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Generationenhilfe Hünfelden: Zum Spielen ist niemand zu alt

Vor 30 Jahren gehörten sie zum typischen Familienwochenende wie Kaffee, Kuchen und Sonntagsbraten: Brettspiele sorgten vielerorts dafür, dass an den Küchentischen gelacht, gezankt und eng zusammengerückt wurde. Die Generationenhilfe in Hünfelden lässt viele Spiele in bunter Runde wieder aufleben.
Das Rummikub-Spiel gehört inzwischen zur Spielerunde der Generationenhilfe Hünfelden fest dazu. Foto: Leoni Dowidat Das Rummikub-Spiel gehört inzwischen zur Spielerunde der Generationenhilfe Hünfelden fest dazu.
Kirberg. 

Donnerstagnachmittag in einem Nebenraum des Kirberger Rathauses: Eine Gruppe von acht älteren Damen sitzt an einem langen Tisch. Sie begrüßen einander und verteilen Getränke, immer wieder geht die Tür auf. Die Neuankömmlinge tragen nicht selten ausgebeulte Taschen mit sich, aus Jutebeuteln schaut bereits ein Spielbrett heraus. „Und was spielen wir heute?“, fragt Christel Lenz, eine der Vorsitzenden der Generationenhilfe Hünfelden schließlich.

Erinnerung an die Enkel

Eine Dame zieht einen Karton aus der Tasche. „Ich habe ein Rummikub-Spiel mitgebracht“, verkündet sie. Als sie bei der vorherigen Spielerunde vor 14 Tagen zum ersten Mal dabei war, habe sie dieses Spiel gelernt. „Da ist mir eingefallen, dass ich es irgendwoher kannte, und als ich vor kurzem meinen Schrank aufgeräumt habe …“, erzählt sie. Erinnerungen an die Enkelkinder, die auch schon vor den weißen Plättchen saßen und knobelten, werden wach. Denn vor allem der jüngste Familiennachwuchs ist für viele Senioren in Hünfelden der treueste Spielkamerad, wie auch eine andere fleißige Mitspielerin erzählt: „Ich habe erst vor ein paar Jahren Skat von meinem Enkelkind gelernt.“ Mehr aus Pragmatismus als aus großer Spiellust, wie sie lachend hinzufügt. „Mein Mann hat es ebenfalls gelernt, und jetzt brauchen die beiden noch einen dritten Mann.“

Dabei war Skat ein Spiel, das früher vor allem die Männer in feuchtfröhlicher Runde spielten. „Richtig organisierte Spielenachmittage gab es nicht – zumindest nicht für Frauen“, erinnert sich Christel Lenz. Brauereien, Landwirtschaften oder Gaststuben: Im ländlichen Raum blieb im Alltag nur wenig Zeit für Brettspiele. Dass die Spielkarten oder die Bretter ausgepackt wurden, geschah allerhöchstens am Sonntag in der Familie, da sind sich die meisten Mitglieder der Generationenhilfe einig.

„Rommé haben wir früher oft gespielt“, erinnert sich Christel Lenz. Es ist eines der Spiele, welche auch hier am Spielenachmittag großen Zuspruch finden. „Auch Klassiker wie Mensch-ärgere-dich-nicht oder Halma bringen die Teilnehmer oft mit“, erzählt sie.

Eingespieltes Team

Die Spielenachmittage finden dabei vor allem im Winter oder bei schlechtem Wetter statt, wenn man es sich bei aufgedrehter Heizung und heißem Tee im Kirberger Rathaus gemütlich machen kann. „Im Sommer unternehmen wir dann auch gerne Dinge draußen – im Hessenpark waren wir schon, und sogar eine Kutschfahrt haben wir unternommen“, berichtet Christel Lenz. Zusammen mit Hildegard Hanke organisiert sie die Nachmittage für die Senioren der Gemeinde Hünfelden. Die Spielrunde der Generationenhilfe bestehe mittlerweile aus einem im wahrsten Sinne des Wortes eingespielten Team von ungefähr zehn bis zwölf Mitspielern.

In Zukunft wolle man aber nicht nur im geschlossenen Kreis den Brettspielen frönen. „Wir sind einmal im Monat in der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dauborn zum Mittagessen“, berichtet Marianne Hübsch, die Vorsitzende der Generationenhilfe. Dabei habe sie sich bereits mit den Lehrern der Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag über die Spielerunde unterhalten. „Wir planen gerade einen Spielenachmittag in der Schule mit den Kindern“, so Marianne Hübsch weiter. Damit Memory, Rummikub & Co. auch weiterhin nicht in Vergessenheit geraten und so mancher Spielekarton wieder aus dem Schrank geholt wird.

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