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Weniger Deutsch-Klassenarbeiten

Die Schüler im Westerwald und im Rhein-Lahn-Kreis wird es freuen: Die Zahl der Klassenarbeiten im Fach Deutsch soll nach derzeitigem Stand vom neuen Schuljahr an auf vier Arbeiten jährlich reduziert werden. Dafür setzte sich der rheinland-pfälzische Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband vehement ein und verlieh seiner Forderung bei Gesprächen mit Landespolitikern in Mainz nun Nachdruck.
Erfolgreiche Gespräche bezüglich der Reduzierung der Deutscharbeiten konnte der Landesvorstand des Deutschlehrerverbandes in Mainz führen (von links nach rechts): Michael Emrich (Referent Fach Deutsch), Dr. Markus Müller (Vorsitzender), Pascal Badziong (Pressereferent), Christian Buchner (Schatzmeister), Hans Beckmann (Staatssekretär) und Matthias Schneider (Schriftführer). Foto: Piel Erfolgreiche Gespräche bezüglich der Reduzierung der Deutscharbeiten konnte der Landesvorstand des Deutschlehrerverbandes in Mainz führen (von links nach rechts): Michael Emrich (Referent Fach Deutsch), Dr. Markus Müller (Vorsitzender), Pascal Badziong (Pressereferent), Christian Buchner (Schatzmeister), Hans Beckmann (Staatssekretär) und Matthias Schneider (Schriftführer). Foto: Piel
Westerwald/Rhein-Lahn. 

Das Ansinnen der Deutschlehrer in Rheinland-Pfalz ist leicht verständlich: Die Germanisten fordern von der Landesregierung die Änderung der betreffenden Verwaltungsvorschrift (VV) aus dem Jahr 1999 dahingehend, dass die Anzahl der Klassenarbeiten im Fach Deutsch reduziert wird. Derzeit müssen die Schüler der Sekundarstufe I (Klasse 5–10) pro Schuljahr sechs Klassenarbeiten (vier Aufsätze/zwei Diktate) schreiben. Einzig bei den Zehntklässlern im Land fallen jetzt schon die Diktate weg. "Eine Reduzierung der Klassenarbeiten würde es auch im Fach Deutsch einmal ermöglichen ungewöhnliche, aber motivierende Projektarbeiten durchzuführen", erklärt der Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Fachverbandes Deutsch, Dr. Markus Müller aus Nister, im Gespräch mit der NNP einen der Gründe, warum der Verband die Reduzierung fordert. Die Schüler und Lehrer seien bis jetzt als einziges Fach mit sechs Leistungskontrollen belastet, wodurch der Spielraum für weitere Unterrichtsinhalte, wie z.B. Projektarbeiten oder Grammatikeinheiten, gänzlich verloren gehe, wie der Westerwälder Deutsch- und Geschichtslehrer betont.

"Aufgrund der hohen Anzahl von Leistungsüberprüfungen ähnelte der Deutschunterricht bislang mitunter einem nicht endenden Trainingslager, das einzig auf die gerade anstehende Klassenarbeit vorzubereiten hatte", pflichtet auch Christoph Schappert, der am Studienseminar Mainz und als Lehrbeauftragter an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz tätig ist, seinem Kollegen bei. Tatsächlich ist Deutsch das Pflichtfach mit den meisten Klassenarbeiten während eines Schuljahres. In den Fremdsprachen wie Englisch, und Französisch werden größtenteils nur vier, in Mathematik fünf Arbeiten geschrieben. Dies versuchte der Landesvorstand des Deutschlehrerverbandes nun beim Antrittsbesuch beim neuen rheinland-pfälzischen Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann (SPD) sowie den übrigen Landtagsfraktionen in Mainz deutlich zu machen. "Wir gehen davon aus, dass es zum neuen Schuljahr eine neue Regelung und eine geringere Anzahl von Klassenarbeiten im Fach Deutsch geben wird", hatte Wolf-Jürgen Karle, der Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz, bereits im Oktober 2011 auf den Vorstoß des Deutschlehrerverbandes verkündet. "Die Erwartungen nach der Zusage sind nicht nur bei unseren Verbandsmitgliedern, sondern auch bei Schülern und Eltern immens", betonte Dr. Markus Müller im Gespräch mit Hans Beckmann. Der Bildungsstaatssekretär bestätigte gleichzeitig: "Die Zahl der Klassenarbeiten im Fach Deutsch in der Sekundarstufe I wird – nicht zuletzt durch Ihre Eingaben – schnellstmöglich reduziert."

Frist läuft ab

Der zuständigen Ministerin Doris Ahnen liege der Entwurf zur Freigabe vor. Bis zum kommenden Freitag, 29. Juni, läuft nun das Anhörungsverfahren, bei dem die Hauptpersonalräte und Verbände ihre Stellungnahme zum vorgelegten Entwurf abgeben können. Dabei ist davon auszugehen, dass die pünktliche Umsetzung funktioniert, denn schon im Vorfeld haben alle Betroffenen die Veränderung begrüßt. Die Verwaltungsvorschrift würde dann zum 1. August, noch vor dem neuen Schuljahr, in Kraft treten. So sollen aller Voraussicht nach ab Sommer nur noch vier Arbeiten (3 Aufsätze/1 Diktat) in den Klassen fünf bis neun geschrieben werden. Den Schülern soll nach der Reduzierung der Deutscharbeiten im Bereich der sogenannten "sonstigen (= mündlichen) Leistungen" genügend alternative Möglichkeiten geboten werden, um Leistungen zu erbringen. "Eine Reduzierung ist daher ohne Qualitätsverlust zu realisieren", so Müller. Auch beim Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen sieht man die Notwendigkeit des zügigen Handlungsbedarfs, wie deren bildungspolitische Sprecherin Ruth Ratter, selbst Deutschlehrerin, im Gespräch bekräftigte. Die CDU-Fraktion um deren Vorsitzende Julia Klöckner kündigte eine Anfrage im Bildungsausschuss an und zeigte Verständnis für die schnellstmögliche Umsetzung nach den Sommerferien.

Änderung überfällig

Dass die Änderung längst überfällig ist, findet auch Marcel Moning, der als Lehrer für Deutsch und Geschichte am Mons-Tabor-Gymnasium in Montabaur unterrichtet: "Die Reduzierung der Klassenarbeiten im Fach Deutsch wurde von mir und zahlreichen anderen Kolleginnen und Kollegen ersehnt. Umso erfreulicher ist es, dass die Landesregierung nun diese längst überfällige Entscheidung getroffen hat. Allerdings gehört auch zur Wahrheit, dass dieser Erfolg vor allem auf die Arbeit des Verbandes der Deutschlehrer in Rheinland-Pfalz zurückgeht, dem hierfür großer Dank gebührt."

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