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200 Euro für jeden Krippenbesucher: Teurer Zuschuss für auswärtige Kinder

Von Die Kinderkrippe „Bärenhöhle“ ist beliebt – auch bei auswärtigen Eltern. Doch die Freude darüber hält sich in Beselich in Grenzen. Denn die freiwilligen Zuschüsse, die die Gemeinde an den Betreiberverein Lahn-Kinderkrippen bezahlt, explodieren. Die Politik sucht nach Lösungen.
Kleine Entdecker im Matsch: Die „Bärenhöhle“ ist unter anderem wegen ihrer Waldgruppe bei Eltern beliebt. Kleine Entdecker im Matsch: Die „Bärenhöhle“ ist unter anderem wegen ihrer Waldgruppe bei Eltern beliebt.
Beselich. 

Dass die gemeindlichen Zahlungen an den Verein Lahn-Kinderkrippen nicht weiter aus dem Ruder laufen dürfen, darüber herrscht unter den politischen Fraktionen weitgehend Konsens. Dies wurde in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich. Die Ausgaben für die Krippe „Bärenhöhle“ waren durch die Vorgaben des Kinderförderungsgesetzes (KiföG) und die freiwilligen Zuschüsse der Gemeinde auch für auswärtige Kinder zuletzt immer weiter angestiegen.

2013 war in Obertiefenbach die „Bärenhöhle“ mit 48 Betreuungsplätzen gebaut worden. Ursprünglich, um den Bedarf der Beselicher an U 3-Betreuungsplätzen abzusichern. Von den Plätzen sind aktuell 35 besetzt, mehr als die Hälfte der Kinder stammt nicht aus der Gemeinde. Der Ausgleich für auswärtige Kinder, wie ihn eine Vereinbarung zwischen den 19 Kommunen des Landkreises vorsieht, deckt bei weitem nicht die Kosten. „Dadurch bekommen wir 150 bis 250 Euro pro Kind“, sagt Bürgermeister Michael Franz (parteilos) im Gespräch mit dieser Zeitung. Derzeit zahle die Gemeinde jedoch an die Lahn-Kinderkrippen pro Kind und Monat 200 Euro Beitragszuschuss, plus 416 Euro für die Mehrkosten, die durch das KiföG entstehen. „Ich denke nicht, dass die Kreisvereinbarung verändert werden kann. Dazu bräuchte es eine Mehrheit unter den Bürgermeistern“, sagt Franz. Die Annahme, dass sich die Kosten für die Kommunen halbwegs ausgleichen würden, habe sich als falsch heraus gestellt. Gerade bei den U 3-Plätzen sei das zurzeit nicht der Fall. Die Gemeinde Beselich habe 2016 für die „Bärenhöhle“ 141 000 Euro an die Lahn-Kinderkrippen gezahlt. Für 2018 rechnet Franz sogar mit 250 000 Euro. Denn gerade seien weitere Kinder aus anderen Kommunen angemeldet worden. Beliebt sei die Einrichtung wegen ihres guten Konzepts und der Waldgruppe vor allem bei Eltern aus Runkel, Hadamar, Limburg, Weilburg und Waldbrunn.

Freie Platzwahl

Der Bürgermeister kündigte an, das Gespräch mit den Lahn-Kinderkrippen, den drei Beselicher Fraktionsvorsitzenden und dem HFA-Vorsitzenden Bernd Müller (SPD) zu suchen. Einigkeit herrscht unter den Mandatsträgern, dass den Beselicher Bürgern nicht dauerhaft Ausgaben für ortsfremde Kinder zugemutet werden könnten. Bernd Litzinger, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste (BL), machte deutlich, dass es ihm nicht darum gehe, die freie Betreuungsplatzwahl einzuschränken. Jedoch sei Beselicher Steuerzahlern nicht zu vermitteln, warum sie die Kosten für auswärtige Kinder mittragen sollten. SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Jahn sagte, das Land habe den Kommunen mit dem KiföG „ein schönes Ei ins Nest gelegt“. Die Gemeindevertretung sei von Beselichern für Beselich gewählt und nicht für Runkel oder Weilburg zuständig. Er schlug vor, dass auswärtige Eltern künftig mehr als einheimische zahlen. Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Theo Schneider ist dafür, die Ausgaben für auswärtige Kinder zu reduzieren. Ausschussvorsitzender Müller riet, die Gemeindevertretung solle noch in diesem Jahr einen Beschluss fassen, damit Eltern wüssten, wo sie dran seien. Für ab 2018 könnte dann die Beitragsmitförderung zumindest für neu angemeldete auswärtige Kinder gestrichen werden.

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