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Karneval: Viel Fantasie bei den Sitzungen im Nassauer Land

Die einen entführten das närrische Publikum in die Märchenwelt, die anderen nach Indien und die nächsten in den Wilden Westen. Die Stimmung war überlal bestens.
Oberbrechen/Oberselters/Hirschberg/Altendiez. 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lachen sie noch heute. Das närrische Publikum in der Halle am Lahnblick in Altendiez durfte traditionell kräftig ablachen und feiern. Rund 120 Akteure auf der Bühne und 260 Besucher im Saal lebten das diesjährige Motto aus: „Die Bimbes außer Rand und Band, unerkannt ins Märchenland“. Als Rotkäppchen, Rapunzel, Froschkönig, Schneewittchen oder Hexe verkleidete Besucher an den Tischen und weiteren „Stars aus der Märchenwelt“ auf der Bühne, erlebten alle gemeinsam einen fast sechsstündigen „Faschingsrausch im Märchenland“. Mit 24 Programmnummern hatten die Gastgeber ein üppiges Programm gestrickt, durch das ein glänzend aufgelegter Sitzungspräsident Uwe Hessel moderierte. Neben vier Redebeiträgen standen Musik und Tanz im Mittelpunkt. Bei den Tanzdarbietungen von elf Formationen und den eingestreuten Gesangsdarbietungen ging’s im Laufe des Abends immer öfter ab auf die Stühle. Und wenn der diesjährige Faschingskracher „Hulapalu“ (gleich mehrfach) ertönte, schwappte die Stimmung bis hoch an die Decke der phantastisch geschmückten Halle.

Indien vor Augen, Heimat im Gepäck: Auf eine geheimnisvolle Reise machten sich die fröhlich feiernden Jecken in der Hirschberger Lubentiushalle. Musikalisch begleitet von den Ohrwürmern der „Helwigs“ (Volker Reichel und Patrick Loos), sollte auch im fernen Land die Erinnerung an Zuhause nicht verblassen. Fredi Neu schickte der Reisegesellschaft Neuigkeiten aus dem Dorfgeschehen hinterher, Gunter Meckel trug als Dummschwätzer Wissenswertes bei und die Tratschweiber Martha und Lisbeth (Stefi Reichel und Xenia Hampe) wussten von ein paar dörflichen Pointen zu berichten. Bubblegums am frühen Abend, Männerballett zu später Stunde – zwischen den tanzenden Eckpfeilern des närrischen Programms, reihten sich zu Aschenputtel, den drei Amigos und Trio Infernale vor dem Podium des verjüngten Elferrats Garde und Generation mit ihren Auftritten ein.

Die Freiwillige Feuerwehr Oberbrechen entführte die Narrenschar aus dem Feuerwehrgerätehaus direkt in den Wilden Westen. Unter diesem brannten die Akteure ein Feuerwerk der guten Laune ab, keinen der rund 180 Narren in Saal hielt es auf seinem Platz, alle schunkelten und sangen aus voller Kehle mit. Die Gruppe BON I sorgte mit ihren Wild-West-Liedern für Stimmung. Auch der Obercowboy, Brechens neuer Bürgermeister Frank Groos feierte mit seiner Gattin im „Saloon“. Dank der Hitze im Saal kamen viele Narren ordentlich ins Schwitzen und freuten sich über eine kleine Pause, in der Roger Barthelmes in der Bütt von seinen Aufgaben als Vorsitzender des RSV Weyer berichtete. Allein die zahlreichen Festen und Feiern forderten oft seine ganze Kondition. Nachdem BON II mit einigen Liedern einen tollen Schlusspunkt gesetzt hatte, eroberten noch einmal alle Akteure die Bühne. Die Narrenschar feierte noch bis tief in die Nacht.

Der SV Oberselters hatte zu seiner Kappensitzung eingeladen, und einem bunten Lindwurm gleich zog die Narrenschar ins Bürgerhaus. Seit einem halben Jahrhundert feiert der Verein seine Kappensitzungen, und weder die Verantwortlichen noch die Akteure ließen Abnutzungserscheinungen erkennen. Die Klickerwassersänger sind seit der ersten Sitzung dabei. Bei ihrem ersten Auftritt 1967 standen sie mit fünf Aktiven (heute zehn) auf der Bühne, damals noch unter dem Namen Emsbachlerchen. Ein Höhepunkt war der Besuch des neuen Bad Camberger Prinzen Peter I. und der neuen Cambergia Anna-Elisabeth I. Gemeinsam mit ihrem Hofstaat eroberten sie die Bühne, sangen und schunkelten gemeinsam mit der Narrenschar und dem Elferrat. Dass dem veranstaltenden SV Oberselters auch nach 50 Jahren noch nicht die Ideen ausgegangen sind, bewiesen sie am Samstag mit ihrer beeindruckenden und von der Narrenschar mit großem Applaus belohnten Sitzung.

(hbw,hvo,rpk)
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