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Wahlkampf im Landkreis Limburg-Weilburg: Was die Parteien bis zur Bundestagswahl im Landkreis planen

Die Sommerferien sind zu Ende, am Montag beginnt die Schule – und der Wahlkampf. Welche Parteiprominenz kommt bis zur Bundestagswahl am Sonntag, 24. September, in den Landkreis Limburg-Weilburg und was tun die Parteien, um die Wähler zu überzeugen?
Durch die Sommerferien war es bislang ruhig im Bundestagswahlkampf. Das wird sich jetzt schlagartig ändern, schon allein durch die Plakate. Durch die Sommerferien war es bislang ruhig im Bundestagswahlkampf. Das wird sich jetzt schlagartig ändern, schon allein durch die Plakate.
Limburg-Weilburg. 

Die Promis

Für die CDU wird der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer am Samstag, 2. September, 11 Uhr, an einem Infostand am Neumarkt in Limburg das Gespräch mit den Bürgern suchen.

Die heimische SPD holt einen Bundesminister in den Landkreis, der sogar beinahe selbst Kanzlerkandidat geworden wäre: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel besucht am Dienstag, 22. August, 10 Uhr, das Kurhaus Bad Camberg, wo er mit Bürgern ins Gespräch kommen will. Der Spitzenkandidat der hessischen SPD, Michael Roth, wird am gleichen Tag die Firma Ovalo in Limburg besuchen.

Die FDP freut sich auf den Besuch von Alexander Graf Lambsdorff. Der stellvertretende Präsident des Europäischen Parlaments und Neffe des früheren FDP-Bundeswirtschaftsministers kommt am Mittwoch, 16. August, nach Limburg. Der Vorsitzende der hessischen FDP-Fraktion René Rock macht am Donnerstag, 17. August, Station in Hadamar. Am 17. September wird es in der WERKStadt in Limburg einen Live-Stream vom Auftritt des Bundesvorsitzenden Christian Lindner auf dem FDP-Bundesparteitag in Berlin geben.

Höhepunkte des lokalen Wahlkampfes der Linken sind der Besuch von Janine Wissler, Fraktionsvorsitzende im Landtag, am kommenden Mittwoch beim Infostand der Linken in Limburg und die Visite von Christine Buchholz, verteidigungspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, am 15. September. Dass beide Auftritte in Limburg stattfinden werden, sei „etwas ungünstig“, räumt Wahlkampfchef Jörg Zimmermann ein. Doch in Weilburg mangle es an geeigneten öffentlichen Plätzen.

Am Donnerstag, 17. August, 19 Uhr kommt Umweltministerin Priska Hinz von den Grünen in die Limburger Stadthalle. Thema der Veranstaltung ist der soziale Wohnungsbau. Am Samstag, 19. August, 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr, besucht Omid Nouripour Limburg. Er ist Bundestagskandidat und Sprecher für Außenpolitik der Grünen-Fraktion. Das Sommerfest am heutigen Samstag, 15.30 Uhr, in Bad Camberg (Projektraum, Pfarrgasse 13) besucht außerdem Mathias Wagner, Fraktionsvorsitzender der Grünen im hessischen Landtag.

Für die AfD kommt André Poggenburg, Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, am Mittwoch, 30. August, 19 Uhr, ins Dorfgemeinschaftshaus Lindenholzhausen.

Die CDU

Im Etat der Kreis-CDU für den aktuellen Bundestagswahlkampf gebe es keine gravierenden Unterschiede zu 2013, teilt CDU-Kreisgeschäftsführer Tarik Cinar mit. Wobei ein direkter Vergleich schwierig sei: Die Bundestagswahl 2013 fand am selben Tag wie die Landtagswahl statt. Finanziell seien vor allem die Direktkandidaten Klaus-Peter Willsch und Markus Koob finanziell gefordert, da diese für ihre persönlichen Werbemittel sorgten. Sie kümmern sich auch selbst um ihre Online-Auftritte. Der Kreisverband helfe mit Rundschreiben, Druckerzeugnissen und Veranstaltungen mit und sei dadurch erheblich finanziell gefordert, weshalb bei Mitgliedern und Unterstützern um Spenden gebeten worden sei.

Plakate würden schon lange nicht mehr geklebt. „Bereits seit mehreren Wahlkämpfen setzen wir auf Hohlkammerplakate aus Polypropylen“, sagt CDU-Kreisgeschäftsführer Tarik Cinar. In Summe werden rund 2 300 CDU-Plakate in den Straßen des Landkreises hängen. Dazu kommen noch rund 30 Großflächen. Ansonsten kämen die klassischen Werbemittel wie Kugelschreiber, Flyer und Broschüren zum Einsatz.

Von den rund 1900 Mitgliedern im Landkreis unterstütze „ein Gutteil“ den Wahlkampf, indem sie Flyer austrügen, die sozialen Netzwerke bedienten oder im Haustürwahlkampf von Tür zu Tür liefen. Auch Koob und Willsch wollen sich – nicht zum ersten Mal –am Häuserwahlkampf beteiligen.

Die SPD

Auch bei der SPD tragen die Direktkandidaten Martin Rabanus und Hans-Joachim Schabedoth ihren Wahlkampf finanziell selbst – durch eigene Rücklagen und Spenden. Schabedoth hat zum Beispiel Spenden in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung, wie der SPD-Kreisvorsitzende Tobias Eckert auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. Unterstützung erhalten sie von den Ortsvereinen und vom SPD-Unterbezirk, der für den Wahlkampf 3000 bis 4000 Euro zur Verfügung stellt, was dem Niveau der Wahl vor vier Jahren entspricht.

