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Wahl in Villmar: Unterwegs mit Bürgermeister-Kandidat Axel Paul

Was ist den Villmarer Bürgermeister-Kandidaten wichtig? Wo sehen sie in der Gemeinde Handlungsbedarf? Welche Schwerpunkte wollen sie setzen? Um das herauszufinden, sind wir mit ihnen auf Tour gegangen. Fünf Plätze ihrer Wahl sollten sie mit uns anfahren, die für sie als Bürgermeister eine besondere Bedeutung hätten. Heute sitzen wir im Auto von Axel Paul, der als Kandidat der Aktiven Alternative Villmar antritt.
Die Nepomuk-Statue ist seinerzeit von Flüchtlingen errichtet worden. Auch heute müsse die Gesellschaft in der Lage sein, die Flüchtlinge, die ins Land kommen, aufzunehmen und zu integrieren, findet Axel Paul. Bilder > Die Nepomuk-Statue ist seinerzeit von Flüchtlingen errichtet worden. Auch heute müsse die Gesellschaft in der Lage sein, die Flüchtlinge, die ins Land kommen, aufzunehmen und zu integrieren, findet Axel Paul.
Villmar. 

Axel Paul ist überpünktlich und wartet schon zehn Minuten vor dem Termin am Treffpunkt. Allerdings muss er erst mal den Beifahrersitz freiräumen. Er war davon ausgegangen, selber Passagier sein zu dürfen.

 

  Erste Station: das Lahn-Marmor-Museum

„Ich bin ein großer Befürworter dieses Museums“, sagt Axel Paul, der sich als Bürgermeister mit aller Kraft dafür engagieren würde, die Besucherzahlen, die derzeit noch deutlich hinter den Erwartungen liegen, zu verbessern. Paul selber ist Mitglied im Förderverein des Museums und führt Besucher durch die Ausstellung und zum Unica-Bruch. Er ist davon überzeugt, dass das Museum zu einem echten Zugpferd für den Tourismus werden könne. Zum Beispiel, wenn die Kommunen des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus noch intensiver zusammenarbeiten. Es seien Kongresse denkbar, ebenso wie eine engere Verzahnung mit Schulen. Paul will nicht davon abrücken, dass die finanzielle Verantwortung beim Förderverein alleine liegt, aber in Sachen Werbung könne die Gemeinde einiges für das Museum tun. Überhaupt müsse der Bürgermeister den touristischen Bereich in der Zukunft im Blick behalten, weil er immer wichtiger werde. Axel Paul würde im Rathaus eine halbe Stelle für diesen Bereich einrichten – ohne zusätzliches Personal einzustellen. Ein runder Tisch mit allen Anbietern aus der Gemeinde könnte wichtige Impulse bringen.

 

  Zweite Station: das Nepomuk-Denkmal auf der Marmor-Brücke

„Ich mag diesen Blick über die Lahn auf unsere Pfarrkirche unheimlich gerne“, sagt Axel Paul. „Villmar ist einfach ein schöner Ort.“ Diese Station hat er sich aber wegen der Nepomuk-Statue ausgesucht. Die sei von Flüchtlingen gestiftet worden, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Villmar eine neue Heimat gefunden hatten und so ihre Dankbarkeit ausgedrückt hatten. Damals seien viel, viel mehr Flüchtlinge nach Deutschland und auch nach Villmar gekommen, als das heute der Fall sei, sagt Paul. Mehr als eine Million Menschen sei in dieser Zeit alleine nach Hessen gekommen in ein Land, das anders als heute zerstört gewesen sei. Damals sei es gelungen, die Neubürger aufzunehmen und zu integrieren. Viele von ihnen gehörten noch heute zu tragenden Säulen in der Gemeinde. „Wenn uns das damals gelungen ist, muss es uns doch auch heute gelingen.“ Die Gemeinde sei hier gefordert, die vielen ehrenamtlichen Helfer zu unterstützen. Wie genau das aussehen könnte, wolle er im Gespräch mit den Helfern rausfinden. „Im Moment läuft es in Villmar gut“, ist sein Eindruck.

 

  Dritte Station: der Mehrgenerationenplatz in Langhecke

Ein gelungenes Projekt im Rahmen der Dorferneuerung sei der Mehrgenerationenplatz in Langhecke, findet Axel Paul. Dabei stehe dieser Platz nur stellvertretend für ähnliche Einrichtungen in Falkenbach, Seelbach oder Aumenau. Der Mehrgenerationenplatz mit dem modernisierten Spielplatz werde gut angenommen, weiß Paul. Früher hätten sich die Mütter mit ihrem Kaffee an der Bushaltestelle getroffen, während ihre Kinder gespielt hätten. „Die Dörfer sollen leben und der Zusammenhalt, der bei uns besonders groß ist, muss gefördert werden“, sagt Paul. Dafür müsse die Gemeinde die Voraussetzungen geben, beispielsweise indem sie die Förderprogramme ausschöpft und die Bürger bei der Umsetzung mit einbezieht. Eine wichtige Rolle spielten dabei auch die Feuerwehren, weswegen für ihn eine Zusammenlegung von Abteilungen schon deshalb nicht in Frage komme. Auch würde sich in vielen Fällen die Anfahrt zum Einsatz so stark verlängern, dass es aus seiner Sicht nicht vertretbar sei.

 

  Vierte Station: Aumenau, der Park der Erinnerungen und die Baustelle des Kulturzentrums

Was entstehen kann, wenn man die Bürger einer Ortschaft in Überlegungen und Planungen mit einbezieht, zeige auch der Park der Erinnerungen in Aumenau. Aus dem ehemaligen Friedhof sei ein schöner, würdiger und ganz besonderer Platz geworden, sagt Axel Paul. Hier werde in einem schönen Umfeld lieben Menschen sowie traurigen und schöne Ereignissen gedacht. Bedenken, dass die Pflege irgendwann am Bauhof der Gemeinde hängen bleibe, hätten sich nicht bestätigt. Der Platz werde von engagierten Bürgern vorbildlich in Schuss gehalten. Gleich nebenan entsteht das neue Kulturzentrum, das später sowohl von den Vereinen als auch von der Schule genutzt werde. Aber nicht nur die Schüler könnten dort ihr Mittagessen einnehmen, sondern auch Eltern und Großeltern. So werde es für die, die das wollten oder die Zeit hätten, trotz der Ganztagesschule mittags noch einen gemeinsamen Termin mit ihren Kindern geben.

  Fünfte Station: Das Dorfgemeinschaftshaus in Falkenbach

Auch in einem so kleinen Ortsteil sei ein solcher Treffpunkt für die Menschen dort wichtig. Deshalb sei es nur folgerichtig, dass das Gebäude und die Einrichtung derzeit auf Vordermann gebracht würden. „Das soziale Leben ist das Alleinstellungsmerkmal des ländlichen Raumes“, sagt Axel Paul.

Podiumsdiskussion der NNP

Eine Möglichkeit, sich einen persönlichen Eindruck von den sieben Kandidaten zu machen, besteht am Mittwoch, 21. Februar, ab 19 Uhr in der König-Konrad-Halle in Villmar. Dann werden die potenziellen Bürgermeister bei der Podiumsdiskussion Rede und Antwort stehen. Es moderieren Redaktionsleiter Joachim Heidersdorf und Redakteurin Katja Mielcarek. Auch das Publikum wird Gelegenheit zum Fragen haben.

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