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Bürgermeister muss Kleingeld sammeln: 2 Millionen Euro kostet das Feuerwehrhaus in Vockenhausen

Von Das ist heute nicht unüblich: Das Obergeschoss wächst bereits in die Höhe, da wird noch der Grundstein gelegt. So auch beim Feuerwehrhaus in Vockenhausen.
Der Vockenhausener Wehrführer Alexander Seiffen (rechts) macht den Deckel auf die Grundstein-Metallhülse mit den aktuellen Zeitungen sowie den Reden. Davor wird dann der Grundstein platziert (kleines Bild links). Foto: Knapp Der Vockenhausener Wehrführer Alexander Seiffen (rechts) macht den Deckel auf die Grundstein-Metallhülse mit den aktuellen Zeitungen sowie den Reden. Davor wird dann der Grundstein platziert (kleines Bild links).
Vockenhausen. 

In einen Grundstein gehört neben Zeitungen ein Satz aktueller Münzen. Den hatte zwar keiner vorbereitet zur gestrigen Grundsteinlegung am neuen Vockenhausener Feuerwehrhaus. Aber Bürgermeister Alexander Simon kann in solchen Dingen spontan sein und sammelt ein – die eine Münze von der Ersten Stadträtin, die andere vom Feuerwehrchef. Ganz schnell waren die Münzen zusammen – die Grundsteuererhöhung sei gar nicht notwendig gewesen, scherzte der Rathauschef.

Dabei konnte er sich sicher sein, dass dies niemand ernst nahm – sonst wäre es eine politisch brisante Aussage gewesen. Für gute Laune sorgte auch, dass das Bauvorhaben im Zeitplan liegt, und das trotz allerlei Anfangsschwierigkeiten, von verschmutztem Untergrund bis zu Kabeln, die in keinem Plan eingetragen sind. „Die Baustelle läuft richtig rund“, so Simon.

Dies ist an der Embsmühle gut zu erkennen. Das Erdgeschoss steht, gerade wird das Obergeschoss hochgezogen. Dem folgt das Dach, dann Türen und Fenster. Heizung, Wasser, Sanitär, diese Gewerke werden gerade ausgeschrieben. Ohne Unterbrechungen soll eines nach dem anderen abgearbeitet werden – dafür, dass bisher gut funktionierte, gab es Lob von allen Beteiligten für alle Beteiligten.

Mehrfach klang an, dass hier nicht nur ein neues Feuerwehrhaus gebaut wird. Die Feuerwehr ist schon so lange so unzureichend untergebracht, dass mit dem Neubau ein drängendes Problem gelöst wird. Nach dem Umzug werde man sich auf die eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr konzentrieren können, ohne sich ständig mit den unzureichenden Verhältnissen befassen zu müssen, so Wehrführer Alexander Seiffen.

Bürgermeister Simon geht davon aus, dass das Gebäude nicht nur innen funktionell wird, sondern auch von außen etwas her macht; er sprach von einer städtebaulichen Dominante. Um einen ungewöhnlichen Baukörper handelt es sich auf jeden Fall, wenigstens teilweise nimmt er die spitz zulaufende Form des Grundstücks vor dem Sportplatz auf. Sechs Stellplätze umfasst die Wagenhalle, außen dürfte der Übungsturm ein Blickfang werden. Über zwei Millionen Euro werden verbaut, im Sommer des nächsten Jahres soll die Feuerwehr umziehen.

Wehrführer Seiffen ließ durchblicken, dass die Entscheidung für diesen Standort so einfach gar nicht gewesen ist. Noch 2012 habe man sich mit Überlegungen befasst, den alten Standort so nachzubessern, dass man dort bleiben könne. Dass die aktuelle Unterkunft den Vorteil hat, zentral im Ort zu liegen, kann auch gar nicht bestritten werden. Noch als im Januar des vergangenen Jahres die Bäume auf dem Platz gefällt wurden, hätten viele nicht daran geglaubt, dass es nun doch etwas wird mit dem neuen Spritzenhaus.

„Glücklich, dass wir es endlich hingekriegt haben“, ist auch Ortsvorsteher Henning Quitzau. Der denkt schon einen Schritt weiter – nämlich an die Zukunft der Ortsmitte, wo die Feuerwehr noch ungefähr ein Jahr im Rathaus beheimatet ist. Er wünsche sich eine ähnlich gute Diskussion und eine ähnlich einmütige Entscheidung auch zur Zukunft der Ortsmitte, so Quitzau. Ob das Rathaus stehen bleiben kann oder ob an gleicher Stelle oder anderswo ein neues gebaut wird, welche weiteren Nutzung in der Ortsmitte noch untergebracht werden, ob die Stadt selbst baut oder ob ein Investor zum Zuge kommt – all das sind Fragen, die in nächster Zeit beantwortet werden sollen. Das Thema wurde vielfach schon zum Schwerpunkt der laufenden Wahlperiode erklärt. Komplett leer stehen werden die bisher von der Feuerwehr genutzten Räume für die anstehende Übergangszeit nicht – die Verwaltung ist so beengt untergebracht, dass sie etwas mehr Platz gut gebrauchen kann.

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