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Wunderbarer Gesang in der Basilika

Die Marienstatter Abteikonzerte stehen in diesem Jahr unter dem Zeichen des 800-jährigen Jubiläums der Zisterzienser.
Das "Hilliard-Ensemble" begeisterte in der Abtei Marienstatt.	Foto: sk Das "Hilliard-Ensemble" begeisterte in der Abtei Marienstatt. Foto: sk
Marienstatt. 

Kein Wunder, dass der künstlerische Leiter Frater Gregor Brandt im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz aus diesem Anlass namhafte Künstler nach Marienstatt holt. So wie am Pfingstsonntag, wo das "Hilliard Ensemble", das sich 1974 in England gründete, zu einem außergewöhnlichen Konzert in der bis auf den letzten Platz besetzten Basilika zusammenfand.

Frater Gregor, der die vielen Gäste begrüßte, nannte die Begegnung mit diesem Ensemble, das heute als eines der weltbesten gilt, als einen neuen Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

In der Tat: Schon zur stimmungsvollen Eröffnung, zu der die vier Sänger aus verschiedenen Richtungen der Basilika kommend den Altarraum betraten und den Hymnus zum heiligen Geist "O ignis Spiritus" von Hildegard von Bingen (1098–1179) intonierten, erfüllte wunderbarer Gesang den Kirchenraum. Es wurde einem die eindringliche Schönheit des mystischen Gesangs der Mystikerin und Seherin Hildegard bewusst, deren Melodien nur in einer einzigen Quelle überliefert sind. Es sind Texte, die, mit Ausnahme eines Kyrie, zum großen Teil den literarischen Werken Hildegards entnommen sind.

Insofern machte das weltberühmte Quartett mit Davis James (Countertenor), Steven Harrold (Tenor), Rogers Covey-Crump (Tenor) und Gordon Jones (Bariton) eine einmalige Zeitgeschichte lebendig, die mit einer selten erlebten Klangfarbe ganz erheblich zu diesem Kunstgenuss beitrug. Ganz abgesehen von der meditativen Wirkung, von der der anwesende Abt Pater Andreas Range mit seinen Mönchen ebenso angetan war, wie die begeisterte Zuhörergemeinde.

Das Ensemble, das nach dem englischen Miniaturenmaler Nicholas Hilliard (1547–1619 )benannt ist, zeichnet sich wahrlich in den Miniaturen der Vokalmusik aus. Besonders der Countertenor David James brillierte mit einem hellen leuchtenden und wunderbaren Ton, der weit über eine "normale" Altstimme hinausgeht. Die Verschmelzung zu einem homogenen Ganzen geschieht ganz unaufdringlich unter Beherrschung der Stimmregister.

Hatte sich das "Hilliard Ensemble" ursprünglich auf die Musik des 16. Jahrhunderts spezialisiert, so hat die unbestrittene Qualität des Ensembles, auch durch den unverwechselbaren Klang, zahlreiche zeitgenössische Komponisten inspiriert, Werke für die "Hilliards" zu schreiben.

Natürlich waren da Beispiele zu hören. In immer wieder wechselnden Besetzungen mit einem gewissen sphärischen Klangmuster ließen sie erkennen, was doch alles mit der menschlichen Stimme möglich ist. Dabei nutzten die Sänger natürlich ihre große Erfahrungen aus, auch mit den Elementen der Raumakustik einen intensiven und ausdrucksstarken Klang zu erzielen. Sie zwingen praktisch die Zuhörer durch die Dringlichkeit der Tonsprache zum intensiven Hören.

Nicht nur dem Geist des Pfingstfestes, das auch als der Geburtstag der Kirche angesehen ist, war das Programm abgestimmt, sondern auch auf die Gottesmutter, die ja von den Zisterziensern in Marienstatt stark verehrt wird. "Aus Liebe zu Christus", jenes Leitwort, das das Jubiläum begleitet, führt auch die Liebe zu Maria, die das Quartett mit der großartigen Komposition "Most Holy Mother of God" des zeitgenössischen Arvo Pärt (geb. 1935) abschloss. Hier machten sich die hohe Kunst des Gesangs mit tiefgreifenden Elementen des Glaubens noch einmal ganz und gar bemerkbar. Man war wie hingerissen. Stehende Ovationen und langer Applaus waren der Dank des begeisterten Publikums für ein nicht alltägliches Konzert.

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