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Fan-Fest: Wie Familie Tomic sich auf das WM-Finale vorbereitet

Von Am Sonntag fiebern sie für Kroatien: Die Familie Tomic tut alles dafür, damit im Endspiel die Atmosphäre stimmt. Sie wollen feiern und hoffen auf einen Sieg ihrer Mannschaft!
Sie fiebern für Kroatien: Ivo Oluic sowie Iva, Ante und Bosco Tomic. Foto: Petra Hackert Sie fiebern für Kroatien: Ivo Oluic sowie Iva, Ante und Bosco Tomic.
Bad Camberg. 

Kroatien! Seit ein paar Tagen ist das zum Schlachtruf geworden. Ich trage das Bändchen mit den Farben Rot, Weiß und Blau, und meine Turnschwestern haben schon gefragt: „Hältst Du zu Frankreich?“ – „Nein, Kroatien!!!“ Die Farben sind ähnlich, nur quer- statt längsgestreift, was man im Armband natürlich nicht sieht. Man erkennt’s aber am kroatischen Wappen, das ganz klein den Mittelpunkt des Armbands ziert. Die ganze Familie lacht schon, denn ich lege es nicht ab.

Wie ist es gekommen? Ich habe null Ahnung von Fußball, nur bei der WM schaue ich schon. Da die kroatische Fußballmannschaft so sehr gekämpft hat, außerdem die Familie Tomic im Bad Camberger Kurhaus komplett fußballbegeistert ist, ist der Funke übergesprungen. Und die Deutschen sind ja eh schon lange aus dem Rennen. Geschichte . . . Ich halte zu Kroatien, und Bosco Tomic ist überglücklich. Nicht nur meinetwegen.

Am Mittwoch wollte der Kurhauswirt das Halbfinale im Biergarten zeigen: Regengüsse machten einen Strich durch die Rechnung. Die eingefleischten Fans kamen trotzdem: 50 Eiserne fieberten im Clubraum des Kurhauses. Das 1:0 für England hat Bosco verpasst – da war er gerade Bier holen. Die kroatischen Tore kurz vor Schluss der regulären Spielzeit und in der Verlängerung hat er gesehen. Jetzt fiebert die ganze Familie mit. „Das ist das erste Mal, das Kroatien so weit gekommen ist“, erklärt Ante Tomic. Boscos Vater ist 70 Jahre alt und fußballbegeistert. Er habe noch kein einziges WM-Spiel verpasst, selbst wenn er „nebenbei“ arbeiten musste, sagt er. Und: „90 Prozent der Gäste am Mittwoch waren Deutsche. Sie haben alle zu uns gehalten.“

„Na dann viel Glück am Sonntag!“ Mit diesen Worten verabschiedet sich ein Ehepaar, das gerade die Terrasse verlässt. Kurdirektor Bodo Schäfer kommt hinzu. Zu wem er hält? „Kroatien!“, sagt er sofort. Und warum? „England war ja schon Weltmeister, damals, 1966, mit Hilfe des Wembley-Tors, das eigentlich gar keins war.“ Deshalb habe ihn der kroatische Sieg gefreut – unter anderem. Und Frankreich? Ein Favorit, klar. Doch Bodo Schäfer hält zum „Underdog“: „Kroatien hat es verdient.“

„Schreib was Gutes über Kroatien“, sagt Bosco Tomics Mutter Iva. „Hoffentlich klappt es“, meint dessen Cousin Ivo Oluic. Er ist zu Besuch aus Split in Bad Camberg und wird das Endspiel am Sonntag um 17 Uhr im Biergarten im Kurhaus sehen, der natürlich wieder öffnet. „Wir haben viel mehr Schirme bestellt, denn es soll ja sonnig werden“, sagt Bosco.

Der Treppenaufgang ist mit kleinen Fahnen verziert: Die deutsche und die kroatische im Wechsel. Größere haben sie natürlich auch, und T-Shirts. Ante hat schnell eins angezogen. Und wie schätzt er die Lage der Mannschaft ein? „Sie haben einen Tag weniger Erholung und mussten außerdem schon dreimal in die Verlängerung, das ist hart“, sagt er. Sohn Bosco ergänzt: „Aber sie spielen mit Herz. Genauso sollen sie weitermachen, dann klappt es schon!“

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