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Starke Böen: Wind verhindert Windparkbau: Letzte Gondel kann nicht montiert werden

Von Eigentlich sollten sich Windparkbetreiber freuen, wenn es kräftig bläst. Tun sie auch, aber erst wenn die Anlagen fertig montiert sind. Beim Zusammenbau der Großkomponenten mit Hilfe eines monströsen Raupenkrans ist Wind nämlich eher hinderlich. So wie gestern.
Der Kranhaken schwebt untätig über seiner 120 Tonnen schweren Last. Am Boden wehte zwar allenfalls ein laues Lüftchen, was aber nichts daran änderte, das 150 Meter weiter oben mit 8,5 Metern pro Sekunde eine deutlich zu steife Brise herrschte, die die Montage unmöglich machte. Der Kranhaken schwebt untätig über seiner 120 Tonnen schweren Last. Am Boden wehte zwar allenfalls ein laues Lüftchen, was aber nichts daran änderte, das 150 Meter weiter oben mit 8,5 Metern pro Sekunde eine deutlich zu steife Brise herrschte, die die Montage unmöglich machte.
Bad Camberg. 

An der letzten noch im Bau befindlichen Windenergieanlage im Windpark im Kuhbett sollte am Mittwoch die „Gondel“, das etwa 120 Tonnen schwere Maschinenhaus, auf 150 Meter gehoben und auf das oberste Stahlsegment des Turmes aufgesetzt werden. Die wie ein „geköpftes Osterei“ anmutende Gondel blieb jedoch am Boden. „Zu viel Wind, das wird heute nichts“, sagte Bauleiter Matthias Socha und schaut in die Windmess-App auf seinem Smartphone-Display. Viele Farben sind darauf zu sehen, nur eine fehlt – grün! „Zurzeit haben wir dort oben 8,4 Meter pro Sekunde, maximal 7,9 dürfen es sein, und das auch nur, wenn wir ein ausreichend großes Zeitfenster haben“, sagt Socha.

„Nichts riskieren“

Auch für Donnerstag hat die App in 150 Metern Höhe Windgeschwindigkeiten vorausgesagt, bei denen an eine Montage gar nicht zu denken ist. „Vielleicht Samstag, vielleicht aber auch erst nächste Woche, wir dürfen da nichts riskieren“, erklärt der Bauleiter und gesellt sich wieder zu seinen Kollegen im Baucontainer, wo gerade die Mittagssuppe aufgetragen wird.

Am Montag wäre eine Montage des Maschinenhauses durchaus möglich gewesen – tolles Wetter, gute Sicht, kaum Wind, aber: Auf die Flanken der Gondel sollte erst noch ein Firmenlogo aufgeklebt werden. „Vielleicht morgen“, hieß es am Montag, doch am Dienstag war der Raupenkran defekt, ein Hydraulikschaden. Der ist inzwischen behoben. Jetzt liegt es nur noch am Wind. Sollte es mit der Montage der Gondel in dieser Woche doch noch klappen, könnten am Samstag Generator und Nabe eingebaut werden. Die komplette Einheit wiegt dann 300 Tonnen.

Mit Fingerspitzengefühl

Mit „nur“ 15 Tonnen geradezu „federleicht“ sind dagegen die 56 Meter langen Rotorblätter aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die nächste Woche montiert werden könnten. Auch dann kommt es, wegen der enormen Windlast der elegant geschwungenen Flügel auf möglichst wenig Wind an. Wenn ein Blatt in 150 Meter Höhe von einer Böe erfasst wird und gegen den Turm oder die Gondel schlägt, wäre ein Millionen-Schaden unvermeidbar. Der Kranpilot braucht bei der Blattmontage extremes Fingerspitzengefühl, damit beim Einschweben die rund 60 Schraubbolzen ihr passendes Loch im Nabenkranz finden und verschraubt werden können. Bei dieser Millimeterarbeit kann schon ein laues Lüftchen für Stillstand auf der Baustelle sorgen.

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