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Auf der Linie des Landrats

Von Zuerst der Landrat und nun der Bad Sodener Magistrat: In einer Stellungnahme zum Lärmaktionsplan Luftverkehr üben Bürgermeister & Co. deutliche Kritik am Planentwurf des Regierungspräsidiums Darmstadt.
Bad Soden. 

Eigentlich habe der Landrat ja schon alles gesagt, meint Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU). Schlichtweg als "Unsinn" hatte Michael Cyriax (CDU) bezeichnet, dass der Plan des Regierungspräsidiums auf veraltetem Datenmaterial basiert. "Peinlich" findet auch Altenkamp, was sich das Regierungspräsidium da geleistet habe. Auch wenn der "brillanten und auf den Punkt gebrachten Erklärung des Kreises" inhaltlich nicht viel hinzuzufügen sein wird, hat sich der Magistrat Bad Sodens entschlossen, kurz vor Ablauf der dafür möglichen Frist eine eigene Stellungnahme abzugeben. "Wir setzten auf den Verstärkungseffekt und wollen deutlich machen, dass Bad Soden die Sache genauso bewertet wie der Kreis", so die Erklärung des Bürgermeisters. Heute ist der letzte Tag, an dem Stellungnahmen zu dem am 3. September veröffentlichten Lärmaktionsplan möglich sind.

Besonders verärgert zeigt sich Altenkamp über die mangelhafte Öffentlichkeitsbeteiligung. "Hier wurde eine Autobahn im Himmel gebaut ohne ein ordentliches Beteiligungsverfahren", so Norbert Altenkamp. Schlagartig und ohne Beteiligung der Stadt Bad Soden hatte sich die heile Welt über den Dächern der Kurstadt am 10. März 2011 mit der Verschiebung der nördlichen Gegenanflugroute geändert. Die Stadt hat deswegen bereits Klage eingereicht (wir berichteten). "Wir sind alle überrumpelt worden. Hier wurde nicht mit offenen Karten gespielt", hält Altenkamp fest.

Mit seiner Stellungnahme erhofft sich der Magistrat, dass nun zumindest der Lärmaktionsplan des Regierungspräsidiums neu überarbeitet wird und zwar "mit realistischen Zahlen und nicht mit Daten, die mit der Realität nichts zu tun haben".

Ob die Eingabe zu einer Überarbeitung des Plans führen wird, bleibe abzuwarten. Jochen Naumann, Sprecher der Initiative gegen Fluglärm im Vordertaunus, zeigt sich skeptisch. "Es wäre natürlich der Idealfall, wenn dadurch ein vernünftiger Plan mit vernünftigen Maßnahmen, die ja auch gesetzlich gefordert sind, bewirkt werden könnte." Wenn sich das Regierungspräsidium allerdings nicht zu einer Überarbeitung entschließen sollte, wäre auch das ein interessantes Ergebnis. "Das würde zeigen, dass die Landesregierung nicht ernsthaft um Lärmminderung bemüht ist und kein Interesse an den Nöten der Kommunen hat."

Die Initiative setzt auf weiteren öffentlichen Druck und ruft zur Teilnahme an der Demonstration am Jahrestag der Einweihung der Landebahn, übermorgen, Sonntag, 21. Oktober, von 15 Uhr an auf. Um 13 Uhr beginnt eine Mahnwache am Terminal 1 des Flughafens. Eine Kundgebung ist an der Nordseite des Tunnels an der Nordwest-Bahn, Okriftler Straße (K152) in Kelsterbach geplant. Vom S-Bahnhof in Kelsterbach wird ein Shuttle-Service eingerichtet.

Nähere Informationen unter: www.fluglaerm-vordertaunus.de

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