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500 zornige Wallauer

Von Die Interessengemeinschaft "Wallauer für Wallau" übergab Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) eine Petition mit 3212 Unterschriften. Eine Zahl, die allerdings wenig seriös erscheint.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene gingen am Samstag bei herrlichem Sonnenschein auf die Straße, um zu protestieren.	Fotos: Nietner Bilder > Kinder, Jugendliche und Erwachsene gingen am Samstag bei herrlichem Sonnenschein auf die Straße, um zu protestieren. Fotos: Nietner
Wallau. 

Dass Gisela Stang wenige Wochen vor der Bürgermeisterwahl irgendwelche Versprechungen zum Thema Ländcheshalle machen würde, damit war nicht zu rechnen. Auch die Interessengemeinschaft (IG) "Wallauer für Wallau" hatte, was das angeht, keine großen Erwartungen. Doch mit Unterstützung von gut 500 Demonstranten untermauerte die IG ihre Botschaft, dass sie sich mit einer Basislösung für die neue Ländcheshalle nicht zufrieden geben will.

Jakob (9) hatte ein Banner mit der Aufschrift "Wallau reicht‘s" gemalt. Mit seinem Freund Felix (8) führte er am Samstagnachmittag den Protestmarsch vom Feuerwehrhaus bis zur Ländcheshalle an. Eine Kapelle befeuerte die Stimmung mit der Coverversion zu dem Pet Shop Boy‘s Hit "Go West" - "Steh auf, wenn Du Waller bist". Mit Flaggen und Transparenten bekräftigte die Schar ihren Unmut über eine Minimallösung, mit der die Stadt droht, wenn sich der TV Wallau nicht angemessen am Neubau beteiligt. Da kochen die Emotionen. Dass die Schulturnhalle und die Ländcheshalle durch eine einzige Dreifeld-Halle ersetzt werden sollen, dagegen gingen die Bürger mit Rasseln und Tröten auf die Straße. Und dass alle Zusatzwünsche der Turnverein bezahlen soll, das sehen die Wallauer nicht ein, die sich als der Stadtteil mit dem größten Gewerbesteueraufkommen Hofheims ungerecht behandelt fühlen.

Ziel nicht erreicht

Wie viele Mitglieder des TV Wallau hatte sich Markus Pichert mit seiner Tochter Sophie der Demo angeschlossen. Die Vierjährige geht begeistert zum Kinderturnen. Gibt es künftig nur noch eine Halle, so fürchtet der Familienvater, dass der Turnverein seine Angebote zurückfahren muss. Obwohl mit gut 500 Demonstranten die IG ihr Ziel nicht erreicht hatte (von den 400 Bürgern, die bei der ersten Demo in Hofheim dabei waren, sollte jeder einen weiteren Sympathisanten mitbringen), war IG-Mitglied Gerold Schnell dennoch zufrieden. Ihre Forderung, dass die Stadt eine Lösung zum Neubau inklusive Gymnastikraum und Gaststätte vorlegt und finanziert, hatte die IG in einer Petition zusammengefasst, die von 3212 Bürgern unterstützt wird. Davon kommen allerdings nur 1842 aus Hofheim. Dass man eine ganze Menge Sympathisanten von sonst woher angeheuert hatte, gibt die IG unumwunden zu. So hatten beispielsweise 250 Wiesbadener unterzeichnet - Eppsteiner, Leute aus Kiel und Berlin waren auch dabei.

Obwohl sie einen schweren Stand hatte, stellte sich Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) nach der Demo der Menschenmenge. Die IG entschuldigte sich fast schon bei der Rathauschefin, dass diese stellvertretend für den Magistrat und alle Stadtverordneten den Zorn der Wallauer abbekam. Doch auch die anderen beiden Bürgermeisterkandidaten Wolfgang Exner (CDU) und Horst Schneider (Grüne), die sich wie Stadtverordnetenvorsteher Vater, weitere Stadtverordnete und Magistratsmitglieder vor der Ländcheshalle eingefunden hatten, vernahmen den Unmut. Als kleines Geschenk erhielt Gisela Stang ein Ruhekissen mit der Aufschrift "Liebe Grüße aus Wallau". Die Rathauschefin parierte schlagfertig. Sie könnte sicher besser schlafen, wenn sie wüsste, wie es mit der Halle weiter geht.

Laute Buhrufe

Auch wenn die IG nicht erwartet hatte, dass Stang irgendwelche Versprechungen machen würde, so hatten sich einige Zuhörer deutlichere Worte der Rathauschefin erhofft. Diese hatte es manchmal schwer, sich gegen die Buhrufe der Protestierer Gehör zu verschaffen. Ihre Einlassung, dass sie Verständnis für den Protest habe, nahm die Menge der Bürgermeisterin nicht ab. Stang erklärte, dass sich die Stadt in der letzten Woche mit dem TV Wallau auf einen Architekten geeinigt habe, der nun ein Konzept für eine Halle erstelle, "die Ihren Anforderungen gerecht wird und die wir alle bezahlen können". Die IG gab der Rathauschefin klar zu verstehen, dass sie bei der Finanzierung deutliche Zugeständnisse von der Stadt erwartet. In wenigen Wochen sollen die ersten Entwürfe des Raumkonzepts fertig sein. Die IG versprach, so lange ruhig zu halten, bis Pläne und Zahlen auf dem Tisch liegen. Sollten die anschließenden Gespräche allerdings nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen, "dann werden wir Euch wieder brauchen", verabschiedete die IG die Demonstranten.

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