favorisieren, die wir fachlich ablehnen", antwortete Dr. Lars Fischer vom Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil auf die einzige Frage aus dem Publikum: Was passiert eigentlich, wenn sich die Stadtverordneten für eine andere Trassenvariante entscheiden als Hessen Mobil, hatte die Limburgerin Ellen Nirwing gefragt. Zwar wolle er die Möglichkeit ausschließen, dass die Stadt Limburg und Hessen Mobil nicht zu einem einmütigen Ergebnis kommen, betonte Fischer. Auch werde man nicht gegen den Willen der Stadt planen. "Und wenn Sie keine Südumgehung planen, gibt es auch keine." Allerdings werde Hessen Mobil bei den "derzeitigen Fakten die ,Laux-Variante‘ nicht unterstützen".

Erheblicher Lärm

Bei dieser vom FWG-Fraktionsvorsitzenden Werner Laux vorgeschlagenen Variante sollte die Trasse nicht durch einen Trog und Tunnel verlaufen, sondern über einen Acker, der entlang der Strecke so moduliert werden soll, dass sowohl den landespflegerischen als auch den landwirtschaftlichen Anforderungen entsprochen wird. Die Prüfung dieser Möglichkeit habe ergeben, dass sich die Baukosten auf rund 70 Millionen Euro belaufen würden. Dabei müsse aber berücksichtigt werden, dass die Erdbauarbeiten risikoreich seien, hier also ein "Kostenfaktor x" hinzukommen könnte, räumte Andreas Schurath vom Ingenieurbüro Manns ein.

Zudem sei mit einer erheblichen Lärmbelästigung zu rechnen. Der zu erwartende Schallleistungspegel sei "subjektiv laut", entspreche aber dem "rechtlichen Rahmen". Weder für die Forderung nach aktiven noch nach passiven Lärmschutzmaßnahmen bestehe eine Grundlage. Abgelehnt wird die Laux-Variante von Hessen Mobil indes auch wegen deren Umweltunverträglichkeit.

"Nur Turnübungen"

Dann "sind das hier also nur Turnübungen", die man seit immerhin vier Ausschusssitzungen zu diesem Thema betreibe, empörte sich Marion Schardt (FDP). Man dürfe nicht die Augen vor neuen Erkenntnissen verschließen, hielt Bürgermeister Martin Richard (CDU) dagegen. Bis Jahresende müsse man zu einer Entscheidung kommen, "sonst sind wir aus dem Bundesverkehrswegeplan rausgeflogen". Und Lars Fischer von Hessen Mobil legte an die FDP-Politikerin Schardt gewandt nach: "Sie können alles beschließen, was Sie wollen."

Zu mehr Sachlichkeit mahnte Dr. Marius Hahn (SPD). Er forderte eine verbindliche Aussage zur Anbindung von Frankfurter und Wiesbadener Straße. "Beides wird es nicht geben", stellte Andreas Schurath klar. Hahns Fraktionskollege Peter Rompf stellte zudem den Antrag, bei Hessen Mobil eine detaillierte Kostenaufstellung anzufordern. Dies sei ein ungewöhnliches Prozedere, erwiderte Lars Fischer. Das "prinzipielle Handeln ist so, dass der Bund zuerst das Kostenmanagement bekommt". Man werde den mehrheitlich beschlossenen Antrag der Ausschussmitglieder aber "wohlwollend prüfen".

Die abschließende Beratung und Entscheidung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr ist für Ende November geplant. abv

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