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Gemeinsam für mehr Demokratie: Vier Gemeinden im Pakt gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit

Mit der Idee, die nördlichen Gemeinden des Landkreises partnerschaftlich in das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ einzubinden, trat das Kreisjugendamt Ende letzten Jahres auf den Mengerskirchener Bürgermeister zu. Thomas Scholz brauchte nicht erst überredet zu werden und auch seine Amtskollegen Andreas Höfner (Dornburg), Joachim Lehnert (Elbtal) und Peter Blum (Waldbrunn) kamen gern mit ins Boot.
Rita Ebenig-Kraut (links) und Elke Anzion beraten und unterstützen Projekte für ein respektvolles Miteinander in den Gemeinden Dornburg, Elbtal, Mengerskirchen und Waldbrunn. Die Dörfer beteiligen sich gemeinsam am Programm „Demokratie leben!“. Rita Ebenig-Kraut (links) und Elke Anzion beraten und unterstützen Projekte für ein respektvolles Miteinander in den Gemeinden Dornburg, Elbtal, Mengerskirchen und Waldbrunn. Die Dörfer beteiligen sich gemeinsam am Programm „Demokratie leben!“.
Nordkreis. 

„Wir haben uns der Partnerschaft für Demokratie angeschlossen, um Integration zu fördern und einen größeren Zusammenhalt in der Gemeinde und den einzelnen Ortschaften zu erzielen“, erklärt Dornburgs Rathauschef Andreas Höfner (CDU). Er wolle der Ausgrenzung von Menschengruppen vorbeugen und entgegenwirken. In Bezug auf die in Dornburg lebenden Flüchtlinge habe es zwar keine fremdenfeindlichen Vorfälle gegeben. Doch er erkenne Berührungsängste und Vorurteile gegenüber dem Fremden und den unbekannten Kulturen. „Die sollen wir abbauen.“

Ähnlich sieht das der Elbtaler Bürgermeister. „Hier leben sehr viele ausländische Kinder und Jugendliche, die sich bisher nur teilweise gut integriert haben“, sagt Joachim Lehnert (parteilos). Vom Programm „Demokratie leben!“ erhofft er sich, dass die Kinder und Jugendlichen noch näher zusammenfinden und die jeweils anderen Sitten und Gebräuche verstehen lernen.

Mehr als 23 000 Einwohner

Bedingung für die Förderung lokaler Partnerschaften für Demokratie sei die Stärke von mindestens 20 000 Bürgern. Die vier zusammengeschlossenen Nordkreis-Gemeinden zählen mehr als 23 000 Einwohner. 694 davon waren zum Zeitpunkt der Beantragung Anfang 2017 Flüchtlinge. „Als weitere Voraussetzung muss eine Kommune das federführende Amt stellen“, erklärt Rita Ebenig-Kraut vom Familien-, Jugend- und Seniorenbüro der Gemeinde Mengerskirchen. Sie ist die Ansprechpartnerin des Bundesprogramms im Ort. Sie arbeitet eng mit Elke Anzion zusammen, die als externe Koordinatorin den Vereinen und Bürgern bei der Entwicklung von Projektideen zur Seite steht.

„Nach einem aufwendigen und mehrstufigen Antragsverfahren erhielten wir im Mai 2017 die offizielle Zusage für die Aufnahme in das Bundesprogramm“, blickt Elke Anzion zurück. „Doch ehe irgendwelche Projekte angenommen werden konnten, mussten wir den Begleitausschuss bilden.“ Dieses Gremium mit Vertretern der vier Gemeinden prüft die Projekte und entscheidet über die Vergabe von Geldern aus dem Topf des Bundesfamilienministeriums.

Skaten und Singen

Für das laufende Jahr wurden 50 000 Euro an Fördermitteln bewilligt und bereits mehrere Projekte umgesetzt. „Eine tolle Sache war zum Beispiel das Graffiti- und Skater-Event mit Jugendlichen aus allen beteiligten Kommunen“, erzählt Elke Anzion. „Auch die Begegnungsfeste in Frickhofen und Waldernbach waren ein großer Erfolg.“ In Dorndorf steht am 17. November ein Kinderlieder-Mitmach-Konzert an, das ebenfalls von „Demokratie leben!“ unterstützt wird.

Das Programm ziele vorrangig auf ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, erläutert Rita Ebenig-Kraut. Die inhaltliche Umsetzung liege in der Hand von Vereinen und Initiativen, die sich dabei aber keine Sorgen ums Geld machen müssen. „Für 2017 kann noch einiges auf die Beine gestellt werden“, ermutigt Elke Anzion alle Interessierten. Allerdings läuft die Bewerbungsfrist Ende November ab, und die Fördermittel müssten bis zum Jahresende verwendet sein. Als Beispiel führte sie die Anfrage eines Sportvereins an. Er will in den letzten Wochen des Jahres jeden Freitagabend ein Bewegungsangebot für volljährig gewordene unbegleitete Flüchtlinge, die inzwischen in eigenen Wohnungen leben, schaffen.

Auch für 2018 seien schon spannende Projekte angedacht: etwa ein Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Hadamar, ein Midnight-Ball, eine Demokratiekonferenz und die Gründung eines Jugendforums.

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