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Zwei Pfadfinderinnen in Chicago

Annabelle Nickel (15) aus Heckholzhausen und Astrid Schmidt (23) aus Leun-Stockhausen vom Weilburger Stamm "Konradstein" haben am "Girls‘ World Forum" der Pfadfinderinnen in Chicago teilgenommen. Dieses fand anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Frauenarbeit der Pfadfinder in den USA mit 300 Teilnehmerinnen aus 145 Ländern statt.
Annabelle Nickel (links) und Astrid Schmidt blickten beim Weltforum der Pfadfinderinnen vom welthöchsten Gebäude "Willis Tower" auf die Skyline von Chicago. Annabelle Nickel (links) und Astrid Schmidt blickten beim Weltforum der Pfadfinderinnen vom welthöchsten Gebäude "Willis Tower" auf die Skyline von Chicago.
Beselich/Weilburg/Chicago. 

Annabelle Nickel (15) aus Heckholzhausen und Astrid Schmidt (23) aus Leun-Stockhausen vom Weilburger Stamm "Konradstein" haben am "Girls‘ World Forum" der Pfadfinderinnen in Chicago teilgenommen. Dieses fand anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Frauenarbeit der Pfadfinder in den USA mit 300 Teilnehmerinnen aus 145 Ländern statt.

Für die beiden heimischen Aktiven war die Reise ein unvergessliches Erlebnis. Lediglich drei deutschen Pfadfinderinnen war es vergönnt, nach Chicago zu fliegen. Über Zuschüsse wurde ihnen ein nicht unerheblicher Teil der Kosten erstattet. Aber Annabelle und Astrid ging es nicht darum, billig in die USA zu reisen, sondern Pfadfinder-Kolleginnen aus der ganze Welt kennenzulernen und sich mit ihnen über Arbeit und Lebensumstände auszutauschen. Obwohl der Grundgedanke der Organisation überall auf der Welt gleich ist, nämlich für die Gesellschaft Vorbilder zu sein, gibt es natürlich auch unterschiedliche Themenschwerpunkte in den Ländern. Während den beiden Weilburger Aktiven ("Da können wir hier etwas bewegen") das Thema Umweltschutz besonders wichtig war, haben andere Pfadfinderinnen mehr mit dem Thema Armut zu kämpfen oder für Frauenrechte in ihren Heimatländern. Astrid berichtet, wie es sie berührt hat, als eine Kollegin ihr über die ärmlichen Verhältnisse in Simbabwe erzählte. Besonders toll bei Pfadfinderinnen findet Annabelle, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Niemand kritisiere, wenn sie kein perfektes Englisch spreche.

"Ich weiß nicht, ob ich alleine mit einer anderen Jugendgruppe in die USA gefahren wäre", sagt Annabelle Nickel. Astrid Schmidt hingegen war vorher schon einmal für ein Gastschuljahr in Südkalifornien. Die pulsierende Stadt Chicago zu erleben, war dann aber nochmal etwas anderes. "Dagegen ist die Frankfurter Skyline wirklich gar nichts", berichtet sie. Vom "Willis Tower", mit 442,30 Meter eines der höchsten Gebäude der Welt, hatten sie einen perfekten Blick über die Stadt. Ebenfalls besuchten sie den Brookfield Zoo und unternahmen eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus. "Das Treffen war etwas ganz Tolles. So viele Pfadfinderinnen auf einmal, und dann dieses Riesenland", schwärmt Annabelle.

Eine Frage der Haltung

Astrid Schmidt sagt, Kinder und Jugendliche sollten durch Pfadfinderarbeit zu verantwortungsbewussten Menschen gemacht werden. "Durchaus zu kritischen Leuten, die eine eigene Meinung haben und diese dann auch vertreten", erläutert die Leunerin. Die Pfadfinder mischten sich nicht in die Tagespolitik ein, sagten aber zu ihren Leuten, dass sie sich politisch informieren sollten. Prinzipiell sei jeder willkommen, Aggressionen, Alkoholexzesse, Leute vom rechten und linken Rand seien nicht gefragt. "Pfadfinder sind Menschen, die familiär und freundschaftlich miteinander umgehen und diese Haltung auch nach außen tragen". Sie treffen sich jede Woche in Gruppenstunden, wo die Jugend zusammen basteln, spielen oder singen kann. Zudem gibt es regelmäßig Zeltlager. Ab sechs Jahre kann jeder mitmachen. Wer 16 Jahre oder älter ist, kann dabei bleiben und die Jüngeren unterstützen. So wird den Aktiven beispielsweise Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Arbeitsplatz angeboten. "Pfadfinder bleibt man sein Leben lang", so Annabelle. Das sei keine Frage des Alters, sondern der inneren Haltung.

Innerhalb der Organisation bezeichnet man übrigens aber nur die 14- bis 16-Jährigen als Pfadfinder. Bis elf Jahre gehört man zu den Wölflingen, dann zu den Jungpfadfindern, und wer 17 und älter und Betreuer ist, darf sich Ranger bei den Jungen oder Rover bei den Mädchen nennen. Annabelle aus Beselich erinnert sich zurück: "Ich bin mit 13 rein." Sofort habe sie interessant gefunden, was sie da erlebt habe. Astrid ergänzt, die Erzählungen ihres älteren Bruders über witzige Fahrten und Lager habe sie begeistert. Hier habe sie vieles für ihr Leben gelernt, wie man Kanus repariert, Reifen wechselt oder ein Haus renoviert. In den USA legten die Pfadfinder noch mehr Wert auf den sozialen Aspekt, zum Beispiel mit Armenspeisungen. Pfadfinder, die Auslandserfahrung sammeln wollen, können für sechs bis zwölf Monate in eines der Weltzentren in Indien, Mexiko, England oder der Schweiz gehen.

Die Weilburger Pfadfinder nehmen gerne noch Interessierte auf. Wer Lust bekommen hat, mitzumachen, erhält nähere Informationen über die Homepage www.konradstein.de. Der Stammesführer Joél Geißler ist unter Telefon:  (0 64 72) 1663 oder joel@konradstein.de erreichbar.rok

(Robin Klöppel)
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