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WERKStadt-Ausbau stockt

Von Mit dem Startschuss für das Mechanikum werden am Freitag die Weichen für den zweiten Bauabschnitt der WERKStadt gestellt. Die lange Zeit umstrittene Erweiterung des Einkaufs- und Freizeitzentrums am Limburer Bahnhof ist aber ins Stocken geraten, weil der größte Mieter abgesprungen ist. Von Joachim Heidersdorf
Das alte Postgebäude soll im nächsten Jahr abgerissen und durch einen fünfstöckigen Neubau ersetzt werden. Ins Erdgeschoss des Torhauses, so der neue Name, kommen Einzelhandelsgeschäfte, in die oberen Etagen Büros und Arztpraxen. Der Musikclub soll im ersten Stock (links in Richtung Bahn) entstehen. Der ehemalige Posthof (vorne) soll zum attraktiven Treffpunkt neu gestaltet werden und danach die WERKStadt mit dem Bahnhofsvorplatz verbinden. Darunter kommt eine Tiefgarage mit 80 Plätzen. Hinter dem Torhaus die Hallen für den zweiten Bauabschnitt. Das Gleis neben dem Zentrum hat Marcel Kremer vor kurzem von der Bahn gekauft, weil er das Gelände als Fluchtweg für die Geschäfte braucht. Foto: Heidersdorf Das alte Postgebäude soll im nächsten Jahr abgerissen und durch einen fünfstöckigen Neubau ersetzt werden. Ins Erdgeschoss des Torhauses, so der neue Name, kommen Einzelhandelsgeschäfte, in die oberen Etagen Büros und Arztpraxen. Der Musikclub soll im ersten Stock (links in Richtung Bahn) entstehen. Der ehemalige Posthof (vorne) soll zum attraktiven Treffpunkt neu gestaltet werden und danach die WERKStadt mit dem Bahnhofsvorplatz verbinden. Darunter kommt eine Tiefgarage mit 80 Plätzen. Hinter dem Torhaus die Hallen für den zweiten Bauabschnitt. Das Gleis neben dem Zentrum hat Marcel Kremer vor kurzem von der Bahn gekauft, weil er das Gelände als Fluchtweg für die Geschäfte braucht. Foto: Heidersdorf
Limburg. 

. Für Marcel Kremer ist die Übergabe des Förderbescheids für das Mechanikum am Freitag das schönste Geburtstagsgeschenk – obwohl er es gar nicht persönlich bekommt. Den Scheck über 1,5 Millionen Euro überreicht Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch an Bürgermeister Martin Richard, weil die Stadt der Träger des Aktionshauses ist – und die WERKStadt nur der Vermieter.

Der Eigentümer des Einkaufs- und Freizeitzentrums am Bahnhof wäre freilich gerne dabei gewesen, aber er verreist zu seinem Vierzigsten für ein paar Tage mit der Familie. Die kurze Verschnaufpause wird Kremer guttun. Die lange Zeit umstrittene Erweiter-

ung der WERKStadt um 10 000 auf 14 500 Quadratmeter hält den Investor nach wie vor in Atem.

Dabei war er eigentlich schon fast am Ziel. Er hatte alle Pläne fertig, die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen und die meisten Mietverträge in der Tasche. Doch durch den überraschenden Rückzug des größten Mieters ist eine völlig neue Situation entstanden, Marcel Kremer muss in der Vermarktung fast wieder von vorne anfangen.

Das Unterhaltungselektronik-Unternehmen ProMarkt, das bereits Ende des Jahres ein 2000 Quadratmeter großes Geschäft in der WERKStadt eröffnen wollte, ist abgesprungen. Der Rewe-Konzern zeigte nach der Neustrukturierung der Tochtergesellschaft plötzlich kein Interesse mehr am Standort Limburg. "Mir blieb nichts anderes übrig, als den langfristigen Mietvertrag aufzulösen", sagte Kremer gestern dieser Zeitung.

Und als ob der Verlust des erhofften Zugpferdes nicht schlimm genug wäre, hat die Entscheidung weitreichendere Konsequenzen: Viele neue Mietverträge sind an ProMarkt gekoppelt. Das bedeutet, dass diese Mieter von ihren Verträgen zurücktreten können, wenn ihnen der "Ersatz" nicht gefällt.

Kremer ist überzeugt, dass es nicht dazu kommen und er stattdessen eine gute Alternative präsentieren wird. "Ich verhandele bereits mit mehreren Interessenten", sagte er der NNP. Am liebsten würde er, wie vorgesehen, einen "Unterhaltungselektroniker" ins Haus holen. Der Bebauungsplan lässt allerdings auch andere Sortimente zu.

Den Startschuss fürs Mechanikum betrachtet Kremer als positives Signal für die ins Stocken geratene Erweiterung des zweiten Bauabschnitts. Das sogenannte Science-Haus sei "ein tolles Projekt" – für die Region und weit darüber hinaus, vor allem jedoch für Limburg und natürlich auch für die "WERKStadt". Das "Mitmachmuseum" erstreckt sich auf zwei Etagen über insgesamt 1600 Quadratmeter.

Der Eigentümer freut sich außerdem über das am vergangenen Wochenende eröffnete Café und Bistro im Eingangsbereich ("das ist nicht nur optisch eine große Bereicherung"); tegut hat die Fläche vergrößert und an "Mühlenbäcker" untervermietet. Kremer verweist zufrieden auf andere neue Angebote. Dazu zählen die beiden Fitnessstudios im ehemaligen Casino und die "Lernwerkstadt" (für Nachhilfe) im Verwaltungsgebäude.

Der WERKStadt-Chef hat eine Reihe weiterer Ideen, um das Zentrum attraktiver zu machen. Für ein Vorhaben braucht er eine Freistellung vom Bebauungsplan. Der Betreiber der "Nachtschicht" will im Torhaus am früheren Posthof eine Diskothek mit Club-Atmosphäre auf gehobenem Niveau einrichten. Die Fläche entspricht in etwa der Größe der WERKStadt-Lounge.

Kremer betont zwar, dass eine Lärmbelästigung ausgeschlossen wäre, weiß aber um die mögliche Kritik. "Wenn das politisch nicht gewollt ist, lasse ich die Finger davon – obwohl ich das Konzept wirklich gut finde", sagte er.

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