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Vollwert und Kräuter gegen Krebs

Von Krebs! Diese Diagnose zerstört von heute auf morgen Träume, Pläne, Existenzen. Im Rahmen einer Serie lässt die NNP Betroffene zu Wort kommen: Kranke, Geheilte und Helfer. Die heute 80-jährige Liesel Malm erkrankte vor 30 Jahren an Gebärmutterkrebs und stellte deshalb ihre komplette Ernährung um.
Die 80-jährige Liesl Malm schwört auf Vollwertkost und Heilkräuter aus dem eigenen Garten. Foto: Häring Die 80-jährige Liesl Malm schwört auf Vollwertkost und Heilkräuter aus dem eigenen Garten. Foto: Häring
Hünfelden-Nauheim. 

Liesel Malm legte einen eigenen Garten mit über 600 Kräutern an. Als „Kräuter-Liesel“ hat die 80-Jährige drei Bücher über Kräuter und deren Heilkraft geschrieben.

Die Diagnose Gebärmutterkrebs im fortgeschrittenen Stadium „verbunden mit Lymphknotenbefall“ sei der Wendepunkt in ihrem Leben gewesen, erzählt Liesel Malm bei einem Gespräch in ihrem Garten. Die Diagnose bedeutete „alle zwei Tage Strahlentherapie im Limburger Krankenhaus“, erinnert sich Liesel Malm.

Info: Preßler-Büchlein

In der Folge unserer Serie über den an Krebs erkrankten und mittlerweile geheilten Lothar Preßler fehlt leider die Bezugsquellen für das vorgestellte Büchlein „Vom Mähdrescher zur

clearing

Sie bat ihren Mann, ihr eines ihrer Kräuterbücher mitzubringen. „Ausgerechnet das dickste brachte er mit“. Mit einem Schmunzeln im Gesicht erzählt sie die Geschichte weiter, die ihr dann nach eigener Meinung das Leben retten sollte. „Das war ein Buch von Kräuterpfarrer Künzler. Ich habe mir aber trotzdem noch eine Gartenzeitschrift aus dem Kiosk kaufen lassen“. Darin ein Artikel über Vollwertkost „die in Amerika zur Krebstherapie genutzt wird, in Deutschland aber weniger bekannt ist“.

Ernte im eigenen Garten

Dies ließ sie nicht mehr los „und den Artikel hab ich hundertmal gelesen“. Wieder zu Hause in Weroth wurde sie aufmerksam auf einen Kurs der Volkshochschule über Vollwertkost in Salz: „Da hab ich gedacht, den haben die nur für mich gemacht“. Dieser Kurs sollte ihr Leben umkrempeln.

Schon nach dem ersten Abend wurde der Kühlschrank leer gemacht. „Sämtliches Fleisch und Wurst flog raus. Ich hab meine Ernährung umgestellt und wusste – du wirst gesund“.

Sie kaufte sich unter anderem eine Getreidemühle und backt nun ihr Brot selbst. Heute ernährt sie sich, und darauf legt sie Wert, mit „vollwertig-vegetarischer Kost“. Sie kaufte sich die ersten Vollwertkoch- und -backbücher und stellte fest, dass sie viel mit Kräutern arbeiten musste. So legte sie sich einen eigenen Kräutergarten an. Aus den anfänglichen 36 Kräutern wurden über 600 Heilpflanzen in ihrem 2000 Quadratmeter großen Garten. Auch ihre eigene Bücherei wuchs weiter. Aus den anfänglich drei Büchern wurden mit der Zeit über 900 Bücher, darunter Bücher über Homöopathie, Bachblüten und andere Gesundheitsthemen.

Aus diesen Büchern lernte sie, ihren Ernährungsplan für sich und ihre Familie mit Mann und zwei Söhnen umzukrempeln. Sie wollte ihren Männern damals „dann und wann auch Fleisch“ vorsetzen, sich aber gleichzeitig in die Vollwertküche einarbeiten. Deshalb gab es fortan sonntags und zweimal die Woche Fleisch. Dazwischen gab es Dinkelfrikadellen, Gemüsepizza, Flammkuchen und Haferklöße.

Heute isst sie grundsätzlich nichts, was Augen hat. Sie ist aber trotzdem kein strenger Veganer. So verwendet sie gelegentlich Eier für Kuchen, Aufläufe und Mayonnaise. Sie isst auch gerne frische Sahne oder einen guten Käse.

„Nichts mit Augen“

Was für sie noch besonders wichtig ist: „Ich brauche keine Tabletten.“ Sie kräftigt ihren Körper mit Sachen, die sie selber hergestellt hat, darunter vielem aus der Ringelblume. „Die Ringelblume gehört zu den Krebspflanzen“. Einmal im Jahr setzt sie ein Ringelblumenöl an. Davon nimmt sie jeden Tag zwei Esslöffel voll: „Einen über den Salat, einen in den Mund“. Sie schwört auch auf Rote Bete „davon aber nur den Most“. Davon nimmt sie auch täglich ein Glas „prophylaktisch gegen Krebszellenentwicklung“. Vor sich, bei diesem Gespräch im Garten, auf dem Tisch auch eine Flasche mit Weißdorntee: „Davon trinke ich jeden Tag eine Kanne voll“. Sie macht mittlerweile aber auch Kompromisse. So wie bei Beerdigungen. „Da trink ich auch mal ’ne Tasse Kaffee“.

Für Liesel Malm ist das Leben im Moment voll in Ordnung. Bei routinemäßigen Untersuchungen wurde ihr vom Arzt bescheinigt, dass sie vollkommen gesund ist. Und wer Liesel Malm in ihrem jetzigen Garten in Nauheim beobachtet, der ahnt, dass sie noch viele Flaschen Weißdorntee trinken wird.

Alle bisherigen Folgen der Serie in unserem Dossier

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