Die Mitglieder hängen jeweils 500 Plakate mit dem Konterfei von Rabanus und Schabedoth im Landkreis auf sowie 400 bis 500 Plakate, die auf den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz aufmerksam machen, Außerdem werden nach Eckerts Angaben im Landkreis 100 bis 200 Themenplakate für die SPD werben und 35 Großplakate geklebt.

Beide Direktkandidaten werden auch einen Haustürwahlkampf machen. Rabanus nutzt darüberhinaus regelmäßig den Kurznachrichtendienst Twitter; doch damit, so Eckert, erreiche er vor allem Journalisten und weniger Bürger. Beide Kandidaten seien zudem auf Facebook aktiv.

Die Grünen

Der Etat der Grünen im Landkreis liegt zwischen 8000 und 9000 Euro – und damit auf dem Niveau der vergangenen Bundestagswahl. Die Partei stellt 450 Doppelplakattafeln und 240 Einzelplakattafeln auf, dazu kommen rund 80 kleinere und zwölf Großflächenplakate.

Zwischen 20 und 30 Helfer verteilen etwa 1200 Wahlzeitungen, dazu eine kleinere Anzahl von Wahlprogrammen und Flyer an Wahlständen. Dort werden auch kleinere „giveaways“, etwa Fähnchen oder kleine Windmühlen verschenkt.

Rund drei Wochen vor den Wahlen gibt es in größeren Orten Wahlstände. Auf Häuserwahlkampf verzichtet die Partei. Auch der Internetwahlkampf sei „bescheiden“, teilt die Partei mit, da Probleme beim Serverwechsel des Kreisverbands noch nicht gelöst werden konnten. In einigen Städten, etwa in Bad Camberg, hätten die Ortsverbände eine eigene Homepage. Aktionen und Veranstaltungen würden teilweise auch auf Facebook angekündigt.

Die Linke

Beim Wahlkampfstart hatten die Linken diesmal eindeutig die Nase vorn: Pünktlich zum autofreien Sonntag im Weiltal hatte die kleine Partei als einzige Plakate entlang der Strecke hängen. „Wir hatten den Vorteil, dass wir Amateure sind“, sagt Wahlkampfchef Jörg Zimmermann. Denn während die professionellen Plakateaufsteller grundsätzlich erst zum bundesweiten Wahlkampfstart loslegen, hatten die Linken sich in der Gemeinde vor Ort eine Genehmigung für den Frühstart geholt.

Insgesamt wollen die Linken im Kreisgebiet 700 Plakate aufhängen, dazu sind Infostände vor den Bahnhöfen und die Verteilung von Tausenden von Flyern direkt in die Briefkästen geplant. „Flächendeckend werden wir das aber nicht hinbekommen“, räumt Zimmermann ein. Schließlich bestehe sein Wahlkampfteam nur aus 15 bis 20 Aktivisten. Als Themenschwerpunkte seien Krieg und Frieden und der Bereich Soziales geplant.

Die FDP

Die FDP setzt neben klassischen Podiumsdiskussionen auf Besuche vor Ort, etwa bei Weinfesten. Es gibt und gab Weinproben mit den beiden Bundestagskandidaten Alexander Müller und Stefan Ruppert, bei Interesse kommen sie auch zum Abendessen vorbei und diskutierten dort „sehr intensiv über die inhaltlichen Vorstellungen der FDP“. Außerdem wird es ein sogenanntes Staufrühstück geben, bei dem die Kandidaten und Helfer Infomaterial an staugeplagte Autofahrer geben, um über die Infrastrukturpolitik zu informieren. In den fünf Wochen vor der Bundestagswahl kämen verstärkt Infostände dazu. Die Präsenz im Bereich Social-Media sei weiter ausgebaut worden. Der absolute Klassiker bei den Werbemitteln sei der FDP-Schwamm, teil die FDP-Kreisvorsitzende Marion Schardt-Sauer mit. Daneben beschränke sich die Partei auf die Grundausstattung; Ballons. Plakatiert werde flächendeckend mit etwa 1400 Plakaten. Der Kreisverband beteilige sich mit knapp 30 Personen und rund 3000 Euro am Wahlkampf der Kandidaten.

Die AfD

Für ihren Wahlkampf gibt die AfD einen „vierstelligen Betrag im oberen Bereich“ aus, sagt Direktkandidatin Christine Anderson. Der Kreisverband habe 1200 Plakate bestellt, davon 500 mit ihrem Konterfei, der Rest sei thematisch. Eigentlich habe der Bundesvorstand eine Kampagne geplant, doch der habe sie sich nicht angeschlossen, sagt Anderson. „Die haben zum Beispiel das Parteilogo geändert. Erstens kann das nur eine Mitgliederversammlung entscheiden, und zweitens macht man so etwas doch nicht sechs Monate vor der Wahl.“ Rund 20 Helfer hat sie, die sich um die Infostände, Flyer und die Aktivitäten im Internet kümmern. Auch ein Häuserwahlkampf ist geplant, allerdings sei noch nichts Konkretes festgelegt. Seit vier Wochen fahre außerdem zu Stoßzeiten ein Wahlkampfauto mit ihrem Konterfei durch die Straßen. Anhalten würde man aber nicht. „Das haben wir einmal im Rheingau-Taunus-Kreis gemacht, am nächsten Morgen war es komplett zugesprüht.“ sab/jj/dick

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