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Villmar: Umleitung durch die Weyandstraße: Jetzt wehren sich die Anwohner

Von Den Anwohnern der Weyandstraße in Villmar reicht’s: Sie wollen die Verkehrsbelastung vor ihrer Haustür nicht länger hinnehmen. Heute Abend wollen sie ihren Unmut erstmals öffentlich kundtun – bei einer Protestveranstaltung in der König-Konrad-Halle.
Hier wird gebuddelt: Noch bis voraussichtlich 2019 ist die Ortsdurchfahrt in Villmar gesperrt. Hier wird gebuddelt: Noch bis voraussichtlich 2019 ist die Ortsdurchfahrt in Villmar gesperrt.
Villmar. 

Seit genau zwei Jahren ist die Villmarer Ortsdurchfahrt für Fahrzeuge gesperrt, weil Kanäle und Straßendecke dort saniert werden. Einen Großteil des Durchgangsverkehrs haben seitdem die Bewohner der Weyandstraße vor der Haustür, denn die Wohnstraße ist offizielle Umleitungsstrecke für den Verkehr von und nach Aumenau. Das Schlimmste aus Sicht vieler Anwohner: Viele Autofahrer sind deutlich zu schnell unterwegs; außerdem nutzen auch schwere Lkw den kürzesten Weg durch Villmar – obwohl dies eigentlich verboten ist. Nun ist der Geduldsfaden der Weyandstraßen-Bewohner gerissen: Sie wollen sich wehren und treffen sich dazu heute, Donnerstag, 11. Oktober, 18 Uhr, in der König-Konrad-Halle Villmar zu einer Protestveranstaltung. Dazu sind auch Bürgermeister Matthias Rubröder (CDU) und Bauamtsleiter Fabian Buchhofer eingeladen.

Besonders ärgern sich die Anwohner über die Zunahme des Schwerlastverkehrs. Obwohl auf der Weyandstraße nur Lkw mit höchstens 7,5 Tonnen Gesamtgewicht erlaubt sind, fahren nach Angaben von Anlieger-Sprecher Ludger Müller täglich Dutzende 20-Tonner und noch schwerere Fahrzeuge durch die recht schmale Wohnstraße. Die Folgen seien schon jetzt in Form massiver Straßenschäden zu beobachten, klagt Müller. Dabei ist laut Bauamtsleiter Fabian Buchhofer die Sache eigentlich klar: Der Schwerlastverkehr muss eine großräumige Umleitungsstrecke fahren, die auch ausgeschildert ist. Allerdings halten sich viele Lkw-Fahrer offensichtlich nicht daran, weiß auch Buchhofer. „Viele Lkw-Fahrer missbrauchen die Ausnahmeregelung ,frei für Anwohner’“, so der Bauamtsleiter. Dieser Missbrauch sei nur sehr schwer zu kontrollieren.

Ein weiteres Ärgernis ist aus Sicht der Anwohner, dass nach ihrer Beobachtung zu schnell gefahren wird. Obwohl seit Beginn der Sanierung der Villmarer Ortsdurchfahrt die Geschwindigkeit in der Weyandstraße und den übrigen Straßen der innerörtlichen Umleitung auf maximal 30 km/h begrenzt ist, halten sich viele Autofahrer nach Ludger Müllers Angaben nicht an diese Beschränkung.

Eine Situation, die nicht ohne Gefahren sei, denn in der Weyandstraße lebten neben vielen älteren Bürgern auch Familien mit Kindern. Für sie drohe die Verkehrsbelastung allmählich zu einer „Gefahr für Leib und Leben“ zu werden. Ludger Müller ist verärgert: „Wir, die Anwohner, lassen uns das nicht mehr länger bieten und suchen daher ein Gespräch mit den Verantwortlichen. Sollte dieses Gespräch kein positives Ergebnis bringen, werden wir zu geeigneten Mitteln greifen, um uns zu wehren.“

Behördlich genehmigt

Wie diese aussehen könnten, ließ Müller offen. Laut Buchhofer gibt es derzeit keine Alternative zur Umleitung über die Weyandstraße, zumal die Ausweichstrecke behördlich genehmigt worden sei. Hinzu kommen Kosten: Der Parkplatz vor der König-Konrad-Halle musste so umgestaltet werden, dass er als Umleitungsstrecke benutzt werden kann. Buchhofer macht den Anwohnern der Weyandstraße wenig Hoffnung, dass der Umleitungsverkehr in Kürze verschwinden wird. Denn – anders als geplant – werden sich die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt noch bis voraussichtlich April 2019 hinziehen. Ursache für die weitere Verzögerung sei der Einbau eines Regenwasserkanals auf einer Länge von 260 Meter in der Weilburger Straße zwischen der Einmündung Grabenstraße/Kalkstraße und dem Autohaus Erlemann. Erst im Zuge der Bauarbeiten habe sich herausgestellt, dass der alte Kanal ersetzt werden müsse, so Buchhofer. Noch vor ein paar Monaten sei die Gemeinde von einem Bauende spätestens zum Ende dieses Jahres ausgegangen, doch dieser Zeitplan sei nun nicht mehr einzuhalten.

Was die Schäden in der Weyandstraße angeht, vertröstet Buchhofer die Anlieger auf die bereits beschlossene Sanierung. Sobald die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt erledigt seien, sollen die Bagger auf der derzeitigen Umleitung aktiv werden. Ob die Grundstückseigentümer wegen zurückliegender Belastungen mit einer Kostenentlastung rechnen können, hält Buchhofer für eher unwahrscheinlich, zumal auch andere Straßen gelitten hätten. Aber: „Das wäre eine rein politische Entscheidung.“

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