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Historie: Vor 25 Jahren wurde das neue Rathaus eingeweiht

Von Es ist ein besonderes Schmuckkästchen der Gemeinde, das aber anfangs kaum jemand so recht haben wollte: Vor 25 Jahren wurde der Rathausneubau in Elz errichtet.
Da war an den Rathaus-Neubau noch nicht zu denken: Der Hirtenplatz mit Kirche, Stricksinehaus, Metzgerei Eufinger und historischem Rathaus um das Jahr 1965. Da war an den Rathaus-Neubau noch nicht zu denken: Der Hirtenplatz mit Kirche, Stricksinehaus, Metzgerei Eufinger und historischem Rathaus um das Jahr 1965.
Elz. 

Dem Neubau des Elzer Rathauses vor 25 Jahren ging ein Sturm der Entrüstung voraus. Ein im modernen Baustil geplanter Neubau passte vielen Elzern nicht in das Ambiente der alten Bauwerke von historischem Rathaus, Stricksinehaus und Fachwerkhaus „Hupphannes“, heute Rats Café-Bistro. Die Folge war die Gründung einer neuen politischen Partei, der Freien Wählergemeinschaft (FWG). Sie sorgte vor 25 Jahren auch dafür, dass die CDU-Fraktion ihre absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung verlor und FWG und SPD einige wichtige kommunalpolitische Ämter besetzte. Werner Wittayer (SPD) wurde Vorsitzender der Gemeindevertretung und Maria Matter (FWG) Erste Beigeordnete.

Heute vermitteln Kirche, historisches Rathaus und der Neubau sowie die sanierten Fachwerkhäuser Stricksinehaus und Rats Café-Bistro ein harmonisches Bild. Die Kritik ist verstummt, das Projekt angekommen, die FWG hat sich freiwillig aus der Gemeindevertretung verabschiedet.

Erster Preisträger

Mit allen Stimmen der Gemeindevertretung von CDU und SPD war im Juli 1990 beschlossen worden, das Architekturbüro Trojan aus Darmstadt mit den Planungsarbeiten für die Rathauserweiterung zu beauftragen. Dies war auch als erster Preisträger aus einem Wettbewerb hervorgegangen. CDU und SPD erklärten übereinstimmend, das alte Rathaus sollte nach der Sanierung nicht nur zu Repräsentationszwecken, sondern auch für die Verwaltung genutzt werden. Das Stricksinehaus sollte in den ersten Bauabschnitt eingeschlossen und eine öffentliche Nutzung gefunden werden. In dem aus dem Jahr 1561 stammenden historischen Rathaus ist heute das Büro des Bürgermeisters mit Vorzimmer und Sitzungszimmer für den Gemeindevorstand untergebracht. In der unteren Ebene dient es für kulturelle Veranstaltungen, Empfänge oder auch Versammlungen.

Der Limburger Altstadtplaner Dr. Ernst Schirmacher hatte den Rathaus-Wettbewerb maßgeblich vorbereitet. Er sprach anschließend von einem hohen Niveau der Arbeiten. Der erste Preis erscheine durchaus als eine eigenwillige Lösung mit einer Gruppe von giebelständigen Baukörpern parallel zum alten Rathaus und zum alten Fachwerkhaus. Durch das Rückversetzen eines Neubauteils entstehe ein intimer Eingangsplatz, der dem historischen alten Rathaus seine Dominanz belasse. Die Nutzung von Kirchplatz und Parkplatz für Feste wie die Kirmes sei gegeben. Das Elzer Rathausprojekt ist später auch von einem Preisgericht des Bundes Deutscher Architekten in Wiesbaden im Wettbewerb „Auszeichnung guter Architektur“ mit der Johann-Wilhelm-Lehrplakette als beispielhaft gelungen bewertet worden.

Eine Richtschnur

„Freude schöner Götterfunken“ sagen die Frauen des Elzer Singekreises am 23. September 1993 zur Einweihung des neuen Rathauses im mit 300 Besuchern gefüllten Festzelt am Rathausplatz. Architekt Harald Neu vom Büro Trojan meinte, mit diesem Projekt sei über den Tellerrand hinausgeschaut worden und es könne in der Neugestaltung der Ortsmitte als Richtschnur für die Zukunft angesehen werden.

Auch wenn das Bauwerk am Anfang sehr umstritten war, so bezeichnet Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) es heute, 25 Jahre später, als eine Erfolgsgeschichte. Es setze städtebauliche Akzente und finde in der Bevölkerung hohe Anerkennung. Das Rathaus sei gebaut worden, um die Zersplitterung der Verwaltung an vielen Standorten in der Gemeinde zu beenden. Der neu erstandene Komplex sei passgenau zugeschnitten. „Keinerlei Räume sind ungenutzt, und wir versuchen uns personell so aufzustellen, dass keine zusätzlichen Räume benötigt werden, auch wenn das Aufgabenspektrum für die Kommunen immer größer wird.“

Die Gesamtkosten von damals 8,2 Millionen Mark teilten sich wie folgt auf: 4,15 Millionen Mark für den Rathausneubau, 1,95 Millionen für die Sanierung des historischen Rathauses, 1,2 Millionen für das Stricksinehaus mit Anbau und 900 000 für die Freianlagen. Für den Rathausneubau erhielt die Gemeinde einen Zuschuss von 100 000 Mark. Für altes Rathaus, Stricksinehaus und Außenanlagen gab es einen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent der Kosten.

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