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Krebshilfe: 200 Radler treten für kranke Kinder in die Pedale

Von Viel Sport- und Medizin-Prominenz war gestern beim Pharmahersteller Sanofi im Südteil des Industrieparks Höchst zu Gast: Die „Tour de Hoffnung“ für krebskranke Kinder machte dort auf der Etappe von Frankfurt nach Darmstadt Station.
Professor Jochen Maas (Mitte) ist gestern die Etappe vom Industriepark Höchst bis nach Darmstadt mitgeradelt. Foto: Maik Reuß Professor Jochen Maas (Mitte) ist gestern die Etappe vom Industriepark Höchst bis nach Darmstadt mitgeradelt.
Frankfurt. 

Prof. Jochen Maas, 2,04-Meter-Mann, Ex-Handballprofi und heute als promovierter Tiermediziner Forschungschef von Sanofi im Industriepark Höchst, schlüpfte aus seinem rot gepunkteten Carrefour-Trikot und streifte das grüne der „Tour de Hoffnung“ über, das ihm die einlaufenden Radler mitgebracht hatten: Maas und seine Geschäftsführer-Kollegen – Arbeitsdirektor Oliver Coenenberg und Clemens Kaiser, der Vorsitzende der Geschäftsführung – fuhren gestern die 31-Kilometer-Strecke vom Industriepark bis Darmstadt mit.

Rund 200 grün gekleidete Radler waren vom Hotel Maritim an der Theodor-Heuss-Allee zum Industriepark gekommen, um das Geschäftsführer-Trio abzuholen – und den 15 000-Euro-Scheck, den Sanofi als Beitrag zum Gesamterfolg der Tour spendete. Sie findet schon zum 35. Mal statt: Menschen treten bei der rund 300 Kilometer langen Benefiz-Tour kräftig in die Pedale, um krebs- und leukämiekranken Kindern zu helfen. Gestartet wurde am Mittwoch in Gießen, Ende ist heute in Heidelberg.

Alle gesammelten Spendengelder fließen – ohne Abzüge – in die Bereiche Forschung, pflegerische und psychosoziale Betreuung, neue Behandlungskonzepte und pflegerische Unterstützung von krebs- und leukämiekranken Kindern. Bereits 1983 wurde die Tour der Hoffnung von Prof. Dr. Fritz Lampert in Gießen ins Leben gerufen. Sie ist die größte privat organisierte Benefiz-Radtour in Deutschland. Und es sind immer viele Prominente dabei, meist ehemalige Leistungssportler.

Viel Sportprominenz

Im Pulk der grünen Radler waren gestern unter anderem mit dabei: die diesjährige Schirmherrin und ehemalige Biathletin Petra Behle, Boxer Henry Maske, Radsportler Kai Hundertmarck, Bob-Ikone Christoph Langen, Ruderin Nicole Faust, Radrennfahrer und Radsport-Bundestrainer Klaus-Peter Thaler und Hans-Josef „Jupp“ Kapellmann, Fußball-Weltmeister 1974 und Arzt. Viele Mediziner fahren mit, besonders Menschen, die in der Kinderkrebsheilkunde arbeiten, so auch Prof. Dr. Thomas Klingebiel, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Frankfurt. Viele Olympiasieger, Welt-, Europa- und Deutsche Meister oder DDR-Meister sind zumindest auf einem Teilabschnitt der Gesamttour dabei.

In den 35 Jahren, die es die „Tour de Hoffnung“ jetzt gibt, sind insgesamt rund 36 Millionen Euro eingefahren worden. Sanofi-Forschungschef Maas überreichte die 15 000 Euro von Sanofi, die Pharmafirma Abbvie aus Wiesbaden steuerte noch einmal 5000 Euro bei. Abgerechnet wird zum Schluss: Im vergangenen Jahr kam eine Rekordsumme von mehr als 2,3 Millionen zusammen.

Nachhaltige Aktion

Für Maas ist die „Tour de Hoffnung“ eine der nachhaltigsten Benefiz-Aktionen: „Als vor 35 Jahren damit angefangen wurde, war eine Leukämie-Diagnose noch gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Heute sind die Heilungsraten signifikant erhört, je nach Art der Erkrankung auf bis zu 80 Prozent.“ Maas wurde von einem Chefarzt der Kinderklinik in Darmstadt angesprochen, ob er nicht spenden wolle; die Aufforderung, an einer Etappe teilzunehmen, sei quasi „das Bonbon“ gewesen.

Die 31-Kilometer-Etappe nach Darmstadt ist für den Ex-Sportler Maas ein Klacks: Vergangene Woche erst ist er mit einem seiner Söhne in zwei Tagen von Köln nach Darmstadt geradelt – er wohnt dort. Leider ist gerade sein Rennrad zu Bruch gegangen, und so hat er sich jetzt mit dem Mountainbike auf die Strecke gemacht. Für den 2,04-Meter-Mann war das aber keine Frage: „Wenn Sie meine Statur haben, fahren Sie lieber auf einem Mountainbike, das für ihre Größe passt, als auf einem geliehenen Rennrad, das vielleicht viel zu klein ist.“

Wer mehr wissen möchte

Weitere Informationen gibt es unter www.tour-de-hoffnung.de im Internet.

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