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BfU prophezeit Lande-Stopp

Von Die Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim (BfU) gibt den Kampf gegen die Landebahn Nordwest nicht auf. Die aktuellen Hoffnungen richten sich auf Aktivitäten in Raunheim.
Ein Flugzeug landet auf der Landebahn Nordwest am Frankfurter Airport. Die Bürgerinitiative für Umwelt mutmaßt, dass wegen der Vogelschlag-Problematik die Bahn spätestens im Oktober geschlossen werden muss. Foto: dpa Ein Flugzeug landet auf der Landebahn Nordwest am Frankfurter Airport. Die Bürgerinitiative für Umwelt mutmaßt, dass wegen der Vogelschlag-Problematik die Bahn spätestens im Oktober geschlossen werden muss. Foto: dpa
Eddersheim. 

Einen Mangel an Beharrlichkeit kann man Frank Wolf, Pressesprecher der Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim (BfU), wirklich nicht vorwerfen. Wiederholt hat der sich überzeugt gezeigt, dass das Thema Vogelschlag geeignet ist, den Betrieb der ungeliebten Landebahn zu Fall zu bringen, bislang sind seine Hoffnungen allerdings enttäuscht worden. Das beeindruckt den Eddersheimer nicht wirklich. "Die Schließung der Landesbahn zum 1. Oktober 2012 rückt immer näher", heißt es in einer BfU-Pressemitteilung.

Kritik am System

Deren Hoffnungen richten sich auf die Aktivitäten der auf der anderen Mainseite ansässigen Tanklager Raunheim GmbH. Deren Klage gegen den Landebahn war zwar schon im August 2009 vom Verwaltungsgerichtshof Kassel abgelehnt worden. Zum Ärger der Raunheimer wurde die Möglichkeit, Berufung gegen das Urteil einzulegen, gar nicht erst stattgegeben, und dagegen wiederum hat die Tanklager GmbH nun beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Beschwerde eingelegt.

Die Hanauer Rechtsanwaltskanzler Nickel Eiding, die das Unternehmen vertritt, stützt diese Beschwerde wiederum auf das Thema Vogelschlag, das auch die Eddersheimer Bürgerinitiative immer weiter angesprochen hatte. Wolf und seine Mitstreiter kritisierten wiederholt, das Vogelschlagwarnsystem Mivotherm funktioniere nicht zuverlässig, was sich an mehreren konkreten Fällen von Vogelschlag gezeigt habe. Während die BfU die Gefahr eines größeren Unfalls als sehr real einschätzten, erklärte der Flughafenbetreiber Fraport, es habe auch früher schon immer wieder Vogelschlag in Frankfurt gegeben, trotzdem seien alle Flugzeuge sicher gelandet.

Die Rechtsanwälte der Tanklager Raunheim GmbH liefern für ihre Beschwerde jetzt zwei Begründungen. Erstens sei das Vogelschlagwarnsystem nicht so gebaut worden wie geplant und genehmigt. Das betrifft die Zahl der Kameras, ihre Standorte und ihre Ausrichtung. Es seien aber die ursprünglichen Pläne für das System gewesen, die auch den Gerichtsurteilen über den Planfeststellungsbeschluss zugrunde gelegen hätten.

Umsetzung fehlt

Was die Wirksamkeit des Systems in der jetzt gebauten Form angeht, gebe es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass es auch wirkt. Zweitens kritisieren die Rechtsanwälte, dass mit dem System nur gewarnt werde, wenn der Vogelschlag in die höchste von drei Risikostufen einzuordnen ist. Das sind nur zehn Prozent aller Fälle – bei den anderen 90 Prozent verhindere das System Warnungen geradezu. "Fraport setzt hier nicht um, was abverlangt wurde", so Rechtsanwalt Martin Faußner.

Die Bürgerinitiative sehe sich in ihren Warnungen und Recherchen bestätigt, kommentiert BfU-Pressesprecher Frank Wolf. Die BfU hatte zu denen gehört, die erheblichen Druck auf Fraport und Flugsicherung ausgeübt hatten, was dazu geführt habe, dass anfangs geleugnete Fälle von Vogelschlag mittlerweile eingeräumt werden. Immer werde in solchen Fällen die Landebahn gesperrt und nach toten Tieren abgesucht. Wiederholt mussten nachfolgende Maschinen durchstarten. Während aber für die Bürgerinitiative die Gefahr eines größeren Unglücks sehr real ist, gefährden die Vögel aus Sicht der Fraport die Flugsicherheit überhaupt nicht.

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